Auf den Spuren deutscher Auswanderer: Grams' Reisen in die USA

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Wolfgang Grams verbindet Oldenburg mit den USA, bietet Reisen auf den Spuren deutscher Auswanderer an und forscht zur Geschichte.

Wolfgang Grams verbindet Oldenburg mit den USA, bietet Reisen auf den Spuren deutscher Auswanderer an und forscht zur Geschichte.
Wolfgang Grams verbindet Oldenburg mit den USA, bietet Reisen auf den Spuren deutscher Auswanderer an und forscht zur Geschichte.

Auf den Spuren deutscher Auswanderer: Grams' Reisen in die USA

In der faszinierenden Welt der Auswanderung bietet Wolfgang Grams mit „Routes to the Roots“ eine besondere Verbindung zwischen Deutschland und den USA. Der promovierte Literaturwissenschaftler hat sich auf die Spuren deutscher Einwanderer spezialisiert und organisiert Reisen, die diesen historischen Weg nachzeichnen. So berichtet NWZonline über seine Leidenschaft für die Geschichte und Kultur der Einwanderer, wie auch die Natur der USA. Von Minneapolis bis Chicago, Grams führt Urlauber an Orte, die für die deutschen Auswanderer von Bedeutung waren.

Seine Arbeit geht über einfache Reisen hinaus. Grams hat auch das Programm „Incoming“ ins Leben gerufen, das Amerikanern hilft, ihre Wurzeln in Deutschland zu entdecken. Dies zeigt sein Engagement für kulturelle Brücken zwischen den beiden Ländern. Besonders während einer Reise im Jahr 2024 schätzte Mette Kupfer-Engel, eine Teilnehmerin, das persönliche Treffen mit Nachfahren von deutschen Einwanderern, was für viele eine emotionale Erfahrung darstellt.

Die Auswanderung aus Oldenburg

Neuen Auftrieb erhält Grams‘ Engagement durch zahlreiche Vorträge, unter anderem zu Themen der Amerikaauswanderung aus dem Nordwesten Deutschlands. In seinem Vortrag „Das Streben nach Glück – Wildeshausen und die Amerikaauswanderung“, organisiert vom Bürger- und Geschichtsverein, stellte er beeindruckende Fakten vor. Er schätzt, dass bis zu 8.000 Menschen aus dem alten Amt Wildeshausen in die USA auswanderte, viele davon ohne die offiziellen Verfahren. Laut Kreiszeitung war der Hauptgrund für die Auswanderung im 19. Jahrhundert der Wunsch nach Zugang zu Land, verstärkt durch den „Homestead Act“ von 1862, der setzten, dass Landbesitz für viele eine greifbare Möglichkeit war.

Grams unterstützt seine Ausführungen mit historischen Dokumenten und der Analyse von Auswandererlisten. Ein markantes Beispiel ist die Familie des Hermann Voigt aus Lintel, die 1869 in Nebraska ankam und deren Angelegenheiten im Kirchenbuch festgehalten sind. Solche Geschichten geben den Auswanderern ein Gesicht und verdeutlichen die Träume und Herausforderungen, die mit einer solchen Entscheidung einhergingen.

Herausforderungen der Auswanderung

Die Entscheidung zur Auswanderung war oftmals kein leichter Schritt. Deutsche Digitale Bibliothek beschreibt, dass viele Auswanderer vor Herausforderungen standen, wie etwa die Erlangung von Ausreiseerlaubnissen oder die Angst vor militärischen Verpflichtungen. Für viele war die Vorstellung vom Neuanfang ein Lichtblick, auch wenn der Weg dorthin steinig war. Häufig waren es nicht nur Männer, die auswanderten – zwischen 1880 und 1920 lag der Frauenanteil unter den Einreisenden bei fast 50 Prozent. Diese Frauen suchten nach mehr Unabhängigkeit, oft in Begleitung von Familienangehörigen oder Ehemännern.

Grams äußert, dass die aktuelle politische Lage in den USA für ihn und seine Arbeit eine Herausforderung darstellt. Viele Touristen scheuen sich, eine Reise in die USA zu planen, was hinsichtlich des kulturellen Austausches und der Verbindungen zwischen den Nationen schade ist. Dennoch zeigt er Verständnis für die Sorgen der Menschen und betont, dass der Austausch nie ganz versiegen sollte.

Wolfgang Grams bietet nicht nur einen Blick in die Vergangenheit, sondern trägt auch dazu bei, dass die Geschichten der Auswanderer lebendig bleiben, getreu dem Motto: „Routes to the Roots“ – zurück zu den Wurzeln.