Kreis Alzey-Worms: Erfolge im Kampf gegen Afrikanische Schweinepest!
Im Landkreis Alzey-Worms sind seit Juli 2024 26 Fälle der Afrikanischen Schweinepest bestätigt. Schutzmaßnahmen und Jagdstrategien zur Reduktion der Wildschweinpopulation werden intensiv umgesetzt.

Kreis Alzey-Worms: Erfolge im Kampf gegen Afrikanische Schweinepest!
Im Landkreis Alzey-Worms gibt es derzeit keine neuen Fälle der Afrikanischen Schweinepest (ASP) zu vermelden. Laut wildundhund.de wurden seit Juli 2024 insgesamt 26 Fälle festgestellt, der letzte wurde am 17. März 2025 registriert. Die betroffenen Wildschweine stammen aus dem Gimbsheimer Altrhein, einem Kerngebiet, das jetzt strengen Sicherheitsmaßnahmen unterliegt.
Um die Ausbreitung der ASP zu stoppen, wurden gezielt Elektrozaun-Anlagen errichtet. Ein Zaun verläuft entlang des Rheins, um ein Eindringen der Seuche aus Hessen zu verhindern. Ein weiterer Zaun erstreckt sich entlang der Bahnlinie von Guntersblum bis Osthofen und entlang der Bundesstraße 9 südlich von Worms. Zudem wurden an den Autobahnen 63 und 61 entsprechende Fernriegel installiert, um das Eindringen von möglicherweise infizierten Wildschweinen zu unterbinden. Diese Maßnahmen sind Teil einer umfassenden Strategie, die darauf abzielt, die Wildschweinpopulation im betroffenen Gebiet zu reduzieren. Hierbei wurde die Zahl der Wildschweine von geschätzten 100 auf etwa 15 Tiere gesenkt.
Zusätzliche Maßnahmen zur Eindämmung
Die Jagdgesetze wurden ebenfalls angepasst: In Gebieten außerhalb der Kernzone darf auf andere Wildarten gejagt werden, wenn dort in den letzten fünf Jahren weniger als zwei Stück Schwarzwild pro 100 Hektar geschossen wurden. Momentan ist die Jagd nur als Ansitzjagd mit Schalldämpfer gestattet. In den vergangenen Wochen wurden die Jagdeinschränkungen mehrfach gelockert, zuletzt im März 2025.
Um die Wildschweine weiter zu überwachen, kommen Hundestaffeln und Drohnenflüge zum Einsatz. Im Naturschutzgebiet Seegraben wurden noch einige Wildschweine gesichtet, doch auch hier hat sich die Population stark reduziert. Die Abgrenzung des betroffenen Gebietes ist inzwischen abgeschlossen, was die Gefahr einer Verbreitung der ASP weiter verringert hat.
Das große Ganze
Die Gefahr durch die ASP ist jedoch nicht nur ein regionales, sondern ein nationales Thema. In Deutschland wurden 2024 insgesamt 871 ASP-Fälle registriert, darunter 11 bei Hausschweinen. Die Infektionsgefahr stammt vor allem von Wildschweinen, die als Hauptüberträger der Krankheit gelten. Interessanterweise weisen Experten darauf hin, dass Viren der ASP lange im Fleisch überleben können und der Mensch einen entscheidenden Risikofaktor darstellt. Dies geschieht häufig durch unsachgemäß entsorgte Speisereste, die als Nahrungsquelle für Wildschweine dienen könnten. Um dem entgegenzuwirken, gibt es Aufklärungskampagnen des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft zur Hygiene in der Schweinehaltung.
Nach den aktuellen Vorgaben des europäischen Tiergesundheitsrechts kann eine Sperrzone II nur dann aufgehoben werden, wenn über einen Zeitraum von zwölf Monaten kein ASP-positives Tier nachgewiesen wird. Das zeigt, wie ernst die Situation in anderen Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen genommen wird. Hier dürfen Jäger spezielle Nachtsichtgeräte benutzen, um Wildschweine besser aufspüren zu können. Auch Maßnahmen zum Schutz kleinerer Schweinezuchtbetriebe sind in Planung, um Kontakt zwischen Wildschweinen und Hausschweinen zu verhindern, was essentielle Schutzmaßnahmen zur Bekämpfung der Seuche darstellt.
Die Entwicklungen in der Region sowie die fortlaufenden Maßnahmen zur Kontrolle der ASP verdeutlichen die Dringlichkeit und Wichtigkeit eines umfassenden Ansatzes zur Bekämpfung der Krankheit. Die Bevölkerung ist dabei eingeladen, sich aktiv zu beteiligen und auf die Risiken der Afrikanischen Schweinepest hinzuweisen, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.