Fasnacht in Weil: Sarah Himmelsbach bricht das Männermonopol!
Am 11.11.2025 eröffnet die Narrenzunft Wiler Zipfel mit Sarah Himmelsbach als erster weiblicher Zunftmeisterin die Fasnacht.

Fasnacht in Weil: Sarah Himmelsbach bricht das Männermonopol!
Die Fasnacht in Weil am Rhein, die ihren Ursprung bis ins Jahr 1281 zurückverfolgen kann, erlebt in diesem Jahr ein bemerkenswertes Novum. Sarah Himmelsbach, eine 24-jährige Studentin der Neueren Deutschen Literatur, Kultur und Medien, wird die erste Frau in der Geschichte der Narrenzunft Wiler Zipfel. Diese Zunft besteht seit 1957 und öffnet sich nun schrittweise für Frauen. Ihre Ernennung zur Zunftmeisteranwärterin markiert einen bedeutenden Meilenstein, nicht nur für Himmelsbach, sondern auch für die Tradition selbst. Wie verlagshaus-jaumann.de berichtet, wird sie erstmals bei den Zunftabenden Ende Januar und im Februar auf der Narrenbühne zu sehen sein.
Ihr Interesse an der fasnachtlichen Tradition wurde von Dietmar Fuchs an den Oberzunftmeister weitergeleitet, was zeigt, dass die Zunft offen für Innovationen ist. Derzeit umfasst die Narrenzunft neun Zunftmeister, drei Anwärter und eine Anwärterin, und die Vorfreude auf die kommenden Veranstaltungen ist spürbar.
Ein lebendiges Traditionsfest
Die Buurefasnacht, eine der traditionsreichsten Feiern in Weil am Rhein, wird von historischen Ritualen geprägt. Bereits 1281 erlaubten die Nonnen von Klingenthal der Jugend, Holz für das Fasnachtsfeuer zu sammeln, das bis heute am Sonntag nach Fasnacht entzündet wird. Diese tief verwurzelten Bräuche werden durch das Schnitzelbanksingen und das Scheibenschlagen ergänzt, wie auf weiler-kultur.de zu lesen ist. Die Vielfalt der Narrentypen heute ermöglicht einen spannenden Umzug, der die Traditionen lebendig hält.
Doch auch der Weg zur Gleichberechtigung während der Fasnacht war lang und steinig. Wie lkm.uni-konstanz.de aufzeigt, waren Frauen bis ins 20. Jahrhundert systematisch vom Fasnachtstreiben ausgeschlossen oder auf untergeordnete Rollen reduziert. Ihre Teilnahme war lange Zeit auf rein dekorative Funktionen beschränkt. Erst mit den demokratischen Reformen von 1918 erhielten Frauen mehr Rechte und traten als gleichberechtigte Akteurinnen auf. Dies stellt einen wesentlichen Wandel dar, der auch in den heutigen Feiern zum Ausdruck kommt.
In der kommenden Saison werden Lars Thomann und Kai Blankstein als neue Bühnenakteure das Licht und den Ton verantworten. Dabei wird auch Frederik Frey, der dritte Zunftmeisteranwärter, sich um die organisatorischen Aspekte kümmern. Gesangs- und Sprechproben laufen bereits auf Hochtouren, und das Programm für den 11.11. wird mit kommunalen sowie weltpolitischen Themen angereichert, unter anderem wird auch Donald Trump thematisiert. Christian Olivieri übernimmt die musikalische Leitung des Abends.
Die Zunftabende beginnen am 30. Januar und runden die Vielfalt der lokalen Veranstaltungen ab. Zudem wird die kommende Klausur vom 28. bis 30. November dazu genutzt, um das Programm zu finalisieren. Am 11. November um 20 Uhr findet in der Jahnhalle ein Familienabend statt, zu dem alle Narrenfreunde herzlich eingeladen sind.