Integrationspreise in München: So stärken türkischstämmige Politiker die Community
Am 31.10.2025 verleiht die Türkische Gemeinde Bayerns Integrationspreise in München. Prominente Redner reflektieren über Integration und Dialog.

Integrationspreise in München: So stärken türkischstämmige Politiker die Community
In einer inspirierenden Veranstaltung im türkischen Restaurant Pageou in München wurden kürzlich drei Personen mit türkischen Wurzeln für ihren herausragenden Einsatz in der Politik geehrt. Die Türkische Gemeinde Bayerns (TBG) verlieh am 31. Oktober 2025 Integrationspreise an Cumali Naz, Cemal Bozoğlu und Hülya Düber. Diese Ehrung unterstreicht die Notwendigkeit von Integrationsinitiativen, wie Christian Ude, der ehemalige Oberbürgermeister von München, in seiner Ansprache betonte. Er hob hervor, dass solche Auszeichnungen wichtig sind, um das Engagement von Migranten in der Gesellschaft sichtbar zu machen.
Besonders erwähnenswert ist Cumali Naz, der als langjähriger SPD-Stadtrat in München fungiert. In seiner Rede reflektierte er über seine eigenen Erfahrungen als Migrant und die Herausforderungen, sich in einem neuen Land zu integrieren. Hülya Düber, Bundestagsabgeordnete der CSU, äußerte ihren Stolz auf ihre türkischen Wurzeln und betonte die Bedeutung, mehr Frauen in der Politik zu fördern. Auch Cemal Bozoğlu, Landtagsabgeordneter von Bündnis 90/Grüne, berichtete von seiner Migrationsgeschichte und seiner Motivation, in der Politik aktiv zu werden. Der Abend wurde von Vural Ünlü, dem Vorsitzenden der TBG, geprägt, der besorgt über die aktuellen Diskussionen zur Stadtgestaltung war und die Auswirkungen auf die türkische Community thematisierte.
Der Dialog als Schlüssel zur Integration
Der interreligiöse Dialog spielt eine wesentliche Rolle in der Integration, wie mehrere Studien belegen. Diese Dialoge fördern den Frieden und das friedliche Zusammenleben von Menschen mit unterschiedlichen religiösen Überzeugungen. Untersuchungen zeigen, dass der persönliche Kontakt zwischen verschiedenen Gruppen dazu beiträgt, Vorurteile abzubauen. In Deutschland haben seit Mitte des 20. Jahrhunderts zahlreiche interreligiöse Initiativen das Licht der Welt erblickt und tausende Menschen zusammengebracht, um gemeinsame Werte zu finden und Konflikte zu überwinden. Diese Initiativen sind nicht nur ein Zeichen der Hoffnung, sondern auch der Veränderung.
Ein bemerkenswerter Beitrag zur interreligiösen Verständigung ist das kürzlich erschienene Buch, herausgegeben von Religions for Peace Deutschland e. V. und anderen. Dieses Werk bietet Steckbriefe von 70 interreligiösen Organisationen und thematisiert die Geschichte sowie die Zukunft des Dialogs in Deutschland. Der Umfang von 255 Seiten liefert wertvolle Einblicke in die Rolle von Religion in der Zivilgesellschaft und zeigt, dass der interreligiöse Dialog in Deutschland vital ist und weiterhin unterstützungswürdig bleibt.
Die Stimmen der Laudatoren
Während der Verleihung betonte Günther Beckstein, ehemaliger Ministerpräsident, dass die Schaffung sauberer öffentlicher Plätze wichtiger sei als die Diskussion über das Stadtbild. Dies zeigt, dass der Fokus auf die praktischen Gegebenheiten gelegt werden sollte, um die Lebensqualität für alle Bürger zu erhöhen. Ude kritisierte zudem die negative Berichterstattung über den Penzberger Imam Benjamin Idriz, der für seinen interreligiösen Dialog ausgezeichnet worden war. Solche Missverständnisse und Vorurteile, so Ude, sind nicht nur hinderlich, sondern schaden der Gemeinschaft insgesamt.
Vural Ünlü erklärte, dass ein deutscher Pass nicht das Ende der Integration sei, sondern der Beginn. Diese Aussage erinnert uns daran, dass Integration ein fortlaufender Prozess ist, der Engagement von allen Seiten erfordert. Der Abend in München war mehr als nur eine Preisverleihung; er war ein Aufruf zur Einheit und ein Zeichen dafür, dass unterschiedliche Kulturen und Religionen zusammenarbeiten können, um eine harmonische Gesellschaft zu schaffen.
Für mehr Informationen über interreligiöse Initiativen in Deutschland, besuchen Sie die Artikel von Süddeutsche Zeitung, De Gruyter Brill sowie Religions for Peace Deutschland.