Rote Bänke in Aichach: Ein starkes Zeichen gegen häusliche Gewalt!
Am 1.12.2025 wurden in Aichach zwei Rote Bänke eingeweiht, als Zeichen gegen häusliche Gewalt und für Zivilcourage.

Rote Bänke in Aichach: Ein starkes Zeichen gegen häusliche Gewalt!
In Aichach wurde ein starkes Zeichen gegen häusliche Gewalt gesetzt: Am 1. Dezember 2025 wurden zwei Rote Bänke eingeweiht, die nun vor dem Landratsamt und dem Familienstützpunkt stehen. Diese Initiative, die im Rahmen des Internationalen Tages zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen am 25. November ihren Ursprung fand, soll die Aufmerksamkeit auf ein drängendes Problem lenken. „Die Idee stammt ursprünglich aus Italien, von der sogenannten ‘Panchina rossa’“, erklärt Julia Baur, die maßgeblich an der Umsetzung beteiligt war. Gemeinsam mit dem Landkreis wurde die Spendenakquise für die Einweihung der Bänke organisiert, die durch ein Handwerkerteam um Ralf Dippel in liebevoller Handarbeit gefertigt wurden, wie der Donaukurier berichtet.
Doch warum sind diese Bänke so wichtig? Sie dienen nicht nur als optisches Zeichen, sondern sind auch als Informationspunkte gedacht. Auf ihnen befinden sich Schilder, die das bundesweite Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ mit der Telefonnummer 08000/11 60 16 präsentieren. Das Angebot ist anonym, kostenfrei und rund um die Uhr erreichbar. Außerdem gibt es spezielle Fächer in den Bänken, die Flyer mit weiteren Hilfsangeboten enthalten. Diese „Rote Bank“ soll vor allem niederschwellige Informationen für Betroffene bieten, die oft nicht wissen, wo sie Hilfe finden können.
Häusliche Gewalt sichtbar machen
Die Initiative im Landkreis Aichach-Friedberg verfolgt das Ziel, häusliche Gewalt sichtbarer zu machen. In Deutschland sind etwa jede dritte Frau und jede vierte Frau mindestens einmal in ihrem Leben Opfer von physischer oder sexualisierter Gewalt, wie die Bundesregierung in ihrem Lagebild erläutert. Häusliche Gewalt betrifft Menschen aller sozialen Schichten und Altersgruppen, wobei Frauen die Hauptbetroffenen sind. Besonders alarmierend sind die Zahlen frauenfeindlicher Straftaten, die laut Informationen des Bundesministeriums für Familie stagnieren oder sogar steigen.
Initiativen wie die Roten Bänke und die kürzlich gestarteten orangefarbenen Bänke im Rhein-Sieg-Kreis sind richtungsweisend. Diese setzen nicht nur auf Sichtbarkeit, sondern fördern auch den Austausch über Hilfswege und Unterstützungsmöglichkeiten. „No love without respect“ prangt beispielsweise auf einer Bank in Königswinter, die von Schülern gefertigt wurde. Solche Aktionen sind Teil einer umfassenderen Bewegung, die auch Rückhalt in anderen Städten und Gemeinden findet, und stellen einen bedeutsamen Beitrag zur Sensibilisierung dar.
Gemeinsam gegen Gewalt
Die Roten Bänke in Aichach sind somit mehr als nur ein dekoratives Element. Sie sind ein Schritt in Richtung Solidarität und konkreter Hilfe für Frauen, die oft unter dem Radar leiden. Ob physische Übergriffe, Bedrohungen oder psychische Gewalt – die Bandbreite an gewaltsamen Handlungen ist groß, und die Dunkelziffer noch höher, da viele Vorfälle nicht angezeigt werden. Jede einzelne Initative, die sich mit diesem Thema auseinandersetzt, kann dazu beitragen, das Schweigen zu brechen und anderen den Mut zu geben, Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Mit über 171.000 Opfern von Partnerschaftsgewalt im Jahr 2024 in Deutschland ist Handeln gefordert. Die Roten Bänke in Aichach machen klar, dass hier nicht weggeschaut wird und sie laden alle ein, sich an dieser wichtigen Diskussion zu beteiligen. Das Ziel ist es, Bewusstsein zu schaffen und Verhaltensweisen zu ändern, denn Gewalt gegen Frauen, in welcher Form auch immer, darf in unserer Gesellschaft keinen Platz haben.