Kreistag Siegen-Wittgenstein: Wer schafft die nötigen Mehrheiten?

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Am 7. November 2025 tagt der neue Kreistag Siegen-Wittgenstein. Wichtige Fragen zur finanziellen Ausrichtung und Mehrheiten stehen im Fokus.

Am 7. November 2025 tagt der neue Kreistag Siegen-Wittgenstein. Wichtige Fragen zur finanziellen Ausrichtung und Mehrheiten stehen im Fokus.
Am 7. November 2025 tagt der neue Kreistag Siegen-Wittgenstein. Wichtige Fragen zur finanziellen Ausrichtung und Mehrheiten stehen im Fokus.

Kreistag Siegen-Wittgenstein: Wer schafft die nötigen Mehrheiten?

Am Freitag, dem 7. November, um 16 Uhr, findet die konstituierende Sitzung des neu gewählten Kreistags Siegen-Wittgenstein im Geisweider Rathaus statt. Bei dieser Sitzung wird sich entscheiden, ob Landrat Andreas Müller von der SPD die notwendigen Mehrheiten erreichen kann, um seine politischen Vorhaben umzusetzen. Vor allem zwei zentrale Fragen drängen sich auf: Wie können die finanziellen Richtungen des Kreises gestaltet werden und welche Koalitionen sind möglich?

Der Kreistag wird von der CDU mit 18 Sitzen angeführt, gefolgt von der SPD, die mit 14 Sitzen aufwarten kann, und der AfD, die 10 Mandate im Gepäck hat. Auch andere Fraktionen sind im neuen Kreistag vertreten, darunter die Grünen mit 4, die FDP mit 3, die Linke mit 3, die UWG mit 2, die Freien Wähler mit 1 und Volt mit ebenfalls 1 Sitz. CDU-Fraktionsvorsitzender Hermann-Josef Droege hebt die Bedeutung von Kompromissen und breiten Mehrheiten hervor. Die Vorfreude bei SPD-Fraktionssprecher Julian Maletz ist spürbar, allerdings bemängelt er die unklaren Mehrheitsverhältnisse, die durch die gestiegene Anzahl der AfD-Mandate entstehen.

Politische Stimmung im Kreistag

Die AfD zeigt sich unter ihrem Fraktionschef Christian Zaum unabhängig und kündigt an, keine Zusammenarbeit mit der Linken, Volt oder Grünen anzustreben. Das steht im Gegensatz zur Haltung von Ulrich Schmidt-Kalteich von den Grünen, der auf mögliche Kooperationen mit anderen demokratischen Fraktionen setzt, besonders in Bezug auf Themen wie sozialen Zusammenhalt und Klimaschutz. Ingo Langenbach, Fraktionschef der Linken, schließt jegliche Zusammenarbeit mit der AfD aus, ist aber offen für Allianzen mit anderen demokratischen Gruppen.

Der FDP-Fraktionssprecher Guido Müller stellt das Augenmerk auf zentrale Themen wie den Krankenhausverbund, Kinder- und Jugendpsychiatrie, sowie die Digitalisierung der Kreisverwaltung. In dieser abwechslungsreichen politischen Landschaft wird die Zusammenarbeit zwischen den Fraktionen eine entscheidende Rolle spielen, um effektive Lösungen für die Bürger zu finden.

Die Linke und ihr Einfluss

Für die Linke wurde der Erfolg bei den Wahlen, bei denen sie ihre Position im Kreistag und in verschiedenen Stadträten der Region ausbauen konnte, als ein klares Signal gewertet. Im Kreistag wurden drei Mandate gesichert, und im Siegener Stadtrat konnte die Zahl auf fünf Mandate erhöht werden. In Hilchenbach hat die Linke jetzt zwei Vertreter, und auch in Netphen ist wieder eine linke Stadträtin im Amt.

Besonders bemerkenswert ist der Erstauftritt der Linken im Stadtrat von Kreuztal, wo sie gleich zwei Sitze erringen konnte. Mit einem landesweiten Stimmanteil von 5,6 Prozent stellt dies einen Rekord in Nordrhein-Westfalen dar. Der Kreisvorstand interpretiert das Wahlergebnis als Mandat, die erfolgreiche Arbeit fortzusetzen, um soziale Anliegen in den Mittelpunkt zu rücken. Der Landratskandidat Ingo Langenbach hat die Vision einer sozialen Gerechtigkeit und Chancengleichheit auch für die zukünftige politische Arbeit betont.

Mit all diesen Dynamiken blickt der Kreis Siegen-Wittgenstein auf eine spannende politische Zukunft. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Akteure bereit sind, die Herausforderungen gemeinsam anzugehen und die Interessen der Bevölkerung wirkungsvoll zu vertreten.