Vechta startet wegweisendes Pflegeprojekt: Bessere Bedingungen für alle!
Die St. Hedwig-Stiftung in Vechta startet 2024 ein Pilotprojekt zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte und Pflegequalität.

Vechta startet wegweisendes Pflegeprojekt: Bessere Bedingungen für alle!
Im Herzen von Vechta wird derzeit ein bedeutendes Pilotprojekt zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte umgesetzt. Die St. Hedwig-Stiftung hat im März 2024 die Initiative gestartet, die nicht nur die Qualität der Pflege sichern, sondern auch die Arbeitsbelastung des Pflegepersonals verringern soll. Diese Maßnahmen stehen im Kontext der Einführung des neuen Personalbemessungsverfahrens PeBeM, das die Personalplanung in vollstationären Pflegeeinrichtungen revolutionieren soll. Wie om-online.de berichtet, führt die Pflegedienstleiterin Juliana Edich eine umfassende Analyse durch, um die individuellen Pflegebedarfe und die Qualifikationen der Mitarbeitenden zu erfassen.
Unterstützt wird Edich von Horst Geers, einem Experten für Pflege und Qualitätsmanagement beim Landes-Caritasverband für Oldenburg. Diese Zusammenarbeit hat das Ziel, wissenschaftlich fundierte Personalanhaltswerte zu schaffen. Das Pilotprojekt ist hierbei als Wegbereiter gelungen, um die Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte nachhaltig zu verbessern. So sieht die Planung unter anderem eine übergeordnete qualifizierte Tages-Pflegefachkraft vor, die als zentrale Anlaufstelle für Informationen fungiert.
Optimaler Personaleinsatz im Fokus
Ein weiterer Aspekt des Projekts ist die neue Dienstzeitgestaltung, die besonders familientauglich ist – ein echter Vorteil für junge Mütter. Pflegekräfte profitieren von längeren Schichten und weniger Arbeitstagen, was nicht nur die Work-Life-Balance erhöht, sondern auch dazu beiträgt, Fachkräfte langfristig im Beruf zu halten. „Im Laufe des Projekts wird der Fokus immer auf den Bedürfnissen der Bewohner liegen“, erklärt Edich.
Das Personalbemessungsverfahren PeBeM, das seit 2023 eingeführt ist und bis Ende 2025 vollständig umgesetzt werden soll, bietet eine individuelle Ermittlung des Personalbedarfs jeder Pflegeeinrichtung. Diese Maßnahme, wie carerockets.com erläutert, berücksichtigt nicht nur die Anzahl der Pflegebedürftigen, sondern auch deren Pflegegrad. „Eingeführt wurde das Verfahren aufgrund einer Studie von Professor Dr. Heinz Rothgang, die umfassende Analysen in 62 Einrichtungen vornahm,“ heißt es in dem Bericht. Die Personalquote wird künftig durch Faktoren bestimmt, die die Pflegegrade der Bewohner und die Qualifikationen der Mitarbeitenden berücksichtigen.
Strukturen anpassen für bessere Pflegequalität
Laut den Informationen von ppm-online.org wird ab 2025 die Fachkraftquote strenger geregelt, um die Versorgungsqualität zu sichern und die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Ziel ist es, mindestens 40 Prozent der Mitarbeitenden als Fachkräfte, 30 Prozent als Assistenzkräfte und 30 Prozent als Hilfskräfte einzustellen. Dabei soll der Übergang zu einem neuen organisatorischen Aufbau reibungslos erfolgen, was jedoch nicht ohne Herausforderungen sein wird.
Die Erkenntnisse aus dem laufenden Projekt sollen als Grundlage für die zukünftige Personalausstattung dienen und könnten auch eine zentrale Verhandlungsbasis zur Aufstockung des Personals bereitstellen. Dies könnte laut den Analysen nicht nur eine Win-win-Situation für die Pflegebedürftigen und deren Angehörige, sondern auch für die Mitarbeitenden darstellen – ein lohnenswertes Ziel, das im Sinne aller Beteiligten weiter verfolgt werden sollte.