Sabine Preiser-Marian: Bad Münstereifels Krisenmanagerin im Rückblick
Sabine Preiser-Marian, ehemalige Bürgermeisterin von Bad Münstereifel, blickt auf eine herausfordernde Amtszeit zurück.

Sabine Preiser-Marian: Bad Münstereifels Krisenmanagerin im Rückblick
Bad Münstereifel und seine Bürger stehen am Wendepunkt: Sabine Preiser-Marian, die bis zum 31. Oktober 2025 Bürgermeisterin war, hinterlässt ein zwiespältiges Erbe. Nach fast zehn Jahren im Amt trat sie unter schwierigen Umständen zurück, nachdem sie zunächst durch den tragischen Tod ihres Konkurrenten und die Herausforderungen von Pandemie, Flüchtlingskrise und gewaltiger Flutkatastrophe geprägt war. Ihre Amtszeit war also alles andere als gewöhnlich.
Nach der verheerenden Flutkatastrophe, die Bad Münstereifel im Jahr 2021 schwer getroffen hatte, zeigte Preiser-Marian Führungsstärke. Ihre Fähigkeit, unbürokratische Entscheidungen zu treffen, beschleunigte den Wiederaufbau erheblich. Sie wurde zu einem Gesicht des Wiederaufbaus, nicht nur in der Stadt, sondern auch in den Dörfern der Umgebung, wo es zunehmend Unmut über langsame Fortschritte gab. Bei mehreren Gelegenheiten besuchten prominente Politiker wie Angela Merkel und Olaf Scholz Bad Münstereifel, was die Bedeutung ihrer Arbeit unterstrich.
Herausforderungen und Rückhalt
Die Herausforderungen für Preiser-Marian waren vielfältig. Neben den anhaltenden Sorgen um die Flüchtlingsunterbringung, für die sie sogar Drohbriefe erhielt, kam eine Vielzahl an administrativen Schwierigkeiten, die den Wiederaufbau erschwerten. Insbesondere die Probleme mit den Nutrias, die die Stadt plagen, zeigen, dass es auch im Kleinen viel zu handhaben gibt.
In der politischen Arena war ihre zuletzt gescheiterte Kandidatur zur Landrätin ein harter Rückschlag. Sie sah die Niederlage jedoch nicht als eine persönliche, sondern als eine Entscheidung für den Amtsinhaber. Kritische Stimmen richteten sich gegen die steigende Kreisumlage und den angespannten wirtschaftlichen Zustand des Kreises. Preiser-Marian setzte sich energisch für Investitionen ein, besonders in erneuerbare Energien und neue Wohngebiete. Ihre Bemühungen, die wirtschaftliche Lage Bad Münstereifels zu verbessern, waren entscheidend.
Ein Abschied und ein zugkräftiger Nachfolger
Preiser-Marians Amtszeit war gezeichnet von einem Spannungsfeld: Auf der einen Seite die Fortschritte beim Wiederaufbau, auf der anderen Seite interne Probleme aufgrund von Sparzwängen und Stellenabbau in der Verwaltung. Trotz aller Widrigkeiten stellte sie sich hinter ihre Mitarbeiter und wies Vorwürfe über eine schlechte Stimmung im Rathaus zurück. Ihr Rückhalt fiel auf ihre Familie, die sie durch diese turbulente Zeit begleitete.
Mit ihrem Abschied wünscht Preiser-Marian ihrem Nachfolger, Sebastian Glatzel, alles Gute, und hofft, dass er den Wiederaufbau weiter effektiv vorantreibt. Sie hebt hervor, dass sie viele Fördermittel für die Stadt sichern konnte, die dem Wohl Bad Münstereifels dienen sollen.
Insgesamt bleibt der Blick auf Bad Münstereifel unter Preiser-Marians Leitung ein gemischtes Bild: Ein Ort im Aufbruch, der jedoch auch vor großen Herausforderungen steht. Die nächsten Schritte werden entscheidend sein, um das Fundament für eine nachhaltige Entwicklung zu legen.