Museumschef warnt: Nach Louvre-Raub steigt Sicherheitsdruck in Speyer!
Der Museumschef von Speyer äußert sich zur Sicherheit nach dem spektakulären Raub im Louvre und beleuchtet Risiken für Museen.

Museumschef warnt: Nach Louvre-Raub steigt Sicherheitsdruck in Speyer!
Nach dem spektakulären Raub im Louvre, der am 19. Oktober 2025 stattfand, sind die Sicherheitsvorkehrungen in Museen einmal mehr ins Blickfeld gerückt. Der Direktor des Historischen Museums der Pfalz, Alexander Schubert, äußert sich zur alarmierenden Situation, die den kunstaffinen Raum in Europa in den vergangenen Monaten geprägt hat. „Museen sind kein Fort Knox“, bringt er die Herausforderung auf den Punkt und verdeutlicht, dass trotz bestmöglicher Sicherheitsmaßnahmen die Zugänglichkeit für Besucher ein essentieller Aspekt bleibt. Die brutalen Vorgehensweisen der Täter, die ausschließlich an materiellem Wert interessiert sind, erschrecken ihn zutiefst, wie rheinpfalz.de berichtet.
Die Umstände des Raubs im Louvre sind beunruhigend: Das Vorgehen von vier Tätern, die sich als Bauarbeiter verkleidet hatten und in Windeseile gleich acht kostbare Schmuckstücke erbeuteten, zeigt, dass Sicherheitslücken fatale Folgen haben können. So wurden unter anderem Schmuckstücke von prominenten historischen Gestalten wie Kaiserin Eugénie und Marie-Louise gestohlen, wobei die Diebe sogar während der Flucht ein wertvolles Stück verloren haben. Dies ist symptomatisch für einen Trend, der immer mehr Städte in Europa betrifft – spektakuläre Diebstähle und das gezielte Ausnutzen von Schwachstellen in der Sicherheitsarchitektur von Museen. Deutschlandfunk Kultur hebt hervor, dass ähnliche Vorfälle in Dresden, Berlin und anderen Städten ebenfalls immer wieder Schlagzeilen machen.
Sicherheitslage in Museen
Schubert stellt klar, dass im Historischen Museum der Pfalz kontinuierlich an der Verbesserung der Sicherheitsmaßnahmen gearbeitet wird. Alarmanlagen und Raumüberwachung sind Standard, insbesondere bei Leihgaben, wie im Fall der Ausstellung „Caesar und Kleopatra“. Für diese wurden Hochsicherheitsvitrinen mit Alarmanlagen installiert. Nach dem Raub im Louvre befürchtet er jedoch, dass Leihgeber ihre Sicherheitsanforderungen anheben könnten. „Das Thema Sicherheit ist uns wichtig“, bekräftigt Schubert, während er gleichzeitig betont, dass eine vollständige Sicherung nicht möglich ist, solange Museen für das Publikum zugänglich bleiben müssen.
Kritisch wird die Sicherheitslage im Louvre selbst betrachtet: Berichte belegen, dass es unzureichende Sicherheitskräfte gab und einige kritische Überwachungssysteme, wie zum Beispiel Kameras an Stellen mit wertvollen Exponaten, fehlen. Diese Mängel könnten auch eine Rolle bei früheren Diebstählen gespielt haben, wie etwa einem Vorfall im Historischen Museum der Pfalz, bei dem eine Holzschnitzfigur während der Öffnungszeiten gestohlen wurde. Der gestohlene „Hottenmann“ hatte damals einen Wert von etwa 20.000 Euro, und die Aufklärung blieb bislang aus.
Die Herausforderungen der Museumsicherheit
Der Fall Louvre wirft Fragen hinsichtlich der Sicherheitstechnik auf, die für viele Museen finanziell nicht tragbar ist. Es wird zudem auf die Personalsituation hingewiesen; Gewerkschaften haben die unzureichende Bezahlung und das schlechte Personalmanagement kritisiert, was zu einem Rückgang an qualifizierten Sicherheitskräften führt. Dies verschärft die Lage noch weiter, denn je weniger Sicherheitskräfte vor Ort sind, desto anfälliger werden die Einrichtungen für Diebstähle. Schubert verweist auf die wichtige Rolle der Sicherheitskräfte, die oft unterbesetzt sind, und macht deutlich, wie ausschlaggebend ein gutes Sicherheitskonzept ist.
Zusammengefasst, die jüngsten Ereignisse zeigen eindrücklich, dass Museen, als Orte der Kultur und Bildung, in einem ständigen Spagat zwischen Zugänglichkeit und Sicherheit gefangen sind. Während Schubert zuversichtlich ist, dass sein Team gut aufgestellt ist, bleibt dennoch die ständige Herausforderung, den Schutz der wertvollen Exponate mit der gewollten Publikumsnähe in Einklang zu bringen. Ein Balanceakt, der wie nie zuvor auf die Agenda gerückt wird. In Zukunft wird es entscheidend sein, wie Museen auf die Anforderungen an Sicherheit reagieren und ob sie bereit sind, in die dringend benötigten technischen Maßnahmen zu investieren, um ihre Schätze zu schützen.