Bürgermeister-Sorgen in Brunnen: Wer führt die Gemeinde?
In Bayern suchen Gemeinden wie Brunnen und Tüßling dringend Bürgermeisterkandidaten vor den Kommunalwahlen 2026.

Bürgermeister-Sorgen in Brunnen: Wer führt die Gemeinde?
In der oberbayerischen Gemeinde Brunnen, gelegen im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen, ist die Situation vor den Kommunalwahlen am 8. März 2026 durchaus besorgniserregend. Laut Antenne Bayern gibt es weniger als zwei Monate vor dem Wahltag keinen einzigen Bewerber für das Amt des Bürgermeisters. Der amtierende Bürgermeister Thomas Wagner von der CSU hat bereits entschieden, nicht erneut zu kandidieren, und wird sein Amt bis zum 30. April innehaben. Diese Nachricht weckt nicht nur in Brunnen, sondern auch in anderen bayerischen Gemeinden Besorgnis.
Aber Brunnen ist nicht allein: Laut dem Bayerischen Gemeindetag gibt es insgesamt drei Gemeinden in Bayern, die vor dem gleichen Dilemma stehen. Neben Brunnen sind auch Philippsreut in Niederbayern und Megesheim in Schwaben betroffen. Besonders der Fall Megesheim wirft Fragen auf, denn Bürgermeister Karl Kolb hat 22 Jahre lang das Amt ausgeübt, fühlt sich jedoch mit 64 Jahren zu alt für eine erneute Amtszeit. Kolb äußert sich besorgt und bezeichnet die Lage als traurig.
Zurückhaltende Kandidatensuche
In Megesheim zeigen Anwohnerinnen wie Marianne Quecke und Doris Dietrich große Besorgnis und betonen, dass sie eine solche Situation noch nie erlebt haben. Hans-Peter Mayer, Direktor des Bayerischen Gemeindetags, gibt sich jedoch optimistisch. In der Vergangenheit gab es schon mehrfach Wahlen ohne Kandidaten, die letztendlich gut gelöst werden konnten. In diesem Fall können Wähler einfach einen Namen auf den Stimmzettel schreiben, und jeder mit aktivem Wahlrecht ist wählbar. Sollte ein Kandidat mehr als 50 Prozent der Stimmen erhalten und die Wahl annehmen, gehört das Problem der Vergangenheit an.
Wird hingegen kein geeigneter Kandidat gefunden, wird das Landratsamt ab dem 1. Mai zur konstituierenden Sitzung des Gemeinderates einladen, der dann einen kommissarischen Bürgermeister wählen könnte. Dies könnte allerdings zu einem langwierigen Prozess führen. Es ist nicht unüblich, dass die Wahlvorbereitung und die Suche nach einem neuen Wahltermin sich über Monate hinziehen.
Die Herausforderungen des Ehrenamtes
Die Gründe für die Zurückhaltung gegenüber dem Bürgermeisteramt sind vielfältig. Laut Wagner ist das Ehrenamt in Brunnen unattraktiv, da die Aufwandsentschädigung nicht ausreichend sei. Er fordert eine hauptamtliche Stelle, doch diese Idee wurde bisher vom Gemeinderat abgelehnt. Dies macht die Situation in Brunnen noch komplizierter, während in anderen Gemeinden, wie Tüßling bei Mühldorf, das Bürgermeisteramt als Ehrenamt erhalten bleibt und es bereits mehrere Kandidaten für die Wahl gibt.
In Tüßling können die Wähler aus drei Kandidaten wählen: Frank Tepin von der Tüßlinger Liste, die ehemalige Bürgermeisterin Gräfin Stephanie von Pfuel von der CSU und Alexandra Ludwig von den Freien Wählern. Tepin zeigt sich begeistert über seine Kandidatur, während Kolb die Sorgen in Megesheim anspricht, ohne selbst negative Erfahrungen mit dem Amt zu verbinden.
Was passiert also, wenn am Wahltag in Brunnen ein leerer Stimmzettel ausgegeben wird? Sollte kein Kandidat gewählt werden und im schlimmsten Fall alle Wähler ablehnen, sind Neuwahlen innerhalb von drei Monaten möglich. Andernfalls könnte das Landratsamt einen Verwalter einsetzen und damit die Selbstverwaltung der Gemeinde einschränken. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation in den kommenden Wochen entwickelt, aber eines ist sicher: Die Bürgermeisterwahlen in Brunnen sowie in den anderen betroffenen Gemeinden versprechen spannend zu werden.
Für mehr Informationen zu dieser Thematik finden Sie hier die Artikel von Antenne Bayern Antenne Bayern und von BR24 BR24.