Deutschland gibt Rekordsumme für soziale Sicherheit aus – was kommt jetzt?

Transparenz: Redaktionell erstellt und geprüft.
Veröffentlicht am

Deutschland investiert 41% seiner Staatsausgaben in soziale Sicherung. Ein Vergleich zeigt, wie sich die Ausgaben im europäischen Kontext entwickeln.

Deutschland investiert 41% seiner Staatsausgaben in soziale Sicherung. Ein Vergleich zeigt, wie sich die Ausgaben im europäischen Kontext entwickeln.
Deutschland investiert 41% seiner Staatsausgaben in soziale Sicherung. Ein Vergleich zeigt, wie sich die Ausgaben im europäischen Kontext entwickeln.

Deutschland gibt Rekordsumme für soziale Sicherheit aus – was kommt jetzt?

In den jüngsten Analysen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) wird deutlich: Deutschland nimmt in Europa eine Spitzenposition bei den Sozialausgaben ein. Mit stolzen 41 Prozent seiner Gesamtausgaben fließen diese Mittel in soziale Sicherungssysteme. Damit sorgt das Land für eine höhere Investition in soziale Belange als jedes andere europäische Land, wie die Deutsche Handwerks Zeitung berichtet.

Doch wo fließen diese Gelder hin? Knapp die Hälfte der Sozialausgaben entfällt auf die Alterssicherung, während etwa 16 Prozent für das Gesundheitswesen aufgewendet werden. Hierbei steht Deutschland zusammen mit den Benelux- und nordischen Ländern an der Spitze. Die Investitionen sind also nicht nur hoch, sondern scheinen auch zielgerichtet zu sein, um den Bedürfnissen einer alternden Gesellschaft gerecht zu werden.

Ein Blick auf die Nachbarn

Könnte Deutschland vielleicht dennoch von einem Blick über die Grenze profitieren? Nordische Länder, Österreich und die Schweiz geben jeweils rund 40 Prozent ihrer Staatsausgaben für soziale Sicherheit aus, während die Benelux-Länder auf 38 Prozent kommen. Im Rahmen eines EU-Durchschnitts von 39 Prozent wird klar, dass Deutschland hier in einem breiteren Kontext betrachtet werden darf. Zudem sind die Ausgaben im Bildungsbereich mit nur 9,3 Prozent der Gesamtausgaben die niedrigsten im Vergleich zu anderen Ländern, insbesondere zu Österreich und der Schweiz, die fast 50 Prozent höhere Ausgaben aufweisen.

Ein weiterer Punkt, den das IW anspricht, sind die rasant steigenden Ausgaben für die öffentliche Verwaltung. Diese sind von 7,2 auf 11 Prozent zwischen 2001 und 2023 angestiegen. Hier könnte möglicherweise ein gutes Händchen für eine Optimierung nötig sein, um die Effizienz zu steigern und den Bürger:innen maxmales Wohl zu bieten.

Die geopolitischen Entwicklungen im Fokus

Man fragt sich: Wie schaut es mit den Verteidigungsausgaben aus? Der Fokus auf Soziales lässt zwar auf der einen Seite auf Verbesserungen in der Lebensqualität hoffen, jedoch zeigt die Studie auch, dass die Verteidigungsausgaben in Deutschland kontinuierlich bei etwa 2,3 Prozent der Gesamtausgaben gehalten werden. Diese Zahl ist im internationalen Vergleich eher niedrig. Der EU-Durchschnitt fiel von 3,0 auf 2,8 Prozent, und in den nordischen Ländern sind die Ausgaben aufgrund geopolitischer Entwicklungen auf etwa 3,4 Prozent gestiegen.

Der IW warnt, dass die Ausgaben in Europa allgemein ansteigen werden, und fordert die Bundespolitik auf, einem zukünftigen Anstieg der Sozialausgaben entgegenzutreten – auch im Gesundheitswesen. Die Herausforderung für die Verantwortlichen wird es also sein, ein Gleichgewicht zwischen sozialen Investitionen und der Sicherstellung von Projekten in anderen Bereichen wie Bildung und Verteidigung zu finden.

Die Rolle Deutschlands als Vorreiter in sozialen Ausgaben fordert ein scharfes Augenmerk auf die richtigen Prioritäten. Es bleibt spannend zu beobachten, wie die Bundesregierung auf diese Herausforderungen reagieren wird.