Abwasserpreise steigen drastisch: Starnberger Haushalte müssen mehr zahlen!

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Ab 2026 steigen in Starnberg die Abwassergebühren. Neue Grundgebühr und erhebliche Kostensteigerungen für Haushalte.

Ab 2026 steigen in Starnberg die Abwassergebühren. Neue Grundgebühr und erhebliche Kostensteigerungen für Haushalte.
Ab 2026 steigen in Starnberg die Abwassergebühren. Neue Grundgebühr und erhebliche Kostensteigerungen für Haushalte.

Abwasserpreise steigen drastisch: Starnberger Haushalte müssen mehr zahlen!

Die Kostenschraube dreht sich weiter für die Bürger rund um den Starnberger See: Ab 2026 müssen Anwohner mit höheren Gebühren für die Abwasserbeseitigung rechnen. In der vergangenen Verbandsversammlung wurden die neuen Preise für die Jahre 2026 bis 2029 verabschiedet, die insbesondere Haushalte stark treffen werden. Wer dachte, die Gebühren könnten nicht mehr steigen, wird jetzt eines Besseren belehrt. Laut Merkur wird die Gebühr für Schmutzwasser gleich um über ein Drittel angehoben, und das ist erst der Anfang.

Die Schmutzwassergebühr klettert von aktuell 3,60 Euro auf stolze 4,52 Euro pro Kubikmeter. Für einen Ein-Personen-Haushalt bedeutet dies eine Kostensteigerung von satten 80 Prozent – statt wie bisher rund 180 Euro müssen sie nun mit etwa 325 Euro im Jahr rechnen. Für eine vierköpfige Familie im Einfamilienhaus beläuft sich die Preisanpassung auf circa 42 Prozent, was annualisiert beinahe 770 Euro bedeutet.

Der Weg zur Grundgebühr

Doch damit nicht genug: Ab 2026 wird zusätzlich eine Grundgebühr zwischen 99 Euro und 990 Euro pro Jahr eingeführt. Diese variiert je nach Wasserverbrauch, wobei Haushalte mit Zählern bis 5 m³/h mit 99 Euro zur Kasse gebeten werden. Wer mehr verbraucht und bis 10 m³/h hat, zahlt bereits 199,50 Euro, bis 20 m³/h sind es 394,50 Euro und über 20 m³/h sogar 990 Euro jährlich. Diese neuen Gebühren beschlossen auch die Mitglieder der Verbandsversammlung, um die finanzielle Situation des Abwasserverbands zu stabilisieren.

Die Kalkulation dieser Erhöhungen basiert auf einer Vielzahl an Annahmen, mit einer Bewirtschaftung von rund 3,6 Millionen m³ Schmutzwasser und 1,865 Millionen m² versiegelter Fläche. Daniel Ulbrich von der Ingenieurgesellschaft Pecher und Partner hat die neuen Gebühren ermittelt, die auch die Rückzahlung der mehr als 50 Millionen Euro an Schulden des Verbands berücksichtigen. Hierbei als Grundlage auch ein kalkulatorischer Zins von 4,5 Prozent sowie geplante Investitionen und Abschreibungen.

Niederschlagswasser bleibt gleich

Besonders erwähnenswert ist, dass die Niederschlagswassergebühr mit 1,12 Euro pro Quadratmeter stabil bleibt. Diese Gebühr hebt sich nicht an, obgleich die Abwassergebühren stark steigen. Dies zeigt die Bestrebungen des Abwasserverbands, die unterschiedlichen Bereiche der Abwasserbeseitigung gerecht zu handhaben, was auch durch die Einführung der gesplitteten Abwassergebühr 2014 unterstrichen wurde, gemäß Informationen von av-starnberger-see.de.

Im Jahr 2013 wurden bereits wichtige Schritte eingeleitet, indem Auskunftsbögen an sämtliche Eigentümer verschickt wurden, die an die öffentliche Niederschlagswasseranlage angeschlossen sind. Hier hatten Eigentümer die Gelegenheit, darzulegen, ob und wie ihr Niederschlagswasser behandelt wird. Die Veränderungen von Grundstücken, sei es durch Anbauten oder Abrisse, müssen wiederum dem Abwasserverband gemeldet werden, um die Gebühren korrekt festsetzen zu können.

In der Diskussion steht zudem eine Grundgebühr für Landwirte. Nach dem Gleichbehandlungsgrundsatz werden hier ebenfalls Überlegungen angestellt, wie eine faire Gebührenregelung für alle Beteiligten gestaltet werden kann. Eine Zustimmung zur Gebührenerhöhung in der Verbandsversammlung kam bereits, doch wie sich die Haushalte letztlich an die gestiegenen Kosten anpassen werden, bleibt abzuwarten. Die Herausforderung, kostendeckend zu arbeiten, bleibt für den Abwasserverband also eine zentrale Aufgabe.