Regennächte am Oberrhein: Stechmücken-Plage im Anmarsch!

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Nach starkem Regen am Oberrhein schlüpfen Stechmückenlarven. Maßnahmen zur Bekämpfung durch Bti wurden bereits eingeleitet.

Nach starkem Regen am Oberrhein schlüpfen Stechmückenlarven. Maßnahmen zur Bekämpfung durch Bti wurden bereits eingeleitet.
Nach starkem Regen am Oberrhein schlüpfen Stechmückenlarven. Maßnahmen zur Bekämpfung durch Bti wurden bereits eingeleitet.

Regennächte am Oberrhein: Stechmücken-Plage im Anmarsch!

Ein heftiger Regen zu Monatsbeginn hat dafür gesorgt, dass die Stechmücken am Oberrhein in den Startlöchern stehen. Wo sich in den vergangenen Wochen Senken und Auen füllten, fanden die Larven ideale Bedingungen für ihr Wachstum. Laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung schlüpften in einigen betroffenen Gebieten ganze 100 bis 200 Larven pro Liter Wasser. Die Situation erfordert schnelles Handeln, weshalb die Stechmückenbekämpfung am Pfingstwochenende angekurbelt wurde.

Der biologische Wirkstoff Bti, kurz für Bacillus thuringiensis israelensis, kam zur Anwendung, um die Larvenpopulation zu reduzieren. In der Rheinauenregion, besonders in Rastatt und der Südpfalz, wurde mit verschiedenen Methoden zur Bekämpfung vorgegangen. Kleinere Flächen wurden zu Fuß behandelt, während Eigranulat in größeren Bereichen blitzschnell per Hubschrauber ausgebracht wurde. Die ersten Proben deuten auf einen hohen Bekämpfungserfolg hin, und die Lage in den Auwäldern scheint sich zu entspannen.

Stechmücken und ihre Rolle in der Natur

Stechmücken sind nicht nur unangenehme Plagegeister; sie sind auch ein wichtiger Bestandteil des Ökosystems. Besonders die Arten Aedes vexans und Aedes sticticus tragen zur Nahrungskette bei, indem sie als Futter für viele Tiere dienen. Laut Bund Naturschutz ist die flächendeckende Bekämpfung von Stechmücken ein zweischneidiges Schwert. Eine zu intensive Bekämpfung kann nicht nur die Stechmücken, sondern auch ihre nicht stechenden Verwandten, wie die Zuckmücken, massiv reduzieren. Diese sind wiederum für Vögel und andere Insektenfresser wichtig.

Diese Thematik ist besonders bedeutend, wenn man an die Langzeitfolgen von Bti-Einsätzen denkt. Untersuchungen zeigen, dass bis zu 50 Prozent der Zuckmückenpopulation durch den Einsatz von Bti betroffen sein können. Diese negative Auswirkung auf die Biodiversität der Region kann langfristig zu einem Ungleichgewicht führen, wie NaturSchutz.ch hervorhebt. Unter anderem wurden verringerte Bruterfolge bei einigen Vogelarten in von Bti behandelten Gebieten festgestellt.

Umweltbewusstsein stärken

Es ist ein Aufruf zur Sensibilisierung nötig. Die Bevölkerung sollte darüber informiert werden, welche negativen Auswirkungen ein unüberlegter Bti-Einsatz haben kann. Insbesondere im Hinblick auf Naturschutzgebiete könnte der Einsatz solcher biologischen Mittel gefährlich werden. Der Bund Naturschutz fordert daher, dass Bti nicht in Schutzgebieten angewendet werden darf und plädiert für alternative Maßnahmen zur Mückenbekämpfung. Maßnahmen sollten lokal erfolgen und nicht in sensiblen Naturräumen, sondern vielmehr durch Eigenverantwortung und natürliche Fressfeinde gefördert werden.

So bleibt nur zu hoffen, dass eine nachhaltige Lösung gefunden wird, die sowohl den Menschen als auch der Natur gerecht wird. Denn trotz aller Bemühungen um die Stechmückenbekämpfung sind die übertragbaren Krankheiten in Mitteleuropa nicht der Hauptgrund für die Dezimierung der Mücken, sondern deren lästige Angewohnheiten.