Taxifahrer im Nürnberger Land kämpfen gegen Uber und Bolt!
Taxifahrer im Nürnberger Land fürchten sich vor Uber und Bolt. Ein Gutachten soll faire Wettbewerbsbedingungen schaffen.

Taxifahrer im Nürnberger Land kämpfen gegen Uber und Bolt!
In Nürnberg ist derzeit ein spannendes Ringen um jede Fahrgaststunde im Gange. Über die Stadtgrenzen von Nürnberg hinaus, im Nürnberger Land, machen Taxifahrer auf ihre Besorgnis aufmerksam: Die Ankunft von Fahrdiensten wie Uber und Bolt bringt die Branche zunehmend in Bedrängnis. Diese neuen Anbieter führen nicht nur zu einer erhöhten Konkurrenz, sondern werfen auch Fragen über Fairness und Werte im Transportsektor auf. Taxifahrer äußern schwerwiegende Bedenken über die Auswirkungen der Discountpreise dieser Dienste auf ihre Existenz. So berichtet nn.de über die Sorgen, die Taxifahrer aufgrund der aggressive Preisgestaltung und dem Drang der Mietwagenunternehmen in ihren Markt hegen.
Die Konkurrenz schläft nicht; momentan bieten in Nürnberg rund 500 Taxis ihre Dienste an, die alle Teil des öffentlichen Nahverkehrs sind. Taxifahrer wie Norbert Spitzer aus Nürnberg sind bereit, über alternative Preismodelle nachzudenken. Auch eine Einführung von Mindestpreisen könnte helfen, die Wettbewerbsbedingungen gerecht zu gestalten, wie in einem Gutachten zur Situation angedeutet wurde. Spitzer erklärte, dass er sogar mit einem Festpreis leben könnte, um für alle die faire Bedingungen zu schaffen, die sie verdienen.
Preisdumping oder Effizienz?
Taxifahrer in Deutschland protestieren laut br.de gegen die aggressive Preisgestaltung von BOLT und ähnlichen Diensten. Miran Ali von Mars Holding, dem Betreiber von 80 Autos für BOLT, weist diese Vorwürfe entschieden zurück und betont, dass die Preise durch einen effizienteren Einsatz der Fahrzeuge zustande kommen. So erhalten die Fahrzeuge ihre Fahrgäste über eine App, die die Aufträge schnell verteilt und dynamisch auf die Nachfrage reagiert. Das sorgt dafür, dass die Fahrer effizienter arbeiten können und weniger Zeit mit Herumstehen verschwenden.
Ein Beispiel verdeutlicht die Unterschiede: Eine Fahrt mit BOLT vom Nürnberger Hauptmarkt zum Flughafen kann in der Rushhour bis zu 21,60 Euro kosten und dauert etwa 25 Minuten. Im Vergleich dazu kostet die gleiche Strecke mit einem Taxi zwischen 22 und 24 Euro, wobei Taxiunternehmer von speziellen Durchfahrtsgenehmigungen profitieren und eine Fahrt in nur etwa 20 Minuten zurücklegen können.
Die Zukunft der Taxibranche
Die Taxizentrale in Nürnberg, die auf telefonische Vermittlung setzt, hat an guten Tagen bis zu 10.000 Anrufe. Trotz der Konkurrenz durch Apps sieht sie sich in gewisser Weise im Vorteil, da die herkömmliche Taxikultur tief verwurzelt ist. Dennoch bleiben Fragen zur Preisgestaltung und Wettbewerbsfähigkeit im Raum stehen, während die Stadt ein Gutachten erstellt hat, um auf diese Herausforderungen zu reagieren. Die Möglichkeit einer neuen Tarifstruktur, eventuell mit Festpreisen, könnte bereits im Frühsommer Realität werden und damit die Wege für ein harmonisches Nebeneinander der verschiedenen Dienste ebnen.
Das Geschehen um Uber und Bolt unterstreicht die tiefgreifenden Umwälzungen in der Mobilitätsbranche, die nicht nur lokale Taxiunternehmer, sondern auch die Pendler in der Region betreffen. Die Wettbeweber haben in kürzester Zeit den Markt gewendet. Ob sich die Taxifahrer durchsetzen können oder ob die App-Anbieter das Rennen machen – das bleibt abzuwarten.