Vogelinsel Trischen: Ornithologin zieht Bilanz nach sechs Monaten allein
Mareike Espenschied, Vogelwartin auf Trischen, zieht Bilanz über ihre Zeit auf der unbewohnten Vogelinsel Dithmarschen.

Vogelinsel Trischen: Ornithologin zieht Bilanz nach sechs Monaten allein
Die Vogelinsel Trischen im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer ist zur Zeit das Zuhause von Mareike Espenschied, einer leidenschaftlichen Ornithologin und Vogelwartin. Seit nunmehr drei Monaten lebt sie allein auf dieser unbewohnten Insel, die etwa 10 Kilometer vom Dithmarscher Festland entfernt liegt. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, die vielfältige Vogelwelt zu beobachten und zu dokumentieren, was sich als eine wahre Herausforderung erweist. „In der ersten Zeit waren es vor allem die Kälte und die Ringelgänse, die meine Aufmerksamkeit gefesselt haben“, so Espenschied im Interview. Aktuell zeigt sich die Insel jedoch in einem anderen Licht: Der Hallig-Flieder blüht prächtig, und zahlreiche Seehunde sind mit ihren Jungen entlang der Küste anzutreffen
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Wie die Norddeutsche Rundschau berichtet, ist die Rückkehr der Alpenstrandläufer aus ihren arktischen Brutgebieten ein weiteres Highlight dieser Saison. Zudem versammeln sich Tausende Eiderenten und Brandgänse rund um die Insel zum Federwechsel, ein beeindruckendes Schauspiel in der unberührten Natur. Mareike Espenschied zieht eine Zwischenbilanz und merkt an, dass sich ihr Alltag drastisch verändert hat: „Die Tage hier vergehen langsamer und intensiver. Ohne den Trubel des Festlandes erlebe ich die Natur viel näher“.
Einblicke ins Leben auf Trischen
Die Vogelwarte auf Trischen ist für die Natur und das Gleichgewicht der Vogelpopulationen von großer Bedeutung. Dass nur ein Vogelwart von Mitte März bis Mitte Oktober auf der Insel leben darf, unterstreicht die exklusive und geschützte Natur der Region. Mareike Espenschied ist in guter Gesellschaft: Auf dem NABU-Blog wird über die aktuelle Vogelwartin Melanie Theel berichtet, die ebenfalls eine Ausbildung in Naturschutz absolviert hat und nach verschiedenen Freiwilligenprojekten nun ihre Erfahrungen in Trischen teilt. Sie möchte mit ihren Erlebnissen die Leser und Leserinnen für die Vielfalt und Unberührtheit des Ökosystems begeistern, was durchaus gut gelingt!
Trischen gilt als „Perle des Nationalparks“, da die Organismen und Lebensräume hier ungestört gedeihen können. Das Betreten der Insel erfordert eine Ausnahmegenehmigung, was sie noch wertvoller und schützenswerter macht. Dank des Engagements der Vogelwarte und der Naturschutzorganisationen gedeihen die Pflanzen und Tiere in diesem geschützten Raum fernab der Zivilisation.
Ein Paradies für Vogelbeobachter
Für begeisterte Vogelbeobachter ist Schleswig-Holstein ein wahres Eldorado. Insbesondere an der Ostseeküste und in den zahlreichen Naturschutzgebieten wie Geltinger Birk können über 200 Vogelarten das ganze Jahr über beobachtet werden. Birding Germany beschreibt die Vielfalt, die dieses Gebiet zu bieten hat, darunter Eiderenten, Ringelgänse und sogar der majestätische Seeadler.
Auf Trischen trifft man auf die weitreichende Vogelvielfalt, die sich hier ungestört gleichzeitig zeigt, und die Rückkehr der Alpenstrandläufer und die Versammlung der Eiderenten erfüllen die Luft mit Leben und Farbe. Dieses einmalige Erlebnis der Natur und der Tiere ist ein Grund mehr, warum die Vogelinsel Trischen und ihr Naturschutz so wichtig sind.
Es bleibt abzuwarten, welche weiteren Überraschungen die zweite Hälfte von Mareike Espenschieds Zeit auf der Vogelinsel mit sich bringt. Eines steht fest: Trischen ist und bleibt ein faszinierender Ort, der seinesgleichen sucht.