Inklusion auf dem Bauernhof: Pilotprojekt in Andechs startet im November!

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Ein neues Pilotprojekt in Andechs fördert die Inklusion von Menschen mit Behinderung in der sozialen Landwirtschaft.

Ein neues Pilotprojekt in Andechs fördert die Inklusion von Menschen mit Behinderung in der sozialen Landwirtschaft.
Ein neues Pilotprojekt in Andechs fördert die Inklusion von Menschen mit Behinderung in der sozialen Landwirtschaft.

Inklusion auf dem Bauernhof: Pilotprojekt in Andechs startet im November!

Im Herzen Bayerns tut sich einiges in der sozialen Landwirtschaft! Ab November startet ein spannendes Pilotprojekt im südbayerischen Raum, das sich der Inklusion von Menschen mit Behinderung widmet. Dadurch soll es behinderten Menschen ermöglicht werden, Zeit in landwirtschaftlichen Betrieben zu verbringen, dort zu leben und zu arbeiten. Der Würmseefelder Hof in Andechs-Machtlfing, liebevoll geführt von Franziska Ortner und ihrem Mann Johannes, spielt dabei eine zentrale Rolle. Mit ihren fünf Kindern bietet die Familie bereits Hofführungen, Kindergeburtstage und Betriebsausflüge an und hat positive Erfahrungen mit Besuchern mit Behinderung gesammelt, darunter auch ein Mädchen mit Down-Syndrom und ein Besucher mit Demenz. Dieses Engagement soll nun auf eine breitere Basis gestellt werden, wie der Kreisboten berichtet.

Ein entscheidendes Ziel des Projekts ist es, Menschen mit Behinderung individuell entsprechend ihrer Bedürfnisse und Fähigkeiten zu betreuen und ihnen die Mitarbeit am Hof zu ermöglichen. Dafür wird eine Fachstelle für Soziale Landwirtschaft eingerichtet, die als Bindeglied zwischen den Betrieben und den behinderten Menschen fungiert. Die Fachstelle wird von Sebastian Gut, dem Leiter des Vereins Brücke Oberland, geführt und übernimmt wichtige Aufgaben wie die Verhandlung von Budgets mit dem Bezirk Oberbayern. Laut dem Bericht fließen Gelder für die Dienstleistungen der Landwirte direkt vom Bezirk zum Betrieb, wobei 20% an die Fachstelle weitergeleitet werden.

Ein Schritt in die richtige Richtung

Die soziale Landwirtschaft bietet vielversprechende Chancen für eine inklusivere Gesellschaft. In Bayern gibt es bereits ein Netzwerk, in dem landwirtschaftliche Betriebe ihre Angebote für Menschen mit Behinderung und sozial benachteiligte Personen ausweiten können. Dies reicht von der Bereitstellung von Wohn- und Betreuungsangeboten bis hin zur Mitarbeit im Betrieb selbst, was nicht nur das Wohlbefinden der Betroffenen steigert, sondern auch die Integration in die Gemeinschaft fördert. Die LFL Bayern hebt hervor, dass soziale Landwirtschaft ein junger Betriebszweig ist, der sich rasant entwickelt und großes Marktpotenzial hat.

Jetzt ist der Zeitpunkt günstig, um neue Angebote zu schaffen! Bereits drei Bauernhöfe, darunter der Würmseefelder Hof, der Jäger-Hof in Herrsching und der Reitstall Dürnstetten in Sinzing, sind am Pilotprojekt beteiligt. Interessierte Landwirte haben die Möglichkeit, ihre Angebote im Rahmen der sozialen Landwirtschaft zu diversifizieren und dabei auch von einer maßgeschneiderten fachlichen Unterstützung zu profitieren, die durch ein laufendes Forschungsprojekt namens SoLaBay untermauert wird.

Wachsende Relevanz der sozialen Landwirtschaft

Die Themen, die bei Stakeholder-Foren von der Initiative NEU.LAND diskutiert werden, zeigen, dass die soziale Landwirtschaft nicht nur wichtig ist, um die Lebensqualität von Menschen mit Behinderungen zu verbessern, sondern auch um die demografischen Herausforderungen unserer Zeit anzugehen. Besonders Konzepte wie der „Bauernhofkindergarten“ und die Unterstützung für Senioren-Wohnen auf dem Bauernhof sind hoch im Kurs. Wer wissen möchte, wie die Einkommensmöglichkeiten in der sozialen Landwirtschaft aussehen, erfährt, dass diese von geringfügigen bis hin zu erheblichen Nebeneinkommen reichen können. Ein Betriebszweigentwicklungsseminar, das jährlich angeboten wird, unterstützt Landwirte dabei, individuelle Konzepte zu entwickeln und die eigene wirtschaftliche Basis zu stärken.

Das Projekt zielt nicht nur darauf ab, sozial benachteiligten Menschen eine Stimme zu geben, sondern auch, die Gesellschaft insgesamt durch mehr Inklusion zu bereichern. Wer sich als Landwirt oder Mensch mit Behinderung für das Projekt interessiert, sollte sich unbedingt an die Fachstelle für Soziale Landwirtschaft in München wenden und sich die Chance nicht entgehen lassen, Teil dieser spannenden Entwicklung zu werden.