Die Entdeckung der Gräueltaten: Anton Freud und die Nazijäger

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Am 9.11.2025 dokumentiert das Doku-Drama "Nazijäger" die Ermittlungen von Anton Freud und Hanns Alexander gegen NS-Verbrecher.

Am 9.11.2025 dokumentiert das Doku-Drama "Nazijäger" die Ermittlungen von Anton Freud und Hanns Alexander gegen NS-Verbrecher.
Am 9.11.2025 dokumentiert das Doku-Drama "Nazijäger" die Ermittlungen von Anton Freud und Hanns Alexander gegen NS-Verbrecher.

Die Entdeckung der Gräueltaten: Anton Freud und die Nazijäger

Am heutigen 9. November 2025 blicken wir auf eine zentralen Figur der Nachkriegszeit: Anton Walter Freud, den Enkel des berühmten Psychiaters Sigmund Freud. Der 24-Jährige hat die beeindruckende Fähigkeit, Menschen zum Reden zu bringen, und ist ein Freigeist, der sich disziplinierte Strukturen verwehrt. Freud ist nicht nur stolz auf seine Herkunft, sondern hat auch einen klaren Kompass, wenn es um Gerechtigkeit geht – er möchte Täter vor Gericht bringen, nicht Rache üben. Dies beschreibt er als einen wesentlichen Antrieb seiner Arbeit.

In seinen Ermittlungen beschreibt Freud die Kriegsverbrecher als „unscheinbare kleine Leute“, die oft unbemerkt ihre Verbrechen begangen haben. Gemeinsam mit den britischen Ermittler Hanns Alexander, einem Sohn eines Berliner Arztes, der vor den Nazis nach England floh, begibt sich Freud auf die Suche nach diesen Tätern. Alexander war 1945 als britischer Offizier in Deutschland und hat im Konzentrationslager Bergen-Belsen gedient, wo er mit dem unvorstellbaren Leid konfrontiert wurde und auch selbst mit einem großen Maß an Wut reagierte.

Die Suche nach Gerechtigkeit

Im September 1945 beginnen britische Soldaten systematisch mit der Verfolgung deutscher Kriegsverbrecher, besonders durch die „War Crime Investigation Unit“, die überwiegend von Juden besetzt ist, die vor dem Naziregime geflohen sind. Freud identifiziert den Hamburger Lieferanten von Zyklon B und findet im Laufe seiner Vernehmungen verheerende Hinweise auf das Schicksal von zwanzig Kindern, die gegen Ende des Krieges in einem Konzentrationslager ermordet wurden. Auch der ehemalige Auschwitz-Kommandant Rudolf Höß wird von Hanns Alexander identifiziert und schließlich verhaftet, nachdem seine Frau seinen Aufenthaltsort preisgibt.

Die Geschehnisse rund um die Verhaftungen und die daraus ergebenen Verhöre von Freud und Alexander bilden die Grundlage für das Doku-Drama „Nazijäger – Reise in die Finsternis“. Darin werden die dramatischen Erlebnisse aus der Nachkriegszeit lebendig. Schauspieler wie Franz Hartwig und Robin Sondermann bringen die Charaktere der Ermittler, darunter Hanns Alexander und Anton Walter Freud, auf die Bühne.

Hintergrund der Kriegsverbrecherprozesse

Die Prozesse gegen Kriegsverbrecher haben ihre Wurzeln in den Entscheidungen der Alliierten, die nach dem Zweiten Weltkrieg eine Bestrafung der Verantwortlichen für die Gräueltaten beabsichtigten. Im Jahr 1945 unterzeichneten die Siegermächte das Londoner Abkommen und die Nürnberger Charta, welche die rechtlichen Rahmenbedingungen für den Internationalen Militärgerichtshof in Nürnberg schufen. Diese Prozesse bringen zentrale Figuren des NS-Regimes vor Gericht, die für Folter und Mord verantwortlich waren.

Unter den 22 Angeklagten befanden sich prominente Namen wie Hermann Göring und Rudolf Heß. Am 1. Oktober 1946 fällte der Gerichtshof sein Urteil – zwölf der Angeklagten wurden zum Tode verurteilt, während andere milde Strafen erhielten. Diese Ansätze stellten sicher, dass die Gräueltaten, die während des Krieges begangen wurden, nicht ungestraft blieben. Dennoch stehen viele NS-Funktionäre heute noch unter Verdacht, nie vor Gericht gestanden zu haben, und die Verfolgung von Kriegsverbrechern dauert bis ins 21. Jahrhundert an.

Was bleibt, ist die eindringliche Frage nach der Verantwortung und der Gerechtigkeit. Die Geschichten von Anton Walter Freud und seiner Zusammenarbeit mit Hanns Alexander sind mehr als historische Notizen – sie sind Aufrufe, die Schrecken der Vergangenheit nicht zu vergessen und aktive Bemühungen zu unternehmen, um auch die Täter von heute zur Rechenschaft zu ziehen. Mehr darüber erfahren Sie in der Doku „Nazijäger – Reise in die Finsternis“, die die Arbeit der Ermittler eindrucksvoll dokumentiert und die dunklen Seiten der menschlichen Geschichte beleuchtet. Weitere Informationen dazu haben auch der NDR und die United States Holocaust Memorial Museum bereitgestellt.

ARD berichtet, dass Freud mit emotionalen und psychischen Belastungen kämpft, während er die Wahrheit über die Verbrechen an Kindern aufdecken will. Der NDR ergänzt, dass die Arbeit der „Nazijäger“ von großer Bedeutung ist, um die Gräueltaten der Nationalsozialisten zu dokumentieren. Historische Kontexte sind entscheidend, um die Relevanz dieser Themen für unsere Gegenwart zu verstehen, wie die USHMM klarstellt.