Hamburg: Olympia-Bewerbung spaltet die Stadt – Bürger stimmen ab!
Hamburg diskutiert die Olympiabewerbung 2026: Bürgerbeteiligung, NOlympia-Kampagne und mögliche wirtschaftliche Auswirkungen.

Hamburg: Olympia-Bewerbung spaltet die Stadt – Bürger stimmen ab!
Hamburg schwingt sich zur Olympiastadt auf – zumindest, wenn es nach den Befürwortern der Olympischen und Paralympischen Spiele 2026 geht. Die Entscheidung naht, und am 20. Januar wird der Senat die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung im Rahmen dieser Bewerbung präsentieren. In sieben Stadtbezirken konnten die Hamburger Ideen und Anregungen einbringen, um die Bewerbung voranzutreiben. Dies geschah nicht zuletzt über ein Online-Portal, das die Bürger dazu anregen sollte, kreativ zu werden. So kommt es nicht von ungefähr, dass eine Sache klar ist: Die Meinungen in der Hansestadt sind gespalten. Während Prominente aus dem Sport die Bewerbung unterstützen, starten Initiativen wie die NOlympia-Kampagne, die am 19. Januar 2026 eine klare Stellungnahme gegen die Bewerbung veröffentlicht hat. Der Druck steigt, denn am 31. Mai steht ein Referendum an, das den Bürgern die finale Entscheidung abverlangt.
Wirtschaftliche Fragestellungen stehen dabei ebenfalls im Raum. Bürgermeister Peter Tschentscher sieht in den Olympischen Spielen nicht nur eine sportliche Chance, sondern auch eine Möglichkeit für Investitionen und eine positive Entwicklung der Stadt. Doch nicht jeder teilt diese optimistische Sicht. Kritiker argumentieren, dass die Spiele Hamburg überfordern könnten und die Mieten in die Höhe treiben. Auch die BUND Hamburg meldet Bedenken an und fordert ein transparentes Wirtschaftlichkeitsprüfverfahren, bevor eine endgültige Entscheidung fällt. Ihre Projektgruppe „NEIN zu Olympia“ möchte am 13. Januar eine Aktion vor dem Rathaus durchführen, um den Bürgern die Möglichkeit zu geben, ihre Meinungen zu äußern.
Risikofaktor Olympiade
Die NOlympia-Initiative, unterstützt von Organisationen wie BUND und Parents for Future Hamburg, plant auch eine Unterschriftensammlung, um ihre Bedenken deutlich in die Wahlunterlagen zu bringen. Bis zu 10.000 Unterschriften sollen hierfür gesammelt werden. Unter den Gegnern wächst die Furcht, dass die Olympischen Spiele nicht nur die finanziellen Mittel der Stadt belasten, sondern auch die ohnehin angespannten Wohnverhältnisse in Hamburg verschärfen könnten. Eine Umfrage ergab, dass 60 Prozent der befragten Hamburger gegen eine Bewerbung sind – ein Besorgnis erregendes Zeichen für die Befürworter.
Doch was bedeutet eine Olympiabewerbung wirklich für die Wirtschaft? Eine Analyse von verschiedenen Studien zeigt, dass die langfristigen wirtschaftlichen Vorteile oft überschaubar sind. Oftmals wird befürchtet, dass Touristen, die für die Spiele anreisen, andere Urlauber verdrängen und die Preise in der Stadt in die Höhe treiben. Darüber hinaus können kurzfristig Mietsteigerungen und Preisanstiege die Folge sein, was gerade für die weniger betuchten Stadtteile problematisch werden könnte.
Die Karten werden neu gemischt
Ökonomische Experten warnen zudem vor unrealistischen Kostenplanungen für Olympische Spiele, die meist nicht den erhofften finanziellen Nutzen bringen. Historisch betrachtet erweisen sich die Kosten oft als schwer kalkulierbar, während mögliche Einnahmen geringer ausfallen als erwartet. So wird die Olympiabewerbung in Hamburg zu einer spannenden, wenn auch riskanten Wette. Die Bewerbungskosten belaufen sich bisher auf 18 Millionen Euro – eine Summe, die in den meisten Fällen das finanzielles Zünglein an der Waage darstellen könnte.
In die überlegensten Überlegungen zu Nachnutzungen der Sportstätten könnte sich die Initiative zur Schaffung von Wohnraum und Grünflächen einklinken. Man wolle schließlich auch, dass Hamburg ein Stück lebenswerter wird – durch Investitionen in Klimaanpassung und nachhaltige Mobilität könnte die Stadt positiv aus der Olympiade hervorgehen. Doch ob es tatsächlich so weit kommt, hängt von den Bürgern ab. Die Entscheidung, ob Hamburg als Kandidat für die Olympischen Spiele ausgewählt wird, rückt näher und könnte am 31. Mai 2026 fallen.
Der Wind weht in Hamburg stark und die Positionen können sich in der Diskussion schnell ändern. Ob die Hamburger letztlich ein gutes Händchen haben werden, bleibt abzuwarten. Eines ist jedoch sicher: Die Bürger werden bis zur Entscheidung am 31. Mai ihre Stimme erheben müssen.
Für weitere Informationen über den aktuellen Stand der Olympiabewerbung, lesen Sie mehr bei NDR, den BUND Hamburg und die Absatzwirtschaft.