Neue Röntgenfunde: Supernova-Reste enthüllen Geheimnisse der Sterne!
Forschende der Universität Erlangen-Nürnberg entdecken neue Röntgenquellen, die das Verständnis der Sternentwicklung erweitern.

Neue Röntgenfunde: Supernova-Reste enthüllen Geheimnisse der Sterne!
Wissenschaftler der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg haben spannende neue Erkenntnisse zur Erforschung der letzten Lebensphasen von Sternen gewonnen. Durch das Röntgenteleskop eROSITA, das bereits den gesamten Himmel kartiert hat, wurden bisher unbekannte Supernovaüberreste in den Magellanschen Wolken entdeckt, die auf die dynamische Entwicklung dieser faszinierenden Galaxien hinweisen. Wie it-boltwise.de berichtet, steht die Forschung unter der Leitung von Prof. Dr. Manami Sasaki, die die astrophysikalischen Quellen untersucht, die Röntgenstrahlung aussenden, darunter auch kompakte Objekte wie Weiße Zwerge, Neutronensterne und Schwarze Löcher.
Ziel der Forschungsgruppe eRO-STEP ist es, die verschiedenen Phasen des interstellaren Gases zu verstehen, das bei extrem hohen Temperaturen Röntgenstrahlung emittiert. Dies kommt nicht von ungefähr: Die Deutsche Forschungsgemeinschaft hat das Projekt für drei weitere Jahre gefördert, damit die Wissenschaftler auch weiter entfernte und leuchtschwächere Quellen untersuchen können.
Die Datenflut von eROSITA
Im Zuge dieser Bemühungen wurde am 2. Juli 2021 die erste Datensammlung des eROSITA-Konsortiums veröffentlicht, die auch für Forscher weltweit zugänglich ist. Laut ecap.nat.fau.de beinhaltet die sogenannte Early Data Release (EDR) 35 wissenschaftliche Arbeiten und fast 100 Einzelbeobachtungen aus 29 verschiedenen Feldern. Die Beobachtungen sind so vielfältig wie die Galaxien selbst und reichen von Neutronensternen in der Milchstraße bis hin zu weit entfernten Galaxienhaufen.
Ein besonderes Augenmerk gilt der Region um die Supernova SN 1987A in der Großen Magellanschen Wolke, wo eROSITA eine komplexe Verteilung von diffusen Röntgenemissionen aus dem interstellaren Plasma entdeckt hat. Diese Erkenntnisse könnten schlussendlich dazu beitragen, die Geheimnisse der Sternentwicklung und der Galaxienbildung besser zu entschlüsseln.
Ein neuer Katalog hochenergetischer Quellen
Ein weiterer bemerkenswerter Erfolg ist die Veröffentlichung eines neuen Katalogs mit Röntgenquellen, der als der größte seiner Art gilt. physik.nat.fau.de berichtet, dass zwischen Dezember 2019 und Juni 2020 rund 900.000 Röntgenquellen von eROSITA entdeckt wurden. Diese Zahl übertrifft alle zuvor identifizierten Röntgenquellen in den letzten 60 Jahren. Der eRASS1-Katalog deckt die Hälfte des Röntgenhimmels ab und umfasst beeindruckende 710.000 supermassereiche schwarze Löcher sowie über 180.000 Röntgensterne in der Milchstraße.
Auch wenn das eROSITA-Projekt zum Teil im Safe Mode ist, wo der wissenschaftliche Betrieb nicht wieder aufgenommen wurde, bleibt es ein wichtiger Player in der Astrophysik. Dabei haben nicht nur erfahrene Wissenschaftler einen Anteil an diesen Entdeckungen – auch junge Forscherinnen und Forscher sind maßgeblich an der Analyse und Veröffentlichung der Daten beteiligt, wobei rund 40% der Arbeiten von Wissenschaftlerinnen geleitet werden. Zu den studienführenden Wissenschaftlern gehören unter anderem Federico Zangrandi, der Supernova-Überreste in der Großen Magellanschen Wolke untersucht, und Aafia Zainab, die Röntgenstrahlung von Neutronensternen analysiert.
Die Entdeckungen rund um eROSITA und die Magellanschen Wolken zeigen eindrucksvoll, wie viel Potenzial in der modernen Astrophysik steckt. Man darf gespannt sein, was die kommenden Jahre noch bringen werden und welche Geheimnisse des Universums uns die Datenflut von eROSITA noch verraten wird.