Neumünster: AfD gründet umstrittene Jugendgruppe Generation Deutschland
Aktuelle Nachrichten aus Schleswig-Holstein: Neue AfD-Jugendorganisation, Fußballerfolge und Gedenkveranstaltungen prägen die Region.

Neumünster: AfD gründet umstrittene Jugendgruppe Generation Deutschland
In einem bewegten Neumünster hat die AfD am vergangenen Wochenende ihre neue Jugendorganisation „Generation Deutschland“ ins Leben gerufen. Auf der Gründungsveranstaltung wurden rund 30 Ja- und 2 Nein-Stimmen für den neuen Vorsitzenden Jasper Griebel gezählt. Der 30-Jährige zielt darauf ab, die Kontrolle über die Jugendorganisation zurückzugewinnen, die zuvor mehr Unabhängigkeit hatte. Bei dieser entscheidenden Versammlung waren auch prominente Akteure der rechtsextremen Szene anwesend, darunter Götz Kubitschek, der als Chefideologe der neuen Rechten gilt, und der ausgeschlossene AfD-Mitglied Matthias Helferich, der rechtliche Schritte gegen seinen Ausschluss unternimmt. NDR berichtet, dass die Veranstaltung von circa 500 Gegendemonstranten begleitet wurde, die ein klares Zeichen gegen den Aufstieg dieser neuen rechten Bewegung setzen wollten.
Griebel selbst äußerte sich bei der Gründung ausgesprochen kontrovers. Er forderte, dass Integrationsverweigerer das Land verlassen sollten, und plädierte für die Einrichtung neuer Atomkraftwerke sowie für die Ausstattung der Bundeswehr mit Atomwaffen. Diese Forderungen stoßen in der politischen Landschaft auf teils heftige Kritik und werfen Fragen zur zukünftigen Ausrichtung der AfD auf. Die Tatsache, dass zahlreiche Vertreter des rechtsextremen Vorfeldes anwesend waren, lässt darauf schließen, dass die AfD versucht, ihre Jugendorganisation weiter zu radikalisieren und inhaltlich unverändert zu lassen. Tagesschau hebt die Bedeutung der Vorfeldorganisationen hervor, die eng mit extremistischen Akteuren verbunden sind.
Radikalisierung von Jugendbewegungen
Die zunehmende Radikalisierung junger Menschen im rechtsextremistischen Spektrum ist nicht zu übersehen. Laut den Verfassungsschutzbehörden ist vor allem der virtuelle Raum ein Brennpunkt. Hierzulande zeigen sich immer mehr Jugendliche, teils sogar Minderjährige, offen für gewaltorientierte Ideologien. Oft sind sie in sozialen Medien wie TikTok und Instagram aktiv, wo sie sich radikalen Gedanken aussetzen. Die Radikalisierung geschieht häufig ohne erkennbare Anbindung an klassische rechtsextreme Strukturen, was die Sicherheitsbehörden vor große Herausforderungen stellt. Verfassungsschutz berichtet, dass digitale Echokammern eine entscheidende Rolle als „Radikalisierungs-Katalysatoren“ spielen.
Diese neuen Bewegungen mobilisieren gegen die LSBTIQ-Community und andere soziale Gruppen. So trat die rechtsextreme Jugendgruppierung „Letzte Verteidigungs Welle“ zuletzt mit gewaltsamen Aktionen in Erscheinung, wobei ihre Mitglieder im Durchschnitt zwischen 14 und 21 Jahre alt sind. Diese Entwicklungen sollten alle gesellschaftlichen Akteure alarmieren und dazu führen, dass wir uns intensiv mit der Frage beschäftigen, wie wir junge Menschen vor solchen extremistischen Strömungen schützen können.