Besucherrekord im Wiesbadener Museum: Ophelia erobert die Herzen!
Das Museum Wiesbaden feiert Rekordbesucherzahlen und präsentiert bedeutende Ausstellungen, darunter Friedrich Heysers „Ophelia“.

Besucherrekord im Wiesbadener Museum: Ophelia erobert die Herzen!
Das Museum Wiesbaden hat im vergangenen Jahr eine beeindruckende Besucherzahl von über 130.000 verzeichnet. Damit wird 2025 als das zweitstärkste Jahr in den letzten 25 Jahren in die Geschichtsbücher eingehen. Ein Zuwachs von rund 20.000 Besuchern im Vergleich zum Vorjahr, als 107.525 Neugierige das Museum besuchten, macht deutlich, dass der Kunstgenuss hoch im Kurs steht. Der geheimnisvolle Zauber der Kunst und die Beteiligung des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Forschung am kostenlosen Eintritt an den Wochenenden haben dieser Entwicklung sicherlich Vorschub geleistet.
Zahlreiche Schul- und Jugendgruppen haben das Museum für sich entdeckt, ein neuer Rekord mit über 1.000 Besuchen. Museumsdirektor Andreas Henning hebt hervor, dass der Zugang zu Kunst und Kultur während des Jubiläumsjahres entscheidend ist. Die Doppelausstellung zur Biene in Kunst und Natur sowie die außergewöhnlichen Präsentationen von Sven Drühl und Louise Nevelson ziehen zusätzliches Publikum an, während die Schau „Feininger, Münter, Modersohn-Becker…“ bis zum 26. April 2026 für Furore sorgt.
Ophelia erobert die Social-Media-Welt
Ein weiterer Höhepunkt im Museum Wiesbaden ist das Bild „Ophelia“ von Friedrich Heyser, das durch das Musikvideo „The Fate of Ophelia“ von Taylor Swift weltweit zum Social-Media-Phänomen avancierte. Die große Nachfrage nach Merchandise-Artikeln rund um das Gemälde führte zur Einrichtung eines Online-Shops, wo Fans Poster, Postkarten, T-Shirts und Tassen erwerben können. Dieses bemerkenswerte Interesse spiegelt die Verbindung zwischen Kunst und Popkultur wider und setzt einen neuen Maßstab für die Wahrnehmung klassischer Werke.
Doch wer verbirgt sich hinter der kreativen Kraft, die dieses Meisterwerk schuf? Friedrich Heyser, geboren 1857 in Gnoien, Mecklenburg, war in der deutschen Jugendstil- und Symbolismusbewegung kein unbeschriebenes Blatt. Seine künstlerische Ausbildung in der Königlichen Akademie der Bildenden Künste in Dresden unter den Künstlern Leon Pohle und Paul Mohn sowie seine weitere Fortbildung in Karlsruhe bei Ferdinand Keller prägten seinen Stil. Im Jahr 1890 verbrachte er sogar kurzzeitig Zeit an der Académie Julian in Paris, was seinen Horizont erweitern sollte.
Die geheimnisvolle Neuinterpretation
Wie Heysers Interpretation von Shakespeares „Hamlet“-Motiv zu einer eigenen Legende wird, zeigt das Gemälde, das Ophelia umgeben von weißen Seerosen und auf dem Wasser schwebend darstellt. Diese faszinierende Darstellung, die wahrscheinlich um 1900 entstanden ist, ist eine mysteriöse Hommage an das bekannte Werk von John Everett Millais, der diese Szene 1852 berühmt machte. Heysers Werk bringt den Betrachter in einen Zyklus aus Schönheit, Vergänglichkeit und der Poesie der Natur.
Die Beliebtheit von Künstlern der Präraffaeliten, die eine einzigartige Kombination aus Natur und Ornamentik schufen, fand in Heysers Werk ihren Widerhall und machte ihn zu einem fesselnden Teil der Kunstgeschichte. Ob er durch Swift tatsächlich eine Renaissance erlebt, bleibt spannend.