Mühlbach frisst Straße: Traunstein verklagt Kraftwerksbetreiber!
Die Stadt Traunstein klagt gegen den Betreiber eines Wasserkraftwerks wegen erodierender Straßen und unverantwortlicher Sanierung.

Mühlbach frisst Straße: Traunstein verklagt Kraftwerksbetreiber!
In Traunstein wird es heiß her. Die Straße zwischen Kaltenbach und Aiging hat mit massiven Problemen zu kämpfen: Auf über 400 Metern rutscht die Fahrbahn ab, und die Situation für Autofahrer wird immer prekärer. Klagen der Stadt gegen den Betreiber des Wasserkraftwerks, verantwortlich für die unzureichende Wartung eines Kanals, der die Straße aushöhlt, zeichnen ein Bild von jahrelangen Schwierigkeiten, die seit mehr als 13 Jahren ungelöst sind. Wie ovb-online berichtet, mussten bereits die Leitplanken versetzt werden, was Begegnungsverkehr unmöglich macht. Eine Ampel regelt nun den fließenden Verkehr mit Wartezeiten bis zu fünf Minuten – eine wahre Geduldsprobe für die Verkehrsteilnehmer.
Das Problem zeigt sich seit 2012, doch der Betreiber des Wasserkraftwerks hat auf die Forderungen der Stadt nach Sicherungsmaßnahmen nicht ausreichend reagiert. Der Gerichtstermin am 28. Oktober brachte zwar keine endgültige Lösung, aber die Richterin Monika Veiglhuber zeigte sich in ihrer Forderung nach weiteren Daten vom Vermessungsamt und plant bereits einen zweiten Termin. Die Sanierungskosten werden auf stattliche 1,15 Millionen Euro geschätzt – eine Summe, die die Stadt nicht leichtsinnig in den Sand setzen möchte.
Die Ursachen im Detail
Die Defensive des beklagten Kraftwerksbetreibers ist interessant: Er argumentiert, dass nicht nur die Pflege des Kanals, sondern auch Hochwasser, Oberflächenwasser und der Schwerlastverkehr für die Schäden verantwortlich sind. Eine ausführliche Untersuchung des Sachverständigen zur Flurkarte lieferte jedoch aufschlussreiche Informationen über die Grundstücksgrenzen vor einer Straßenverbreiterung, die bereits 1968 durchgeführt wurde. So bleibt die Frage offen, inwiefern die alten und neuen Faktoren zusammenspielen.
Ein Blick auf die technischen Details der Kanalisation, die in unserem Alltag oft unsichtbar bleibt, verdeutlicht die Komplexität des Problems. Die Kanalisation ist ein System, das die Sammlung und Ableitung von Abwasser, Regen- oder Schmelzwasser durch unterirdische Kanäle regelt. Die einzelnen Komponenten umfassen Kanalnetze, Pumpanlagen und Reinigungsanlagen, die alle darauf abzielen, hygienische Bedingungen aufrechtzuerhalten. Obwohl solche Systeme nicht immer im Rampenlicht stehen, sind sie entscheidend für die Infrastruktur einer Stadt wie Köln, die eine Kanalnetzlänge von rund 2.400 km vorzuweisen hat. Die Herausforderungen der Kanalisation sind nicht nur lokal, sondern betreffen viele Städte und deren Entwicklungsgeschichte, wie auch Wikipedia verdeutlicht.
Um die Komplexität zu begreifen, könnte man an die filmische Darstellung von Krisensituationen denken, wie sie etwa im Film „Kanal“ von Andrzej Wajda zu finden sind. Dieser beschreibt eindringlich die Verzweiflung und die Abgründe der Menschen, die in einem System gefangen sind, ähnlich wie die Stadt Traunstein, die um Sicherheiten kämpft. In diesem Film, der die Heldentaten der polnischen Widerstandsbewegung thematisiert, wird das Überleben im Angesicht des Untergangs eindrucksvoll dargestellt. Es spiegelt die Melancholie wider, die auch die aktuellen Geschehnisse in Traunstein begleiten. Die Parallele zu den Herausforderungen in der Kanalisation und deren Wartung fügt sich ins Bild und lässt uns erkennen, wie eng Verwundbarkeit und Resilienz miteinander verknüpft sind.
Die nächsten Wochen werden zeigen, wie die Stadt und der Kraftwerksbetreiber auf diese wiederholt aufkeimenden Konflikte reagieren werden. Die Bürger spüren das unmittelbare Geschehen und wünschen sich Lösungen, die über kurzfristige Maßnahmen hinausgehen. Wie es scheint, hat die Episode um die Straße zwischen Kaltenbach und Aiging noch lange nicht ihr Ende gefunden.