Tierheim Saarbrücken setzt Aufnahmestopp: Was nun für Fundtiere?
Das Saarbrücker Tierheim verhängt ab 1. Januar 2026 einen Aufnahmestopp für Fundtiere, da der Vertrag mit den Kommunen endet.

Tierheim Saarbrücken setzt Aufnahmestopp: Was nun für Fundtiere?
Ein trauriger Tag für das Bertha-Bruch-Tierheim in Saarbrücken: Ab dem 1. Januar 2026 wird es keine Fundtiere und Sicherstellungen mehr aufnehmen. Dies verkündete die Institution am 30. Dezember 2025, nachdem der bestehende Tierbetreuungsvertrag mit den Städten und Gemeinden ausgelaufen ist. Der Grund? Erfolglos geführte Verhandlungen über einen neuen Vertrag. Die Verantwortung für Fundtiere fällt nun auf die Kommunen zurück, die gesetzlich verpflichtet sind, Unterbringungsmöglichkeiten und geeignete Sachkundige bereitzustellen.
Was bedeutet das für die Tiere und die Menschen, die sich für sie einsetzen? Die aktuelle Situation ist äußerst angespannt. Der alte Vertrag hatte eine Laufzeit von fünf Jahren, und die Kommunen zahlten lediglich 0,40 Euro pro Einwohner. Zum Vergleich: Tierheime in anderen Gemeinden, wie Homburg und Niederlinxweiler, erhalten 1,40 Euro oder sogar mehr pro Einwohner. Diese finanziellen Differenzen kann das Saarbrücker Tierheim nicht länger stemmen, was zur Entscheidung für den Aufnahmestopp führte.[Saarbrücker Zeitung] klärt darüber auf, dass das Tierheim in den letzten Jahren jährlich durchschnittlich 500 Tiere aufnahm, von denen etwa die Hälfte Fundtiere waren.
Finanzielle Herausforderungen und Personalengpässe
Die Situation ist noch prekärer, wenn man die steigenden Kosten in Betracht zieht. Mindestlohn, Tierarztkosten, Futterpreise und Energiekosten belasten das Tierheim stark. Zudem gehen die Spendeneinnahmen zurück, was die finanzielle Lage weiter verschärft. Mitarbeiter arbeiten oft am Limit für Mindestlohn, und es fehlt an finanziellen Mitteln für eine Aufstockung des Personals. Der Tierheimleiter betont die wichtige Rolle von Ehrenamtlichen, um die Arbeit aufrechtzuerhalten. In einem offenen Appell wird die Notwendigkeit eines neuen, tragbaren Tierbetreuungsvertrags unterstrichen[Tierheim Saarbrücken].
Laut dem Deutschen Tierschutzbund ist die Lage in vielen deutschen Tierheimen ähnlich besorgniserregend. Präsident Thomas Schröder spricht von einem dramatischen Rückgang der finanziellen Mittel in dreistelliger Millionenhöhe. Reale Hilfe von der Politik bleibt aus, und die Kommunen ziehen sich oft ihrer Verantwortung zurück. Die Notwendigkeit für eine langfristige Unterstützung durch den Bund ist offensichtlich – insbesondere wenn es um grundlegende Infrastruktur geht, die jetzt mehr denn je nötig wäre[Zeit].
Ein Aufruf zur gemeinsamen Verantwortung
Was sind die nächsten Schritte für das Saarbrücker Tierheim und die Tierliebhaber in der Region? Es ist wichtig, dass die Bürgerinnen und Bürger sich der Herausforderungen bewusst werden und die Einrichtungen unterstützen, sei es durch finanzielle Spenden, Sachspenden oder ehrenamtliche Hilfe. Die Themen Tierschutz und die Versorgung von Fundtieren dürfen nicht in den Hintergrund rücken – sie benötigen unsere volle Aufmerksamkeit und Unterstützung.
In Zeiten wie diesen zeigt sich, wie wichtig es ist, dass wir alle gemeinsam Verantwortung tragen. Das freut nicht nur die Tiere, sondern stärkt auch die Gemeinschaft in Saarbrücken. Lasst uns dafür sorgen, dass ein artgerechtes Zuhause für jeden Schützling möglich wird!