Gedenkfeier in Aschaffenburg: Erinnerung an die Messerattacke von 2022
Gedenkfeiern in Aschaffenburg erinnern an die blutige Messerattacke von 2022 und thematisieren politische Instrumentalisierung.

Gedenkfeier in Aschaffenburg: Erinnerung an die Messerattacke von 2022
Am 22. Januar 2022 kam es im Aschaffenburger Park Schöntal zu einer tragischen Messerattacke, die Deutschland schockierte. Ein 28-jähriger afghanischer Mann griff eine Kita-Gruppe mit fünf Kindern und zwei Erzieherinnen an. Dabei wurden zwei Menschen getötet und drei weitere teils schwer verletzt. Die Gemeinschaft steht nun vor der Herausforderung, mit der Trauer und der politischen Instrumentalisierung der Tat umzugehen.
Bereits am 22. Januar 2023 findet in der evangelischen Christuskirche eine Gedenkfeier für die Opfer statt, die live auf YouTube übertragen wird. Oberbürgermeister Jürgen Herzing (SPD) betont die Notwendigkeit eines gemeinsamen Prozesses der Aufarbeitung und spricht von einer Rückkehr zur Normalität in der Stadt. Darüber hinaus plant die Stadt einen Gedenkort im Park Schöntal, um an die tragischen Ereignisse zu erinnern.
Ein bewegendes gemeinschaftliches Zeichen
Im Sommer 2022 wurde ein Familienpicknick im Park Schöntal organisiert, das den Opfern der Tat gewidmet war und ein starkes Zeichen für das friedliche Zusammenleben setzte. Dies war nicht nur eine Möglichkeit, der Opfer zu gedenken, sondern auch eine Botschaft an die Gemeinschaft, dass solch eine Gewalt nicht unseren Zusammenhalt brechen darf.
Die Gedenkfeier am 22. Januar 2023 wird von verschiedenen lokalen Vertretern und Geistlichen begleitet, die eindringlich mahnen, das Ereignis nicht für politische Zwecke zu missbrauchen. Währenddessen haben extrem rechte Gruppierungen bereits angekündigt, in der Nähe der Feierlichkeiten zu demonstrieren, was die emotionale Lage weiter aufheizt. Herzing und der Imam Zischan Mehmood appellieren an die Zivilgesellschaft, das Gedenken im Vordergrund stehen zu lassen.
Die Umstände der Tat und ihre Folgen
Der Täter, ein psychisch kranker Asylbewerber, war seit längerem ausreisepflichtig. Im Dezember 2021 hatte er seine freiwillige Ausreise angekündigt, doch eine Abschiebung wurde nicht forciert. In der Folge stellt sich die Frage nach der Vermeidbarkeit solch schwerwiegender Gewalttaten, zumal der Mann als gewalttätig und psychisch krank bekannt war.
Im Oktober 2022 entschied das Landgericht Aschaffenburg, dass er dauerhaft in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht werden muss. Dies spiegelt das Dilemma wider, vor dem die Gesellschaft steht: Wie umgehen mit Menschen, die eine Gefahr für andere darstellen, aber dennoch Schutzbedürftige sind?
Eine zusätzliche Aufmerksamkeit durch eine zweite Tragödie
Am 24. Januar 2025 ereignete sich erneut eine Messerattacke in Aschaffenburg, bei der ein zweijähriger Junge und ein 41-jähriger Mann getötet wurden. Auch hier wurde die Debatte um Migrationspolitik und Sicherheit neu entfacht, da der Täter erneut ein psychisch kranker Afghane war. Diese Vorfälle haben die öffentliche Aufmerksamkeit auf das Thema Migration und Integration verstärkt, wie Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) bei Kranzniederlegungen am Tatort unterstrichen.
In einer Frankfurter Moschee wurden für das verunglückte Kind Totengebete mit rund 1.000 Trauergästen abhält. Der Imam würdigte die Zivilcourage eines zweifachen Familienvaters, der als Held gilt, weil er versuchte, die Kinder in der Kitasituation zu retten. Sein Einsatz bleibt nicht nur in den Herzen der Gedenkenden erhalten, sondern wird auch als Beispiel für unerschütterlichen Mut hervorgehoben.
Diese beiden tragischen Vorfälle markieren einen bewegten Abschnitt in der Geschichte Aschaffenburgs, der sowohl Trauer als auch die Herausforderung der gesellschaftlichen und politischen Reflexion mit sich bringt. Am 22. Januar 2023 und in den kommenden Gedenkfeiern wird die Stadt zusammenkommen, um den Opfern zu gedenken und der Gefahr von politischer Instrumentalisierung entgegenzuwirken.