Am 22. April 2026 wird ein neues Kapitel in der Geschichte des Frankfurter Flughafens aufgeschlagen: Die feierliche Eröffnung des Terminal 3 steht bevor. Nach einer Bauzeit von über zehn Jahren, in der bereits 15 Jahre Planung vorausgingen, ist das Terminal nun bereit, die Luftfahrtwelt zu empfangen. Mit einer Kapazität für bis zu 19 Millionen Passagiere pro Jahr, die bei Bedarf auf bis zu 25 Millionen erweitert werden kann, wird Terminal 3 in der Lage sein, die Passagierzahlen des Düsseldorfer Flughafens zu bewältigen. Der Spatenstich für dieses ehrgeizige Projekt fand bereits im Oktober 2015 statt.

Die positiven Reaktionen von Fraport, Wirtschaftsverbänden und Politikern, insbesondere der CDU, FDP und teilweise der SPD, zeigen den großen Rückhalt für den Flughafenausbau. Dennoch gibt es auch kritische Stimmen. Bürgerinitiativen und Umweltverbände sehen den Ausbau als Fehler und warnen vor den negativen Folgen, wie steigender Flugverkehr, CO2-Emissionen, Lärm und Verkehrsbelastung. Ursula Fechter von einer Frankfurter Bürgerinitiative bezeichnet Terminal 3 gar als „Mahnmal“ gegen Klima und Bürgerinteressen.

Kritik und Herausforderungen

Die ursprünglich prognostizierten Passagierzahlen von 90 Millionen für 2023 wurden deutlich unterschritten, und für 2025 wurden lediglich 63,2 Millionen Passagiere gezählt. Die Baukosten, die anfänglich bei 2,5 Milliarden Euro lagen, wurden auf rund 3 Milliarden Euro erhöht. Auch die Inbetriebnahme war durch die Pandemie verzögert worden. Mit der Eröffnung von Terminal 3 wird Terminal 2 geschlossen und soll saniert werden; jedoch gibt es momentan kein konkretes Wiedereröffnungsdatum. Kritiker befürchten, dass Terminal 2 aufgrund seines Alters und unklarer Sanierungspläne möglicherweise abgeschrieben wird.

Fraport hat in den letzten Jahren hohe Investitionen in Terminal 3 getätigt, was zu einem Anstieg der Nettofinanzschulden von 4,1 Milliarden Euro Ende 2019 auf 8,2 Milliarden Euro führte. Die hohe Investitionslast könnte sich negativ auf die Dividendenzahlungen an öffentliche Anteilseigner auswirken. Um die Schulden abzubauen, plant Fraport, zukünftige Einnahmen aus den Investitionen zu nutzen, und es wird ein positiver Free Cash Flow ab 2025 erwartet.

Ein Blick auf die Zukunft

Mit der Eröffnung des neuen Terminals stehen auch bereits erste Testläufe der Gepäckförderanlage sowie ein umfangreicher Probebetrieb mit rund 8.000 Testpassagieren vom 27. Januar bis 16. April 2026 an. Airlines werden, nach der Eröffnung, Flüge sowohl in den Schengen- als auch in den Non-Schengen-Raum durchführen. Insgesamt werden 57 Fluggesellschaften, die derzeit im Terminal 2 operieren, in vier Wellen von Mitte April bis Anfang Juni in das neue Terminal 3 umziehen.

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Die Diskussion um den Flughafenausbau findet jedoch vor dem Hintergrund einer breiteren gesellschaftlichen Debatte über Klimaschutz und Flugverkehr statt. Der Begriff „Flygskam“, der 2017 in Schweden entstand und mittlerweile international populär ist, beschreibt ein Schamgefühl in Bezug auf Flugreisen. Politische Bestrebungen zur Reduzierung des Flugverkehrs wurden durch die Fridays-for-Future-Bewegung verstärkt. In Deutschland liegt der durchschnittliche CO2-Ausstoß im Inlands-Luftverkehr bei 238 Gramm pro Personenkilometer, was etwa achtmal so viel ist wie bei der Bahn oder im Reisebus.

Umweltschutzorganisationen fordern daher Maßnahmen wie eine Kerosinsteuer und ein Inlandsflugverbot. Trotz der hohen Flugsteuern und steigenden Ticketpreise, die auch durch die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Personalengpässe bedingt sind, bleibt der Luftverkehr ein umweltschädliches Verkehrsmittel. Technische Fortschritte sind nahezu ausgereizt, und alternative Kraftstoffe sind notwendig, um die Klimaziele zu erreichen.

Insgesamt steht das neue Terminal 3 am Frankfurter Flughafen nicht nur für einen bedeutenden Ausbau der Infrastruktur, sondern auch für die Herausforderungen und Debatten, die mit dem Wachstum des Luftverkehrs und den damit verbundenen Umweltfragen einhergehen.