Großbauprojekt in Gießen: Zoll zieht in die Bergkaserne!
Bauarbeiten am Hauptzollamt Gießen beginnen im Oktober 2025. Ziel: neue Büroflächen für 300 Mitarbeitende bis 2029.

Großbauprojekt in Gießen: Zoll zieht in die Bergkaserne!
In Gießen stehen die Räder nie still, und auch die Baustellen planen bereits ihren nächsten großen Wurf. Ab Oktober 2025 wird das Hauptzollamt an der Licher Straße aktiv, denn dort wird die ehemalige Bergkaserne zum neuen Zentrum für die Zollverwaltung umgestaltet. Laut der Giessener Allgemeinen beginnen die Bauarbeiten offiziell mit dem Spatenstich am 30. September 2025.
Das Projekt, das bis April 2029 andauern soll, sieht die Schaffung eines modernen Arbeitsplatzes für rund 300 Mitarbeitende vor. Aktuell sind bereits 480 Mitarbeitende des Hauptzollamtes auf verschiedene Standorte verteilt, was eine einheitliche Zusammenführung zu einem zentralen Standort dringend nötig macht.
Geplante Bauarbeiten und Sanierungen
Ein großer Teil des Vorhabens beinhaltet den Abriss von drei alten Gebäuden, darunter eine Reithalle und Garagen, bevor ab der heißen Phase der Tiefbaumaßnahmen im Sommer 2026 mit dem Neubau eines Bürogebäudes und eines Garagenkomplexes begonnen wird. Alle Neubauten sollen sich in die bestehende Architektur der Umgebung einfügen. Dieses Unterfangen wird durch den Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen (LBIH) verantwortet.
Doch die Zollbehörden stehen nicht nur im Fokus von Bauprojekten, sondern auch von Ermittlungen, die jüngst ins Rollen kamen. Am 29. Januar 2025 führte das Hauptzollamt Gießen unter dem Decknamen „Honeypot“ umfangreiche Maßnahmen gegen illegale Beschäftigung im Bauwesen durch. Über 300 Einsatzkräfte durchsuchten 21 Wohn- und Geschäftsräume in Hessen, Bayern und Bremen.
Schlag gegen illegale Beschäftigung
In diesem Zusammenhang wurden drei Personen – zwei Bosnier und ein Deutscher – in Kassel festgenommen. Die Betroffenen im Alter von 55 bis 66 Jahren stehen im Verdacht, als Hintermänner für einen gewerbsmäßigen Betrug und die Einschleusung ausländischer Arbeiter verantwortlich zu sein. Laut Informationen der Presseportal begaben sich die Bauarbeiter unter falschen Vorwänden nach Deutschland, nachdem sie über slowenische „Briefkastenfirmen“ angemeldet wurden.
Die Ermittlungen zielen auf massive Hinterziehungen von Steuern und Sozialabgaben; einige Berichte schätzen den Gesamtschaden auf rund 12 Millionen Euro. Beweismittel in Form von Computern und Mobiltelefonen wurden sichergestellt, und neun Bauarbeiter, die mit gefälschten Arbeitsvisa in Deutschland waren, wurden der Ausländerbehörde übergeben. Auch die Staatsanwaltschaft Kassel hat sich bereits eingeschaltet, um die Ermittlungen weiter voranzutreiben.
Die Maßnahmen gehen weiter, und es bleibt abzuwarten, welche weiteren Entwicklungen in diesem Komplex zutage treten werden. Ein harmonischer Baustart an der Licher Straße und die Aufklärung von Missständen am Bau – zwei große Themen, die Gießen in den kommenden Jahren beschäftigen werden.
Wie sich die Situation rund um den Zoll und die Baustellen weiter entwickelt, bleibt spannend. Aber eines ist sicher: Gießen ist gut dabei, um gerade jetzt mehr als nur neue Wände zu bauen.