Umweltministerkonferenz in Saarbrücken: Klare Regeln fürs Wolfsmanagement!
Umweltministerkonferenz in Saarbrücken diskutiert Wolfsmanagement. Dringender Aufruf nach klaren Regeln und Daten zur Bestandsregulierung.

Umweltministerkonferenz in Saarbrücken: Klare Regeln fürs Wolfsmanagement!
Am 12. November 2025 beginnt in Saarbrücken die mit Spannung erwartete Umweltministerkonferenz. Im Fokus der Diskussionen steht der Umgang mit dem Wolf, dessen Rückkehr in Deutschland in den letzten Jahren viel Diskussion ausgelöst hat. Der Förderverein der deutschen Schafhaltung fordert klare und rechtssichere Regeln für ein aktives Wolfsmanagement. Wendelin Schmücker, ein Sprecher des Vereins, äußerte sich dazu in einem Interview mit Radio Oberland.
Ein zentrales Problem, das in der heutigen Sitzung angesprochen werden soll, ist die derzeitige Gesetzeslage: Ein Wolf muss mehrere Tiere reißen, bevor eine Ausnahmegenehmigung zum Abschuss erteilt werden kann. Diese Regelung hat zur Folge, dass häufig erteilte Genehmigungen von Gerichten aufgrund des Naturschutzgesetzes und des europäischen Rechts wieder aufgehoben werden. Schmücker kritisierte zudem die fehlenden belastbaren Zahlen zur Wolfspopulation, die diese Herausforderungen weiter komplizieren. Ohne verlässliche Daten bleibt eine rechtssichere Bestandsregulierung ein schwer erreichbares Ziel.
Rechtlicher Rahmen und vergangene Entwicklungen
Doch wie kam es überhaupt zu dieser Situation? Der Schutz des Wolfes in Deutschland wird durch das Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) geregelt. Dieses trat erstmals am 24. Dezember 1976 in Kraft und schützte den Wolf seit dem 31. August 1980 besonders. Nach der Wiedervereinigung 1990 wurde der Wolf in allen Bundesländern aus dem Jagdgesetz gestrichen und unterliegt seither einem strengen Schutz. Die letzte Neufassung des BNatSchG datiert auf den 1. März 2010 und brachte einige wichtige Änderungen mit sich.
Das Gesetz erlaubt zwar Ausnahmen vom Tötungsverbot, wenn ernste wirtschaftliche Schäden abgewendet werden müssen. Dennoch bleibt die Jagdausübung an strenge Regularien gebunden. Hybriden zwischen Wolf und Hund sind von den zuständigen Behörden zu entnehmen, wobei das Füttern von Wölfen als Ordnungswidrigkeit geahndet wird. Diese Regelungen sollen die Interaktionen zwischen Wölfen und Menschen besser steuern und gleichzeitig die Gefahren für Nutztiere minimieren.
Kritische Stimmen und zukünftige Herausforderungen
Die heutige Konferenz in Saarbrücken soll dazu dienen, verschiedene Standpunkte zu erörtern und Lösungen zu finden, die sowohl den Bedürfnissen der Tierhalter als auch den Gewährleistungen des Artenschutzes gerecht werden. Es ist dringend notwendig, die Wege für ein harmonisches Zusammenleben von Wolf und Mensch zu finden.
Wie die Diskussion heute verläuft und welche Entscheidungen letztendlich getroffen werden, wird sich zeigen. Klar ist jedoch, dass der Wolf, oft als schützenswertes Symbol der Natur betrachtet, auch einer wachsenden Herausforderung für die Landwirtschaft gegenübersteht. Die Frage, wie man mit dieser Wildtierart umgeht, wird sicherlich noch lange Zeit auf der Agenda stehen.
Für weitere Informationen zu den rechtlichen Grundlagen und den Regelungen zum Umgang mit dem Wolf lesen Sie wolfcenter.de.