Stammtisch-Parolen im Visier: Rosenheimer Workshop für Toleranz!

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Ein Workshop in Rosenheim schult den Umgang mit Stammtisch-Parolen und fördert die Auseinandersetzung mit Vorurteilen.

Ein Workshop in Rosenheim schult den Umgang mit Stammtisch-Parolen und fördert die Auseinandersetzung mit Vorurteilen.
Ein Workshop in Rosenheim schult den Umgang mit Stammtisch-Parolen und fördert die Auseinandersetzung mit Vorurteilen.

Stammtisch-Parolen im Visier: Rosenheimer Workshop für Toleranz!

In einem bemerkenswerten Schritt zur Bekämpfung von Vorurteilen und Diskriminierung fand im Bildungswerk Rosenheim ein Stammtisch-Parolen-Training statt. Unter der Leitung von Sofie Engl, einer erfahrenen Sozialpädagogin und Mediatorin, nahmen 16 Teilnehmer an diesem Workshop teil, um effektive Strategien zu erlernen, auf verletzende Sprüche zu reagieren. Ziel war es, den Anwesenden Werkzeuge an die Hand zu geben, um Stammtisch-Parolen gezielt zu hinterfragen und auf differenzierte Weise damit umzugehen, denn wie Engl betont: „Schweigen bedeutet Zustimmung“.

Die Teilnehmer brachten persönliche Erlebnisse ein, etwa die weit verbreitete Parole „Die Asylanten kriegen alles“. Engl warnte, dass Vorurteile schnell in Diskriminierung umschlagen können. Durch gezielte Übungen, bei denen sich die Teilnehmer in Gruppen über ihre eigenen Merkmale austauschten, wurde das Phänomen des Abstempelns greifbar gemacht. Ein einprägsames Element des Workshops war der Einsatz eines verwunderten „oh lala“ als Zeichen des Widerspruchs gegen unangemessene Äußerungen.

Strategien zur Auseinandersetzung mit Diskriminierung

Die Teilnehmer lernten, dass es nicht nur darum geht, Parolen zu konfrontieren, sondern auch um das Verständnis, woher diese Aussagen kommen könnten. In einer Gruppenarbeit analysierten sie beispielsweise die Parole „Die Migranten bekommen einfach alles, ohne etwas dafür zu tun“ aus verschiedenen Perspektiven. Die Diskussion förderte kritische Fragen zu Neid und den Bedürfnissen von Migranten zutage. „Laute Parolen zeugen oft von einer inneren Not“, so Engl abschließend zu ihrer Auswertung.

Ein ergänzendes Werkzeug für die Auseinandersetzung mit solchen Themen bietet die App „KonterBUNT“. Entwickelt von den Landeszentralen für politische Bildung Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, zielt die App darauf ab, Nutzer dazu zu ermutigen, sich in Diskussionen über rassistische und sexistische Äußerungen einzubringen. Die App bietet Mini-Spiele und Strategien, um vorurteilsbeladene Aussagen in verschiedenen Alltagssituationen zu begegnen. Zudem können die Nutzer innerhalb von 60 Sekunden auf Stammtischparolen reagieren und ihre Gesprächsführung reflektieren.

Bildungsarbeit im Fokus

Im Kontext der wachsenden Herausforderungen durch populistische Bewegungen ist es wichtig, sich aktiv gegen Diskriminierung einzusetzen. Der Anstieg solcher Einstellungen in Deutschland, insbesondere in den Osten, wirft ein Schlaglicht auf die Notwendigkeit von Bildungsinitiativen. Der Internationale Tag gegen Rassismus am 21. März erinnert jährlich daran, dass Respekt und ein respektvolles Miteinander Grundpfeiler unserer Gesellschaft sind.

Vielfältige Bildungsansätze, wie Veranstaltungen und digitale Tools, tragen dazu bei, diese Themen zu verankern. Initiativen wie die Respekt-Initiative zeigen, dass zahlreiche Menschen bereit sind, gegen Rassismus und Vorurteile zu kämpfen. Die App „KonterBUNT“ steht dabei als ein modernes Hilfsmittel zur Verfügung, um die Auseinandersetzung mit Stammtischparolen zu erleichtern und eine respektvolle Diskussionskultur zu fördern.

Für Interessierte ist die App kostenlos sowohl für Android als auch iOS verfügbar und bietet allen Interessierten ab 16 Jahren die Möglichkeit, sich aktiv mit Diskriminierungsmustern auseinanderzusetzen und Gegenstrategien zu entwickeln. So kann auch im digitalen Raum eine Plattform geschaffen werden, die ein Zeichen gegen Diskriminierung setzt.

Ein verständnisvolles Miteinander und das aktive Engagement gegen Vorurteile bleiben Herausforderungen, die jeder Einzelne angehen kann. Ein Schritt dafür ist das Herantasten an differenzierte Denkweisen und die Förderung einer respektvollen Diskussionskultur. Das Stammtisch-Parolen-Training und Initiativen wie „KonterBUNT“ bieten dazu wertvolle Ansätze.

Weitere Informationen über Diskriminierung und die Strategien zu deren Bekämpfung finden Sie bei den Landeszentralen für politische Bildung und in der Politischen Bildung.