In einem packenden Finale der Copa del Rey hat Pellegrino Matarazzo mit Real Sociedad San Sebastián den spanischen Fußball-Pokal gewonnen. Das Endspiel fand in Sevilla statt, wo San Sebastián gegen Atlético Madrid im Elfmeterschießen triumphierte. Nach einer spannenden Verlängerung stand es 2:2, bevor die Schützen ans Werk gingen und San Sebastián mit 4:3 die Oberhand behielt. Besonders bemerkenswert ist, dass Matarazzo, der zuvor Trainer des VfB Stuttgart und der TSG Hoffenheim war, erst ein Jahr nach seinem Abschied aus der Bundesliga bei Real Sociedad unterschrieb und den Verein auf Platz 16 übernahm. Unter seiner Leitung konnte das Team nun um die Europa-Qualifikation kämpfen.
Die Partie begann furios, als Ander Barrenetxea bereits nach 15 Sekunden per Kopf den Führungstreffer für San Sebastián erzielte. Doch Atlético Madrid ließ sich nicht lange bitten und glich durch Ademola Lookman in der 19. Minute aus. Mikel Oyarzabal sorgte mit einem verwandelten Elfmeter vor der Pause für die erneute Führung der Basken, bevor Julián Álvarez in der 83. Minute den Ausgleich für die Madrilenen erzielte. In der Verlängerung hatte Álvarez Pech, als er nur das Lattenkreuz traf. Im Elfmeterschießen scheiterten sowohl Alexander Sörloth als auch Julián Álvarez an San Sebastiáns Torwart Unai Marrero, während Pablo Marín den entscheidenden Elfmeter verwandelte und das Team zum Pokalsieg führte.
Der Aufstieg unter Matarazzo
Unter Matarazzos Führung ist eine spürbare positive Entwicklung des Vereins festzustellen, die in den spanischen Medien als „Efecto Matarazzo“ bezeichnet wird. Der Kader besteht zu 60-70% aus Spielern aus der Region, was die Verbundenheit mit dem Verein und der Stadt San Sebastián unterstreicht. Matarazzo genießt nicht nur die Lebensqualität in der malerischen Küstenstadt, sondern auch die kulinarischen Angebote der Region. Spaziergänge am Strand helfen ihm, seine Gedanken zu sortieren und Taktiken zu entwickeln.
Die Herausforderung, in neuen Situationen zu arbeiten, schätzt der 48-jährige Trainer besonders. Er hat in 18 Pflichtspielen mit San Sebastián bereits 11 Siege gefeiert und zeigt sich motiviert, das Team weiter zu verbessern. Um seinen Co-Trainer Ömer Toprak, einen ehemaligen Bundesliga-Spieler, hat sich ein wenig Humor entsponnen, da Toprak Schwierigkeiten mit der spanischen Sprache hat. Matarazzo plant, zu Beginn der nächsten Saison alle Gespräche auf Spanisch zu führen, was ihm allerdings auch nicht leichtfällt, da die baskische Sprache eine zusätzliche Hürde darstellt.
Die Copa del Rey – Ein traditionsreiches Turnier
Die Copa del Rey ist ein bedeutendes Turnier im spanischen Fußball, das bereits seit der Saison 1903 ausgetragen wird. In dieser langen Tradition haben viele namhafte Vereine um den Titel gekämpft, darunter auch Athletic Bilbao, Real Madrid und FC Barcelona. San Sebastián selbst konnte den Pokal in der Vergangenheit bereits mehrfach gewinnen, unter anderem 1987, als sie im Finale Atlético Madrid besiegten. Mit dem aktuellen Triumph unter Matarazzo wird die Geschichte des Clubs um ein weiteres Kapitel bereichert und die Erfolgsgeschichte fortgeschrieben.
Die spannenden Spiele der Copa del Rey zeigen immer wieder, wie dynamisch und unberechenbar der Fußball sein kann. Die Leidenschaft der Spieler und die Unterstützung der Fans machen jedes Finale zu einem unvergesslichen Erlebnis. San Sebastián hat nun die Möglichkeit, in der kommenden Saison auf der europäischen Bühne zu glänzen und die Hoffnungen der Anhänger zu erfüllen.