Wilder Streit um Wolf und EU-Hilfen beim Almbauerntag in Ruhpolding!
Der 78. Almbauerntag in Ruhpolding beleuchtet aktuelle Themen wie Wolfsschutz und Landwirtschaftsförderung, mit Michaela Kaniber.

Wilder Streit um Wolf und EU-Hilfen beim Almbauerntag in Ruhpolding!
Der 78. Almbauerntag, ein bedeutendes Event in der Alpenregion, fand heute in Ruhpolding statt. Organisiert vom Almwirtschaftlichen Verein Oberbayern, rückten wichtige Themen wie der zunehmende Tourismusdruck, der Schutz des Wolfes sowie die Förderpolitik für die Landwirtschaft in den Fokus der Diskussionen. Die Veranstaltung zog zahlreiche Vertreter aus der Landwirtschaft, Politik und interessierte Bürger an.
Bayerns Staatsministerin Michaela Kaniber eröffnete den Tag und nahm an der Vollversammlung teil. Sie sprach sowohl über positive Entwicklungen in der Landwirtschaft als auch über die bestehenden Defizite in der politischen Umsetzung. Kaniber stellte klar, dass eine starke Landwirtschaft für die Ernährungssicherheit von essenzieller Bedeutung ist und forderte mehr Unterstützung für heimische Betriebe. Besonders die kritischen EU-Wiederherstellungsverordnungen und deren Auswirkungen auf die Eigentumsverhältnisse wurden scharf verurteilt.
Wolfsschutz und EU-Kritik im Mittelpunkt
Der Vorsitzende des Almwirtschaftlichen Vereins, Sepp Glatz, stellte die aktuelle Wolfproblematik zur Sprache. Er forderte dringende Maßnahmen wie die Einrichtung von Weideschutzzonen und eine Anpassung des Bundes-Jagdgesetzes. Kritisch äußerte sich Glatz auch zu den EU-Förderrichtlinien und appellierte an die Politik, verlässliche Rahmenbedingungen für landwirtschaftliche Betriebe zu schaffen. Dabei betonte er den engen Zusammenhang zwischen nachhaltiger Almwirtschaft und der kulturellen Landschaft der Alpen.
Die Festlichkeiten um den Almbauerntag wurden mit einem feierlichen Gottesdienst in der Kirche St. Georg eröffnet, der von Weihbischof Bernhard Haßlberger geleitet wurde. Haßlberger hob die Bedeutung der Almwirtschaft hervor und verglich sie mit dem großen Tourismusdruck, dem diese Region ausgesetzt ist. Ein Teil der Feierlichkeiten bestand auch darin, dass 24 Senner für ihre langjährige Tätigkeit geehrt wurden. Es war ein Tag der Begegnung, der das Zusammenspiel der Generationen feierte, was sich besonders in der Anwesenheit vieler Kinder auf den Festwagen widerspiegelte.
Ausblick auf die Herausforderungen
Kaniber erwähnte, dass trotz aller Fortschritte in der Landwirtschaft nach wie vor erhebliche Herausforderungen bestehen. Eine ihrer Forderungen ist ein grenzüberschreitendes Monitoring für die Wolfspopulationen sowie die Festlegung eines jährlichen Abschussplans. Der Almbauerntag zeigte deutlich, dass der Dialog zwischen Landwirtschaft, Politik und Gesellschaft weiterhin intensiv geführt werden muss, um die Zukunft der Almwirtschaft in Bayern zu sichern.
Insgesamt war der 78. Almbauerntag in Ruhpolding nicht nur eine Plattform für den Austausch von Anliegen und Ideen, sondern auch ein deutliches Zeichen für den Zusammenhalt und die Stärke der regionalen Gemeinschaft in der Landwirtschaft. Die politischen Forderungen und die Diskussionen um den Wolfsschutz werden sicherlich auch in den kommenden Monaten weiterhin ein heißes Thema in der Region bleiben.