Hebammen am InnKlinikum: Neue Regelungen bedrohen Geburtshilfe!

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Der neue Hebammenhilfevertrag in Altötting sorgt für Verunsicherung: Vergütungseinbußen und mögliche Kündigungen stehen im Raum.

Der neue Hebammenhilfevertrag in Altötting sorgt für Verunsicherung: Vergütungseinbußen und mögliche Kündigungen stehen im Raum.
Der neue Hebammenhilfevertrag in Altötting sorgt für Verunsicherung: Vergütungseinbußen und mögliche Kündigungen stehen im Raum.

Hebammen am InnKlinikum: Neue Regelungen bedrohen Geburtshilfe!

In der vergangenen Woche gab es hitzige Diskussionen unter den Beleghebammen des „InnKlinikums“ Altötting-Mühldorf. Am 1. November 2025 trat ein neuer Hebammenhilfevertrag in Kraft, der weitreichende Veränderungen mit sich bringt. Der neue Vertrag, festgelegt durch eine Schiedsstelle zwischen dem GKV-Spitzenverband und den Hebammenverbänden, sorgt für Besorgnis unter den rund 22 freiberuflichen Hebammen, die hier tätig sind. Laut innsalzach24.de könnte sich ihr Einkommen um bis zu 30 Prozent reduzieren.

Wie wird sich das auf die Geburtshilfe im InnKlinikum auswirken? Der neue Vertrag sieht eine minutengenaue Abrechnung vor, was bedeutet, dass die Hebammen künftig nicht mehr per Geburt, sondern anhand der tatsächlich geleisteten Zeit vergütet werden. Hierdurch gibt es einige strukturelle Änderungen, die, wie von der GKV angekündigt, als Verbesserung der Versorgung gedacht sind. Dennoch bleibt abzuwarten, ob die Beleghebammen tatsächlich davon profitieren werden. Vor allem die reduzierte Vergütung, die zukünftig nur 80 Prozent des üblichen Betrags für die erste Patientin und gar 30 Prozent für die zweite und dritte Patientin beträgt, wird kritisch betrachtet.

Auswirkungen auf die Hebammen

„Da liegt was an“, sagt Levke Sahm, eine der Beleghebammen. Sie hat den neuen Vertrag als spürbare Verschlechterung der Vergütung im Vergleich zu den bisherigen Bedingungen wahrgenommen. Anstatt großzügiger Zuschläge für Wochenend- und Nachtdienste, die zuvor bei 20 Prozent lagen, müssen sie sich nun mit 17 Prozent begnügen. Dies führt dazu, dass mehrere Hebammen überlegen, ihr Engagement im InnKlinikum zu beenden. Bis zu sieben von ihnen haben schon angedeutet, dass sie bei einem Verdienstausfall von 40 Prozent ihre berufliche Laufbahn möglicherweise aufgeben werden.

Obwohl die Kliniken keinen direkten Einfluss auf die Vertragsgestaltung haben, stellt Klinikleiter Thomas Ewald unmissverständlich klar, dass die Hebammen ein essenzieller Bestandteil der Geburtshilfe sind. „Ohne Hebammen können wir die Geburtshilfe nicht aufrechterhalten“, so Ewald. Der Klinik stehen aufgrund eines Defizits von 23,1 Millionen Euro jedoch nur limitierte Mittel zur Verfügung, um zusätzliche Anreize zu schaffen.

Die Rolle der Beleghebammen in Deutschland

Beleghebammen, die als freiberufliche Helferinnen fungieren, spielen in der deutschen Geburtshilfe eine zentrale Rolle. Aktuell betreuen sie mehr als 20 Prozent der Geburten, wobei in Bayern dieser Anteil sogar bei 80 Prozent liegt. Ihre Arbeit zeichnet sich durch Flexibilität und selbstbestimmte Dienstpläne aus, wie die Hebammen selbst betonen. Laut hebammenverband.de war es bislang möglich, ihre Leistungen zu 100 Prozent abzurechnen, was nun durch den neuen Vertrag erheblich eingeschränkt wird.

Die Änderungen könnten weitreichende Folgen für die Versorgung werdender Mütter und deren Familien haben. Der Rückgang an Hebammen könnte ein Versorgungsengpass zur Folge haben, was bereits besorgt beobachtet wird.

Ob sich die freiberuflichen Hebammen trotz dieser Herausforderungen weiterhin für ihre Patienten engagieren werden, bleibt abzuwarten. Fakt ist: Die Zukunft der Geburtshilfe ist in der Schwebe, und die Sorgen und Hoffnungen der Hebammen sind greifbar.