Energie-Engpass in Hauenstein: Gemeinde rettet E-Werk mit 500.000 Euro!
Der Energiebetrieb Hauenstein in Südwestpfalz benötigt kurzfristig 500.000 Euro. Die Gemeindekasse plant eine Eilentscheidung.

Energie-Engpass in Hauenstein: Gemeinde rettet E-Werk mit 500.000 Euro!
Die Finanzlage des Energie- und Bäderbetriebs Hauenstein ist derzeit angespannt. Es droht ein Liquiditätsengpass, der eine schnelle Reaktion erfordert. In einer Ratssitzung am 21. Januar soll entschieden werden, ob die Gemeinde eine Zahlung von 500.000 Euro zur Überbrückung bereitstellt. Diese Information hat Rheinpfalz veröffentlicht. Der Energieanbieter hat aktuell nicht genügend Mittel, um die laufenden Kosten zu decken, ein Umstand, der in der Region nicht unbekannt ist.
Timo Pust, der Erste Beigeordnete für Finanzen, sieht die Situation als nicht dramatisch an. Er verweist darauf, dass der Finanzengpass im Januar ein typisches Phänomen sei, da in diesem Monat Rückerstattungen an besonders sparsame Kunden fällig werden, während die Nachzahlungen erst später einfließen. Bürgermeister Patrick Weißler merkt an, dass dieser Engpass erstmals auftritt, während frühere finanzielle Schwierigkeiten über die Einheitskasse der Verbandsgemeinde ausgeglichen werden konnten.
Kritische finanzielle Lage der Gemeinden
Doch die Situation in Hauenstein spiegelt ein größeres Problem wider, das viele Gemeinden betrifft. Laut dem KDZ – Zentrum für Verwaltungsforschung bleibt die Liquidität zahlreicher Gemeinden kritisch, selbst wenn das neue Gemeindepaket der Bundesregierung Investitionen unterstützt. Viele Gemeinden können ihren Betrieb nicht aus eigener Kraft finanzieren; es wird mit bis zu 40 Prozent „Abgangsgemeinden“ gerechnet, die auf Hilfe angewiesen sind. Das Ganze könnte ein ernsthaftes Problem für die kommunale Daseinsvorsorge darstellen, wie KDZ berichtet.
Reformen sind gefragt, um die Liquidität mittelfristig zu stabilisieren. Ohne entsprechende Maßnahmen könnte die Situation bis 2027 weiter dramatisch sinken. Der Bund hat zwar zusätzliche Finanzmittel in Höhe von 300 Millionen Euro zur Stabilisierung der Kommunen bereitgestellt, doch die Frage bleibt, ob diese aufgrund der bestehenden Liquiditätsprobleme von den Gemeinden auch abgerufen werden können.
Wirtschaftliche Ausblicke
Die Prognosen deuten darauf hin, dass die Gemeinden in den kommenden Jahren eine verstetigte Unterstützung brauchen werden. Aktuell bleiben nach Abzug der Umlagen, die für Landesaufgaben erhoben werden, nur 47 Cent von jedem Euro an Gemeinde-Ertragsanteilen für die kommunalen Aufgaben übrig. Bis 2027 könnte dieser Betrag sogar auf nur 40 Cent sinken, was die Handlungsfähigkeit der Gemeinden weiter einschränken würde.
Die finanzielle Misere ist nicht nur eine Herausforderung für die Gemeindeverwaltungen, sondern stellt auch die Qualität der kommunalen Dienstleistungen in Frage. Es braucht nicht nur kurzfristige Anpassungen, sondern auch strukturelle Reformen in Bereichen wie Gesundheitsfinanzierung und Grundsteuer, um eine nachhaltige finanzielle Basis zu schaffen. In dieser komplexen Situation müssen sowohl die Gemeinden als auch die übergeordneten Institutionen ein gutes Händchen bei den richtigen Entscheidungen zeigen, um die Zukunft der kommunalen Infrastruktur nicht aufs Spiel zu setzen.