Katastrophenschutz im Landkreis Traunstein: So sind wir für Notfälle gerüstet!

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Fachgespräch zur Katastrophenvorsorge im Landkreis Traunstein am 12.11.2025: Experten diskutieren über extreme Wetterereignisse und Schutzmaßnahmen.

Fachgespräch zur Katastrophenvorsorge im Landkreis Traunstein am 12.11.2025: Experten diskutieren über extreme Wetterereignisse und Schutzmaßnahmen.
Fachgespräch zur Katastrophenvorsorge im Landkreis Traunstein am 12.11.2025: Experten diskutieren über extreme Wetterereignisse und Schutzmaßnahmen.

Katastrophenschutz im Landkreis Traunstein: So sind wir für Notfälle gerüstet!

In Traunstein fand ein sehr aufschlussreiches Fachgespräch über „Katastrophenschutz im Landkreis Traunstein“ statt, organisiert von der Kreistagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen. Bei dieser Veranstaltung konnte Sebastian Freudling, der Sprecher für Öffentlichkeitsarbeit des THW Traunstein, interessante Einblicke geben. Er erklärte, dass der Katastrophenschutz vor allem bei extremen Wetterereignissen wie Sturzbächen und Unwettern aktiv wird. Diese Erkenntnis ist besonders relevant angesichts der häufigeren Wetterextreme, die in den letzten Jahren verzeichnet wurden, wie man auf den Seiten von wwa-ts.bayern.de nachlesen kann.

Ein zentrales Thema war die Rolle der Führungsgruppe Katastrophenschutz (FüGK), die im Landratsamt sitzt und die Koordination der Maßnahmen sowie die Kommunikation zwischen den verschiedenen Behörden und Einsatzdiensten übernimmt. Florian Appelt vom Landratsamt stellte die vielfältigen Aufgaben dieser Gruppe vor, die eng mit der Verwaltung, den Feuerwehren und Hilfsorganisationen zusammenarbeitet, um im Ernstfall gut vorbereitet zu sein.

Die Bedeutung der Zusammenarbeit

Die Kooperation aller beteiligten Organisationen wurde deutlich hervorgehoben. Das Bayerische Rote Kreuz (BRK) etwa bringt 4000 ehrenamtliche Helfer mit, die zentral für die medizinische Versorgung und Logistik sind. Auch die DLRG und die Wasserwacht stehen bereit, um bei Einsätzen an Gewässern und während Evakuierungen zu unterstützen. Für alpine Einsätze ist die Bergwacht zuständig, während der Malteser Hilfsdienst Notunterkünfte und die Versorgung der Evakuierten gewährleistet.

Das Technische Hilfswerk (THW) spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle, insbesondere mit seinem Fachwissen und dem Einsatz schwerer Geräte. Im Jahr 2024 summierten sich die Einsätze des THW auf beeindruckende 28.167 Stunden. Ein Beispiel für die gelungene Zusammenarbeit in Krisenzeiten war das Hochwasser im Jahr 2013 im Achental, bei dem die FüGK, Feuerwehr, BRK, THW, Wasserwacht und DLRG erfolgreich koordinieren konnten.

Vorbereitung ist alles

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Notwendigkeit funktionierender Kommunikationskanäle im Katastrophenschutz. Informationen sollten klar und schnell verbreitet werden, beispielsweise durch Warn-Apps, lokale Radiosender und Sirenen. Dazu gehört auch die Aufforderung an die Gemeinden, Evakuierungs- und Notfallpläne bereit zu halten sowie Informationsabende und Übungen anzubieten. Sepp Hohlweger betonte in diesem Zusammenhang die hohe Wertschätzung für das ehrenamtliche Engagement im Katastrophenschutz.

Auf lokaler Ebene wird zudem ein Katastrophenschutzlager in Litzlwalchen geplant, und der Landkreis stellt dafür Haushaltsmittel bereit. Auch der BRK bietet einen Kompaktkurs mit dem Namen „LebensRETTER112“ an, der sich auf Erste-Hilfe-Maßnahmen konzentriert. All diese Punkte verdeutlichen, dass Katastrophenschutz nicht nur eine Aufgabe für die Behörden ist, sondern bei jedem Einzelnen und in jeder Gemeinde beginnt – es geht darum, aktiv in der eigenen Gemeinschaft Verantwortung zu übernehmen.

Die Herausforderungen durch Wetterextreme sind nicht neu; bereits in der Vergangenheit hat es in der Region Traunstein verheerende Hochwasserereignisse gegeben. So verzeichnete man beispielsweise 1899 ein Jahrhunderthochwasser mit über 500 mm Regen oder die Katastrophe im Juli 1954, die 12 Tote zur Folge hatte und zehntausende Menschen zur Evakuierung zwang. Wie diese Ereignisse zeigen, ist eine aufmerksame und gut vorbereitete Bevölkerung in Krisenzeiten unerlässlich.