Jordanien und Syrien: Neue Wege für den Handel und die Wirtschaft!

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Der jordanische Verkehrsminister betont die Bedeutung der Zusammenarbeit mit Syrien zur Förderung des Handels und der Wirtschaftsentwicklung.

Der jordanische Verkehrsminister betont die Bedeutung der Zusammenarbeit mit Syrien zur Förderung des Handels und der Wirtschaftsentwicklung.
Der jordanische Verkehrsminister betont die Bedeutung der Zusammenarbeit mit Syrien zur Förderung des Handels und der Wirtschaftsentwicklung.

Jordanien und Syrien: Neue Wege für den Handel und die Wirtschaft!

Der jordanische Verkehrsminister Nidal Al-Qatamin hat kürzlich die Wichtigkeit einer engen Zusammenarbeit mit Syrien im Bereich des regionalen Straßenverkehrs unterstrichen. In einem Gespräch mit dem jordanischen Botschafter in Damaskus, Sufyan Al-Qudat, betonte er die Notwendigkeit, die bestehenden Hindernisse für den Transport jordanischer Lastwagen durch syrisches Territorium zu beseitigen. Diese Hindernisse haben direkte und spürbare Auswirkungen auf den bilateralen Handel und das Wirtschaftswachstum zwischen Jordanien und Syrien. Al-Qatamin meinte, dass eine Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur und der Logistikkette nicht nur den jordanischen Wirtschaftssektor beleben, sondern auch die Flexibilität im Straßenverkehr mit Libanon und Irak erhöhen könnte. Dies wäre ein echter Gewinn für alle beteiligten Länder.

Die jüngsten Entwicklungen haben ihren Ursprung in einem Treffen des höchsten jordanisch-syrischen Koordinationsrats am 20. Mai in Damaskus. Dort wurden grundlegende Schritte zur Entwicklung des Verkehrssektors besprochen. Ein gemeinsames technisches Treffen der syrisch-jordanischen Kommission fand anschließend am 25. und 26. Juni in Amman statt, um die Koordination weiter voranzutreiben und bilaterale Vereinbarungen zu aktivieren. Diese Bemühungen sind Teil einer umfassenderen Strategie zur Wiederbelebung der wirtschaftlichen Beziehungen, die in den letzten Jahren durch geopolitische Spannungen stark gelitten haben.

Historische Bezüge und aktuelle Herausforderungen

Die bilateralen Beziehungen zwischen Jordanien und Syrien haben eine lange Geschichte, die bis in die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg zurückreicht. Beide Länder entstanden durch ein geheimes Abkommen zwischen Großbritannien und Frankreich und waren über die Jahre hinweg verschiedenen Spannungen ausgesetzt. Besonders markant war die Unterstützung Syriens für die Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO) während der militärischen Auseinandersetzungen in den späten 1960er Jahren, die zu einem Bruch in den diplomatischen Beziehungen führte. Der Jom-Kippur-Krieg von 1973 gab jedoch Anlass zur Hoffnung auf eine schrittweise Normalisierung der Beziehungen, die immer wieder durch verschiedene Konflikte und Missverständnisse unterbrochen wurden.

Im Jahr 2012 dann, während des Syrischen Bürgerkriegs, erlebten die Beziehungen einen weiteren Rückschlag. Jordanien, das die syrische Regierung unter Bashar al-Assad in dieser Zeit ablehnte, öffnete unterdessen das Zaatari-Flüchtlingslager für die zahllosen syrischen Flüchtlinge, die auf der Flucht vor dem Konflikt waren. Der Konflikt führte zu einem signifikanten wirtschaftlichen Stillstand, da der Handel zwischen beiden Ländern fast völlig zum Erliegen kam. Der al-Naseeb Grenzübergang, der 2015 geschlossen wurde, war einst eine wirtschaftliche Lebensader für beide Seiten.

Der Weg nach vorn

Die Wiederöffnung des al-Naseeb Grenzübergangs im Oktober 2018 war ein wichtiger Schritt zur Normalisierung. Der Grenzübergang hatte vor seiner Schließung jährlich Einnahmen von etwa 600 Millionen US-Dollar generiert, mit mehr als 7.000 Lastwagen, die täglich die Grenze überquerten. Die Wiederbelebung dieser wichtigen Handelsroute könnte Jordanien helfen, wirtschaftliche Vorteile zu ziehen, besonders für die Provinzen Ramtha und Irbid, die stark vom Handel mit Syrien abhängen. Der Transport von Textilien und landwirtschaftlichen Produkten aus Syrien sowie die Exporte jordanischer pharmazeutischer Produkte, Maschinen und Elektronik könnten den Austausch beleben und das Wirtschaftswachstum fördern.

Das Engagement Jordaniens für eine politische Lösung des Syrienkonflikts und die Unterstützung internationaler Bemühungen, etwa durch die USA, zeigen, dass Amman bemüht ist, Stabilität in der Region zu fördern. Die letzten Treffen zwischen hohen Repräsentanten beider Länder unterstreichen den Wunsch nach einer konstruktiven Zusammenarbeit. Insbesondere die Schritte zur gemeinsamen Überwachung der Wasserverteilung des Yarmouk-Flusses sowie die Bildung einer Sicherheitskommission stellen bedeutende Entwicklungen dar, die die Beziehungen weiter verbessern könnten.

In diesen unsicheren Zeiten sind solche Kooperationen nicht nur notwendig, sondern auch überfällig. Jordanien und Syrien scheinen sich einig zu sein, dass die Stärke ihrer wirtschaftlichen und diplomatischen Beziehungen der Schlüssel zu einer stabileren Zukunft in der Region ist.

Mehr Informationen und Details zu diesen Entwicklungen finden Sie beispielsweise bei Tesaaworld, Wikipedia sowie Freiheit.org.