Ein selbstbestimmtes Leben trotz Psychose – Miesbacher Erfolgsgeschichte!

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Im Landkreis Miesbach unterstützt der Verein Betreuung Oberland psychisch erkrankte Menschen, um Selbstbestimmung zu fördern.

Im Landkreis Miesbach unterstützt der Verein Betreuung Oberland psychisch erkrankte Menschen, um Selbstbestimmung zu fördern.
Im Landkreis Miesbach unterstützt der Verein Betreuung Oberland psychisch erkrankte Menschen, um Selbstbestimmung zu fördern.

Ein selbstbestimmtes Leben trotz Psychose – Miesbacher Erfolgsgeschichte!

Die Herausforderungen, mit denen Menschen konfrontiert sind, die an psychischen Erkrankungen leiden, sind oft vielschichtig. Ein eindrucksvolles Beispiel dafür bietet die Geschichte von M., einer 75-jährigen ehemaligen Kosmetikerin aus dem Landkreis Miesbach, die trotz einer belastenden Psychose ihren Lebensmut nicht verloren hat. M. lebt in einer therapeutischen Wohngemeinschaft und erhält Unterstützung vom Verein Betreuung Oberland, der für viele in ähnlichen Situationen ein Lichtblick ist.

Die rechtliche Betreuung, die M. annimmt, wird angeordnet, wenn volljährige Menschen aufgrund körperlicher oder geistiger Einschränkungen nicht mehr in der Lage sind, Entscheidungen über ihr Wohl selbst zu treffen. Im Falle von M. begann die problematische Reise mit einer Psychose im Jahr 2016, die nach zahlreichen Belastungen, unter anderem dem Verlust ihres Sohnes an eine psychische Krankheit, auftrat. Die Wahnvorstellungen, die sie erlebte, führten zu ihrer Einweisung in eine psychiatrische Klinik. Seitdem lebt sie in der Wohngemeinschaft, wo sie sich nicht nur gut aufgehoben fühlt, sondern auch aktiv an sozialen Aktivitäten wie Basteln und Kochen teilnimmt.

Stigmatisierung von psychischen Erkrankungen

Dennoch steht M. nicht alleine in ihrem Kampf. Stigmatisierung spielt eine zentrale Rolle im Leben vieler Menschen mit psychischen Erkrankungen und führt häufig zu Ausgrenzung und Benachteiligung. Laut Deutschezentren, beschreibt Prof. Dr. Nicolas Rüsch, Experte für Public Mental Health, die Schattenseiten dieser Stigmatisierung: Rückzug, Demoralisierung und sogar ein erhöhtes Risiko für Suizid sind nicht selten Folgen sozialer Ausgrenzung.

Laut einer weltweiten Studie haben über 80 Prozent der Befragten mit Schizophrenie und Depression sich stigmatisiert gefühlt. Auch Angehörige von Betroffenen sind oft nicht vor Diskriminierung sicher und haben ein erhöhtes Risiko, selbst psychische Probleme zu entwickeln. Das Deutsche Zentrum für Psychische Gesundheit (DZPG) hat es sich zur Aufgabe gemacht, Stigmatisierung entgegenzuwirken, unter anderem durch das Projekt „In Würde zu sich stehen“, welches Betroffenen hilft, ihre Erkrankung offener zu kommunizieren.

Gelebte Unterstützung durch Betreuungsangebote

M. selbst ist ein Beispiel für den positiven Einfluss, den solche Betreuungsangebote haben können. Trotz ihrer Psychose, die sie stabilisiert behandelt, sagt sie, dass sie sich als „freier Mensch“ fühlt. Ihre Dankbarkeit gegenüber dem Betreuungsverein, der sich um ihre Vermögens-, Gesundheits- und Wohnangelegenheiten kümmert, ist deutlich. Ihr rechtlicher Betreuer, Sebastian Schmidl-Wolf, hat ihr unter anderem den Weg zu einem Platz in der therapeutischen Wohngemeinschaft geebnet, wo sie soziale Kontakte herstellt und aktiv am Leben teilnimmt.

Das Bedürfnis nach Kontakt und Verständnis in der Gesellschaft ist groß. Direktes, persönliches Miteinander ist immer noch der wirkungsvollste Weg, um Vorurteile abzubauen und Menschen mit psychischen Erkrankungen zu integrieren. Programme, die den Austausch zwischen Betroffenen und Nichtbetroffenen fördern, zeigen sich als vielversprechende Ansätze, die leider nach wie vor viel zu selten stattfinden.