Äthiopischer Spitzenläufer Hirsuato vor Abschiebung: Die letzten Hoffnungen!
Mamiyo Hirsuato, äthiopischer Läufer aus Gießen, steht vor Abschiebung nach Äthiopien. Rechtsmittel erschöpft, Unterstützung für Dokumentenbeschaffung nötig.

Äthiopischer Spitzenläufer Hirsuato vor Abschiebung: Die letzten Hoffnungen!
Ein sportlicher Hoffnungsträger in der Gemeinde Gießen könnte bald vor einem einschneidenden Schicksal stehen. Mamiyo Hirsuato, ein langjähriger Langstreckenläufer des MTV 1846 Gießen, ist ausreisepflichtig und steht vor der drohenden Abschiebung nach Äthiopien. Diese bittere Nachricht kam in einer Mitteilung der Vollstreckungsbehörde und des Regierungspräsidiums Gießen am Dienstag.
Die Situation ist angespannt. Hirsuato hat bereits alle rechtlichen Möglichkeiten ausgeschöpft, nachdem sein Asylantrag im Juni vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) als unzulässig abgelehnt wurde. Hintergrund dieser Entscheidung ist, dass Hirsuato zuvor einen Asylantrag in Frankreich gestellt hatte. Damit wurde sein aktueller Antrag in Deutschland als Zweitantrag gewertet.
Ein Läufer mit bewegter Vergangenheit
Der äthiopische Sportler floh 2022 aus Äthiopien, nachdem er aufgrund eines angeblichen Haftbefehls in seine Heimat zurückkehren müsste. Auf seiner Flucht reiste er über Kairo und Paris nach Deutschland und ließ dabei seine Frau und Tochter zurück. In der europäischen Asylpolitik gilt die Regelung, dass jeder Asylsuchende nur im ersten EU-Land Anspruch auf ein Asylverfahren hat. Hirsuato gehört der ethnischen Gruppe der Oromo an, die unter dem Druck der äthiopischen Regierung leidet.
In Gießen hat sich Hirsuato durch seine sportlichen Leistungen einen Namen gemacht. Er konnte mehrere Zehn-Kilometer-Volksläufe gewinnen, darunter einen beachtlichen dritten Platz bei einem Straßenlauf in Leverkusen 2024. Sein Verein, der MTV Gießen, mobilisiert all seine Kräfte, um Hirsuatos Abschiebung zu verhindern. Eine Unterschriftenaktion wurde gestartet, die Unterstützung für den Sportler aus der Bevölkerung einfordert.
Die rechtlichen Rahmenbedingungen
Die Lage ist nicht nur für Hirsuato ein ernstes Thema, sondern wirft auch Fragen zur Asylpolitik in Deutschland auf. Deutschland ist Vertragsstaat der Genfer Flüchtlingskonvention und verpflichtet, die Rechte von Schutzsuchenden zu wahren. Dennoch kann es zu drastischen Entscheidungen kommen, wie der aktuellen in Hirsuatos Fall, wo abgelehnte Asylbewerber als „ausreisepflichtig“ gelten und abgeschoben werden können. Ende 2024 lebten in Deutschland rund 221.000 Personen unter dieser Kategorie.
Die Probleme in der Asylpolitik sind vielschichtig. Seit Mitte der 1980er Jahre wurden die Asylrechte in Deutschland immer wieder reformiert, was zu Verschärfungen führte. Dabei wurde im „Asylkompromiss“ festgelegt, dass Personen, die über ein sicheres Drittland einreisen, keinen Anspruch auf Asyl haben. Diese gesetzlichen Regelungen schränken die Möglichkeiten von Schutzsuchenden erheblich ein und stellen somit eine Herausforderung für viele dar.
Hirsuato hat trotz der rechtlichen Hürden und der drohenden Abschiebung die Bitte erhalten, aktiv bei der Beschaffung von Reisedokumenten mitzuarbeiten. Fehlende Pässe verhindern derzeit seine Abschiebung, und es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation für ihn und seine Familie entwickeln wird.
Die nächsten Wochen werden entscheidend sein, nicht nur für Mamiyo Hirsuato, sondern auch für die Debatte um das Asylrecht in Deutschland. Die Bürger in Gießen zeigen sich solidarisch und hoffen, dass die Stimme des Sports gehört wird.
Für weitere Informationen zu Hirsuatos Fall und zur aktuellen Asylpolitik in Deutschland lohnt sich ein Blick auf die Beiträge von Africa Live und Giessener Allgemeine, sowie die umfassenden Erklärungen von bpb.de.