Krise im Einzelhandel: Kleine Geschäfte kämpfen ums Überleben!
Günzburg steht im Fokus der Einzelhandelskrise in Deutschland: Umsatzrückgänge, Herausforderungen für lokale Geschäfte und Zukunftsbedarf.

Krise im Einzelhandel: Kleine Geschäfte kämpfen ums Überleben!
Die Lage im deutschen Einzelhandel wird zunehmend kritischer. Am 11. November 2025 teilt Alexander von Preen, Präsident des Handelsverbands Deutschland (HDE), seine Besorgnis über die gegenwärtige Marktsituation mit. Immer mehr Händler kämpfen um Kunden und Umsätze, wobei insbesondere kleine, inhaber- und familiengeführte Geschäfte unter den veränderten Rahmenbedingungen leiden. Laut von Preen ist der Umsatzanteil des nicht-filialisierten Einzelhandels auf lediglich 11 Prozent gefallen, während er vor 15 Jahren noch bei 22 Prozent lag.
Alle Einzelhandelsformate, von Mode über Spielzeug bis hin zu Lebensmittelgeschäften, spüren die Auswirkungen. Der Präsident warnt, dass die Vielfalt im Einzelhandel verschwindet und dies die Attraktivität der Innenstädte erheblich mindern könnte. Als Hauptursachen für die Krise nennt er gestiegene Kosten für Mieten, Energie und Personal, dazu kommen die rückläufigen Kundenfrequenzen in den Innenstädten sowie die Schnäppchenmentalität der Verbraucher, die hauptsächlich nach Rabatten sucht.
Strukturelle Herausforderungen
Ein tiefgehendes Problem ist der Investitionsstau, der sowohl kleine Händler als auch große Ketten betrifft. Das Investitionsvolumen in der Branche beläuft sich auf rund 20 Milliarden Euro, was jedoch für den Erhalt der Geschäftsmodelle als unzureichend erachtet wird. Von Preen fordert daher ein doppelt so hohes Investitionsvolumen, um einen lebendigen und innovativen Einzelhandel zu gewährleisten. Aktuell sind die Rahmenbedingungen so schlecht, dass die Renditen für Unternehmen nicht ausreichen, was zu Leerständen und einer Verödung des Einzelhandels führt.
Doch wie können Städte, Betriebe und Verbraucher auf diese Herausforderungen reagieren? Eine Studie des BDU thematisiert den Strukturwandel im deutschen Einzelhandel und hebt hervor, dass Klein- und Mittelstädte besonders unter dem Wandel leiden. Es wird deutlich, dass die Infrastruktur und die Qualität der Einzelhandelsimmobilien entscheidend sind für eine positive Entwicklung. Eine Zusammenarbeit zwischen Politik, Handel, Gastronomie, Immobilienbesitzern und Verbänden scheint notwendig, um Lösungsmöglichkeiten zu finden.
Der digitale Wandel und die Online-Konkurrenz
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Digitalisierung. Der Online-Handel hat sich als klarer Gewinner im Einzelhandel etabliert und zeigt ein starkes Wachstum. Schätzungen zufolge wird der Umsatzanteil des Online-Handels am Gesamteinzelhandel bis 2020 auf 20 Prozent steigen, während im Non-Food-Bereich sogar bis zu 40 Prozent erreicht werden könnten. Dies führt dazu, dass viele stationäre Händler im digitalen Zeitalter Schwierigkeiten haben, ihre Geschäfte zu halten.
In dieser herausfordernden Landschaft ist es umso wichtiger, dass Einzelhändler innovativ sind und neue Wege finden, um ihre Kunden zu erreichen. Die Vielfalt des Angebots und das Einkaufserlebnis in den Innenstädten können durch kreative Konzepte und Kooperationen gestärkt werden, wie verschiedene Experten in der Studie anmerken.
Abschließend bleibt festzuhalten, dass der Einzelhandel in Deutschland vor großen Herausforderungen steht. Die Notwendigkeit für Investitionen und ein Umdenken in der Strategie der Händler ist dringlich. Es zeichnet sich ab, dass ohne tiefgehende Veränderungen sowohl im Kaufverhalten der Verbraucher als auch im Betrieb der Geschäfte viele Handelsstandorte nicht überleben werden. Die Diskussion und die Suche nach Lösungen müssen jetzt beginnen.
Für weitere Informationen über die Entwicklungen im Einzelhandel besuchen Sie die Artikel bei Presse Augsburg, BDU und für technische Neuheiten Wikipedia.