Zukunft der Tagesbildungsstätten in Wilhelmshaven gefährdet!
In Wilhelmshaven droht das Aus für Tagesbildungsstätten, was schwerbehinderte Kinder wie Mateo betrifft. Eltern fordern Lösungen.

Zukunft der Tagesbildungsstätten in Wilhelmshaven gefährdet!
In Niedersachsen stehen die Tagesbildungsstätten vor einer ungewissen Zukunft. Wenn bis 2027 keine gemeinsame Finanzierungslösung gefunden wird, könnte dies fatale Folgen für zahlreiche Kinder haben. Zu den betroffenen Familien gehört auch die von Mateo aus Wilhelmshaven. Der sechsjährige Junge ist schwerbehindert, kann nicht laufen, nicht alleine essen und keinen Stift halten. Diese individuelle Betreuung ist für Mateo essentiell, wie auch seine Mutter, Mona Petrus, unterstreicht. Sie macht deutlich, dass die positive Entwicklung ihres Sohnes eng mit der Förderung in der Tagesbildungsstätte verbunden ist. Wenn diese Einrichtungen geschlossen werden, droht ein Versorgungsausfall für Mateo und viele andere Kinder in vergleichbaren Situationen. NWZ Online berichtet, dass Gerichte entschieden haben, die bisherige Finanzierung über die Eingliederungshilfe sei rechtswidrig, was die Schließung von Tagesbildungsstätten zur Folge haben könnte.
Die rechtliche Lage ist angespannt. Tagesbildungsstätten genießen in Niedersachsen zwar einen schulähnlichen Status, gelten aber nicht als Schulen, was eine Umwandlung in Förderschulen notwendig macht. Bisher gibt es seitens des Landes Niedersachsen jedoch kaum konkrete Vorschläge zur Umwandlung dieser Einrichtungen. Auch die Sorge der Eltern ist groß: Malte Kirchner, ein weiterer Vater, weist darauf hin, dass die gesellschaftliche Teilhabe seines Sohnes in Gefahr sei, sollte die Einrichtung schließen.
Die Bedeutung der Tagesbildungsstätten
Tagesbildungsstätten erbringen in Niedersachsen einen wichtigen Dienst. Sie bieten schulische Förderung für Kinder und Jugendliche mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf im Förderschwerpunkt geistige Entwicklung. Deutsche Tagesbildungsstätten existieren seit den 1950er Jahren und erfüllen eine essentielle Rolle in der Wahrnehmung der Schulpflicht für jene Kinder, die spezielle Unterstützung benötigen. Von den 76 Tagesbildungsstätten in Niedersachsen, die im Jahr 2021 etwa 3000 Kinder und Jugendliche betreuten, sind die meisten zwischen 11 und 18 Jahren alt. Diese Einrichtungen haben nicht nur niedrige Schließtage, sondern bieten auch eine individuelle Förderung, die in Förderschulen nicht immer garantiert werden kann. Wikipedia hebt hervor, dass ein Wechsel zu Förderschulen den bestehenden Bedürfnissen der betroffenen Kinder möglicherweise nicht gerecht werden kann.
Um die Zukunft der Tagesbildungsstätten zu sichern, sind bereits Planungsgruppen in mehreren Regionen Niedersachsens eingerichtet worden. Diese Gruppen kümmern sich um die bedarfsorientierte Weiterentwicklung der Tagesbildungsstätten und arbeiten gemeinsam mit Schulträgern, Elternvertretern und Schulleitungen an neuen Modellen. Ziel bleibt es, die individuellen Bedürfnisse aller Schülerinnen und Schüler, die eine sonderpädagogische Unterstützung benötigen, in den Fokus zu rücken. Die entsprechenden regionalen Landesämter für Schule und Bildung sind für die Umsetzung zuständig und begleiten den Entwicklungsprozess. Bildungsportal Niedersachsen spricht von einer wichtigen Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Bildungsträgern, die zeigt, wie groß der Handlungsbedarf bereits ist.
Die Diskussion um die Zukunft der Tagesbildungsstätten ist daher nicht nur eine Frage der Finanzierung, sondern auch eine gesellschaftliche Herausforderung, die alle Beteiligten betrifft. Das Wohl der Kinder wie Mateo hängte davon ab, dass diese Einrichtungen die nötige Unterstützung erfahren, um weiterhin individuelle Förderung bieten zu können. Sollte die Umwandlung in Förderschulen tatsächlich vollzogen werden, wird sich zeigen müssen, ob diese die gleichen Möglichkeiten wie die Tagesbildungsstätten leisten können.