Schüler der Mittelschule Pressath: Gedenken an Flossenbürg zum 80. Mal
Schüler der Mittelschule Pressath besuchen die Gedenkstätte Flossenbürg 80 Jahre nach deren Befreiung. Ein wichtiger Exkursionsbericht.

Schüler der Mittelschule Pressath: Gedenken an Flossenbürg zum 80. Mal
An einem trüben Tag in Köln haben die Schüler der achten und neunten Klassen der Mittelschule Pressath heute die Gedenkstätte Flossenbürg besucht. Dies geschah anlässlich des 80. Jahrestages der Befreiung des ehemaligen Konzentrationslagers, die in diesem Jahr gefeiert wird. Die Exkursion, organisiert von Lehrer Jan Wiltsch und begleitet von Johanna Seifert sowie Wolfgang Veigl-Meyer, war ein wichtiger Schritt zur Auseinandersetzung mit der dunklen Vergangenheit Deutschlands.
1938 begannen die ersten Abtransporte von Häftlingen aus dem KZ Dachau, um in Flossenbürg ein neues Lager einzurichten. Die Entscheidung fiel wegen der Nähe zum Steinbruch am Wurmstein, wo Granit abgebaut wurde, um u.a. Gebäude für das Reichsparteitagsgelände in Nürnberg zu errichten. Die Lebensbedingungen für die Häftlinge waren erschreckend; viele mussten bis 1945 unter unvorstellbaren Umständen in der Rüstungsindustrie arbeiten. Laut Schätzungen kamen damals etwa 30.000 Menschen ums Leben, häufig aufgrund von harter Arbeit und Misshandlungen. Der Gedenkstättenbesuch ließ die Schüler die Geschichten dieser Opfer hautnah erleben.
Ein eindrucksvolles Erlebnis
Während der Führung besichtigten die Schüler verschiedene Bereiche der Gedenkstätte, darunter den Waschraum und das sogenannte Lagerbordell. Besonders erschütternd war der Besuch im Tal des Todes, wo die Leichen der Häftlinge im Krematorium verbrannt wurden. Eine Schülerin teilte ihre Gedanken über den Tag mit den Worten, dass es „komisch sei, den Boden berührt zu haben, auf dem Menschen gefoltert wurden“. Solche ehrlichen Reflexionen machen deutlich, wie wichtig das Gedenken ist.
Die letzten Monate haben bereits viele Aktivitäten rund um das Thema Gedenken hervorgebracht. Am 27. April 2025 fand die zentrale Gedenkfeier für den 80. Jahrestag der Befreiung statt. Über 1.000 Gäste aus mehr als 20 Ländern, darunter auch sechs Überlebende, waren anwesend. Ministerpräsident Dr. Markus Söder betonte in seiner Rede die immense Bedeutung des Gedenkens und den anhaltenden Kampf gegen Antisemitismus und Rassismus. Bei dieser Veranstaltung wurde nicht nur an die gefallenen Häftlinge erinnert, sondern es wurden auch interreligiöse Zeremonien durchgeführt, um gefundene sterbliche Überreste von Häftlingen zu bestatten.
Ein Rückblick auf die Geschichte
Die Geschichte der Konzentrationslager reicht bis in die Zeit der Reichstagsbrandverordnung im Jahr 1933 zurück, die zur massenhaften Verhaftungen von politischen Gegnern führte. Die allerersten Lager wurden bereits kurz nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten eingerichtet. Insgesamt wurden in Deutschland und den besetzten Gebieten über 1.000 Konzentrationslager betrieben, in denen etwa 100.000 Häftlinge gefangen gehalten wurden, wobei rund 30.000 ihr Leben verloren. Die systematische Verfolgung von Juden, politischen Gefangenen und vielen anderen Gruppen prägt bis heute das Gedenken an diese grausame Zeit.
Durch die Ausflüge wie den der Mittelschule Pressath und die umfassenden Gedenkfeiern wird sichergestellt, dass die Erinnerung an die Opfer des Konzentrationslagers Flossenbürg und die Schrecken des Naziregimes lebendig bleibt. Das ist nicht nur eine Verantwortung gegenüber den Verstorbenen, sondern auch ein Aufruf zur Wachsamkeit für zukünftige Generationen.
Für weitere Informationen zur Gedenkstätte Flossenbürg und den Aktivitäten rund um den 80. Jahrestag der Befreiung besuchen Sie die offizielle Seite der Gedenkstätte Flossenbürg. Die detaillierte Geschichte der Konzentrationslager und deren Auswirkungen auf die Gesellschaft finden Sie auch in der Wikipedia.