Kampf um Frankfurter Suchthilfezentrum: Politiker streiten um Hilfe für Süchtige!

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Streit um das Suchthilfezentrum in Frankfurt: Abstimmung am 3. Juli, Diskussion über Drogenhilfe und Abweisung auswärtiger Konsumenten.

Streit um das Suchthilfezentrum in Frankfurt: Abstimmung am 3. Juli, Diskussion über Drogenhilfe und Abweisung auswärtiger Konsumenten.
Streit um das Suchthilfezentrum in Frankfurt: Abstimmung am 3. Juli, Diskussion über Drogenhilfe und Abweisung auswärtiger Konsumenten.

Kampf um Frankfurter Suchthilfezentrum: Politiker streiten um Hilfe für Süchtige!

In Frankfurt stehen die Zeichen auf Sturm, wenn es um das Suchthilfezentrum in der Niddastraße 76 geht. Am 3. Juli steht eine entscheidende Abstimmung im Stadtparlament an, die über die Zukunft dieser Einrichtung entscheiden soll. Spannungen zwischen Oberbürgermeister Mike Josef (SPD) und Gesundheitsdezernentin Elke Voitl (Die Grünen) prägen die Diskussion. Ein Streit dreht sich um die Handhabung von auswärtigen Drogenkonsumenten. Josef möchte ein Pilotprojekt umsetzen, das die Abweisung dieser Personen aus dem Drogennotdienst an der Elbestraße vorsieht, während Voitl die rechtlichen Verpflichtungen zur Hilfe für obdachlose und einkommenslose Personen betont und keine Informationen über das Projekt vorliegt, die sie beurteilen könnte.

Die Fraktion der Linken mischt ebenfalls mit. Sie unterstützt das Suchtzentrum, fordert aber für eine Zustimmung zu dem Projekt die Implementierung sozialer Hilfen für alle Suchtabhängigen, unabhängig vom Ort ihres Wohnsitzes. Dominike Pauli (Linke) erwartet von Josef Klarheit im Planungsausschuss. Während die Linke eine umfassende Unterstützung für Betroffene einfordert, hat Josef eine klare Agenda: die Reduzierung der offenen Drogenszene. Über 50% der Konsumenten im Bahnhofsviertel sind nicht aus Frankfurt, was die Dringlichkeit seiner Position unterstreicht.

Einblick in die Drogenhilfe

Die Integrative Drogenhilfe e.V., eine seit 1986 etablierte Organisation, spielt in diesem Geschehen eine wesentliche Rolle. Sie hat sich der Verbesserung der Lebenssituation von Drogenkranken und ihren Familien verschrieben und verbindet wissenschaftliche Erkenntnisse mit praktischen Erfahrungen. Das Unternehmen war Pionier beim ersten Konsumraum in Deutschland und ist damit auch über die Landesgrenzen hinaus ein bedeutender Akteur im Drogenhilfesystem. Ihr Engagement umfasst nicht nur Suchthilfe, sondern auch Eingliederungshilfe, Jugend- und Familienhilfe sowie Beschäftigungsförderung. Die Integrative Drogenhilfe verfolgt mit innovativen Therapieansätzen das Ziel, die Gesundheitsversorgung zu verbessern, und hat bereits alternative Modelle entwickelt.

Die Herausforderungen der Suchtprävention und -hilfe sind breit gefächert und komplex. In Deutschland konsumieren etwa neun Millionen Menschen Alkohol in einem problematischen Ausmaß, und rund 1,5 Millionen greifen zu illegalen Substanzen. Das Bundesgesundheitsministerium hebt hervor, dass ein Bruchteil der Betroffenen Hilfsangebote nutzt, weshalb es entscheidend ist, das Leistungsangebot von Suchthilfeeinrichtungen genauer zu beleuchten.

Kontroversen und Lösungen

Die aktuellen Diskurse zeigen, wie unterschiedlich die Ansätze zur Drogenpolitik in Frankfurt sind. Während die Integrative Drogenhilfe Einlasskontrollen ablehnt, stellt der Drogennotdienst unter Wolfgang Barth diese in einigen Fällen in Frage. Barth hat wiederholt betont, wie wichtig eine sachliche Diskussion nicht nur über Drogenkonsumenten, sondern auch über die allgemeine Drogenpolitik in Frankfurt ist. Der Gesundheitsdezernat hat ihn jedoch von Veranstaltungen mit Eigentümern und Akteuren im Bahnhofsviertel ausgeschlossen, was Fragen zur Transparenz und zu den Motiven hinter solchen Entscheidungen aufwirft.

Die kommenden Wochen könnten entscheidend für die Suchthilfe in Frankfurt werden. Die Abstimmung im Stadtparlament wird nicht nur Einfluss auf das Suchthilfezentrum in der Niddastraße haben, sondern auch auf die Weichenstellungen für die Drogenpolitik der gesamten Stadt. Es bleibt spannend, wie sich die Meinungsverschiedenheiten zwischen den politischen Entscheidungsträgern entwickeln und ob die Bedürfnisse der Betroffenen ausreichend Berücksichtigung finden.