Mietnomade vor Gericht: 3000 Euro Miete stehen auf dem Spiel!

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Am 31.12.2025 bleibt Ionel S. der Verhandlung wegen Mietbetrugs am Amtsgericht Fürstenfeldbruck fern; 60.000 Euro Forderungen drohen.

Am 31.12.2025 bleibt Ionel S. der Verhandlung wegen Mietbetrugs am Amtsgericht Fürstenfeldbruck fern; 60.000 Euro Forderungen drohen.
Am 31.12.2025 bleibt Ionel S. der Verhandlung wegen Mietbetrugs am Amtsgericht Fürstenfeldbruck fern; 60.000 Euro Forderungen drohen.

Mietnomade vor Gericht: 3000 Euro Miete stehen auf dem Spiel!

In Zeiten, in denen der Wohnungsmarkt angespannt ist, sorgt ein aktueller Fall in Fürstenfeldbruck für Aufregung: Ionel S. und seine Lebensgefährtin Florentina U. werden von ihrer Vermieterin verklagt. Der Grund? Das Paar aus Gröbenzell hat seit mehreren Monaten keine Miete gezahlt. Am 23. Dezember war Ionel S. zur Verhandlung am Amtsgericht nicht erschienen, was die Situation für die Vermieterin zusätzlich erschwert. Sie fordert nun stolze 3000 Euro Monatsmiete für ein Reihenhaus, in dem nach Angaben der Vermieterin derzeit sieben Personen wohnen. Der Anwalt von Ionel S. war zwar anwesend, hielt sich jedoch mit einer Stellungnahme zurück. Er ließ lediglich verlauten, dass sein Klient „mit Hochdruck“ nach einer neuen Wohnung suche und es dabei allerdings Schwierigkeiten gebe, da die Lage im Münchner Umland angespannt sei.

Ionel S. ist nicht das erste Mal in einer derartigen Situation. Laut der Vermieterin haben er und Florentina U. auch in der Vergangenheit andere Vermieter geprellt. Ein Rentner aus Grünwald, Hans Probst, fordert sogar 60.000 Euro wegen ausstehender Mieten von ihnen, während Wiesn-Wirtin Katharines Wiemes ihnen ebenfalls 50.000 Euro für eine vorherige Mietschuld in Rechnung stellt. Dieses Verhalten wirft ein grelles Licht auf das Phänomen der Mietnomaden, die in Deutschland immer wieder für Unruhe sorgen.

Mietnomaden: Ein wachsendes Problem

Mietnomaden sind Mieter, die ohne die Absicht einziehen, ihre Miete zu bezahlen. Diese Praxis kann für Vermieter verheerende Folgen haben, die oft mit erheblichen finanziellen Verlusten und dem Aufwand für Entrümpelungen und Renovierungen rechnen müssen. Schäden an den Wohnungen, abgeschottete Inventare und sogar verdreckte Hinterlassenschaften sind keine Seltenheit. Vermieter berichten von Kosten, die leicht bis zu 25.000 Euro betragen können, was die Notwendigkeit von präventiven Maßnahmen deutlich macht.

In der Regel ziehen Mietnomaden von Wohnung zu Wohnung, nachdem sie fristlos gekündigt wurden, und hinterlassen dabei Schäden und Schulden. Ein wenig beruhigender Fakt: Laut Schätzungen gibt es in Deutschland jährlich verschiedene Zahlen zu Mietbetrugsfällen – Eigentümerverbände sprechen von etwa 10.000, während das Bundesbauministerium von 1.500 Fällen in den letzten 44 Jahren ausgeht. Die Problematik ist schwer zu erkennen, da Mietnomaden oft einen sehr positiven ersten Eindruck hinterlassen.

Schutzmaßnahmen für Vermieter

Vermieter haben jedoch Möglichkeiten, sich abzusichern. Um Mietnomaden vorzubeugen, wird empfohlen, umfassende Selbstauskünfte der Mietinteressenten einzuholen, Bonitätsauskünfte von der Schufa anzufordern, und Referenzen des vorherigen Vermieters anzufragen. Zudem sollten Mietverträge klare Klauseln beinhalten, die den Zahlungsverkehr streng regeln. Dies sind wichtige Schritte, um sich vor dem finanziellen Risiko eines Mietnomaden zu schützen.

Allerdings, sollte es doch zu einem Zahlungsrückstand kommen, haben Vermieter die Möglichkeit, fristlos zu kündigen, wenn in zwei aufeinanderfolgenden Monaten die Miete nicht gezahlt wird. Doch auch hier gilt: Die Kündigung muss ordentlich schriftlich erfolgen und eine Frist zur Räumung enthalten, was den Prozess erheblich in die Länge ziehen kann. Im Schnitt dauert eine Räumungsklage bis zu sechs Monate, was zusätzliche Nerven kostet.

In dem aktuellen Fall um Ionel S. und Florentina U. wird ein Verkündungstermin für ein Urteil von Seiten des Amtsgerichts Fürstenfeldbruck für den 20. Januar erwartet. Ob die Vermieterin erfolgreich sein wird, bleibt abzuwarten, doch die hohen Forderungen und die bisherigen Erfahrungen könnten das Schicksal des Paares bestimmen.

Die Situation rund um Mietnomaden führt zu einer wachsenden Diskussion über die Notwendigkeit, den Mietmarkt besser abzusichern und zu regulieren, um sowohl Vermieter als auch ehrliche Mieter zu schützen.