Weißfrauenkirche rettet Obdachlose: 47 Schlafplätze in Frankfurt!

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Die Weißfrauenkirche in Frankfurt bietet bis März 47 Schlafplätze für obdachlose Männer, während die Nachfrage steigt.

Die Weißfrauenkirche in Frankfurt bietet bis März 47 Schlafplätze für obdachlose Männer, während die Nachfrage steigt.
Die Weißfrauenkirche in Frankfurt bietet bis März 47 Schlafplätze für obdachlose Männer, während die Nachfrage steigt.

Weißfrauenkirche rettet Obdachlose: 47 Schlafplätze in Frankfurt!

In Frankfurt am Main sorgt die Diakonie mit der Umbauung der Weißfrauenkirche im Bahnhofsviertel für eine innovative Winterlösung. Von Oktober bis März wird die Kirche zu einem Rückzugsort für bis zu 47 obdachlose Männer, um ihnen in der kalten Jahreszeit ein sicheres und warmes Dach über dem Kopf zu bieten. Diese Initiative stellt die erste nächtliche Zuflucht in der historisch geprägten Weißfrauenkirche dar, was nicht nur ein Zeichen der Nächstenliebe ist, sondern auch ein dringend benötigtes Angebot in einer Stadt, in der die Obdachlosenzahl wächst. Laut T-Online mussten beispielsweise zur Mitte Januar etwa 66 Menschen auf der Straße schlafen.

Die Nachfrage nach Schlafplätzen übersteigt oft das Angebot. Immer wieder sind die unter den weißen Stellwänden abgetrennten Bereiche in der Kirche nahezu voll belegt. So zählte man in den vergangenen Monaten teils nur noch vier Notplätze, wenn der Großteil der 47 Übernachtungsplätze belegt war, wie evangelisch.de berichtet. Viele der Gäste bringen einen Migrationshintergrund mit, rund 80 Prozent stammen aus Mittel- und Osteuropa. Während über zwei Drittel unter Suchtproblemen oder psychischen Erkrankungen leiden, sind nur wenige in der Lage, Sozialleistungen in Anspruch zu nehmen.

Die Bedingungen vor Ort

Um den Übernachtungsgästen ein sicheres Umfeld zu garantieren, gilt in der Weißfrauenkirche ein striktes Drogenverbot. Dies trägt dazu bei, dass sich die Menschen, die hier eine Nacht verbringen, geschützten und sauberen Raum vorfinden. Zudem haben sie die Möglichkeit, direkt im benachbarten Tagestreff von Weser5 ein Frühstück zu genießen. Doch die Situation bleibt angespannt; die Zahl der Obdachlosen in Frankfurt wird auf etwa 400 bis 500 geschätzt. Dies verdeutlicht die Herausforderungen, vor denen das soziale System steht.

Die Problematik wird auch von Experten der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe unterstrichen. Diese warnt vor der unzureichenden Versorgung obdachloser Menschen, besonders angesichts der bevorstehenden Kältewelle. Geschäftsführerin Sabine Bösing macht deutlich, dass Kälte für Obdachlose eine akute Lebensgefahr darstellt. Das fehlende Angebot an warmen, sicheren Übernachtungsplätzen kann fatale Folgen haben, insbesondere für diejenigen, die bereits unter Vorerkrankungen leiden. Die Zeit berichtet von einem Anstieg der Wohnungslosigkeit und dem dringenden Bedarf nach einem umfassenderen sozialen Unterstützungsnetz.

Ein Blick in die Zukunft

Die Örtlichkeiten wie die Weißfrauenkirche sind nicht nur Übernachtungsstätten; sie sind ein Lichtblick in der Dunkelheit für viele Männer, die oft ohne Hoffnung sind. Diakoniepfarrer Markus Eisele hebt hervor, dass man eine Verantwortung für diese Menschen hat. Doch es bedarf mehr als nur kurzfristiger Lösungen. Der Ausbau der Hilfsangebote und die Förderung von bezahlbarem Wohnraum sind essentielle Schritte, um die obige Krise nachhaltig zu bewältigen und den Obdachlosen eine langfristige Perspektive zu bieten.

Wir stehen erst am Anfang eines Wandels, und wenn es um die Herausforderungen des Wohnungsmarktes und der sozialen Gerechtigkeit geht, ist der Weg noch lang. Ein jeder ist aufgerufen, Teil dieses Wandels zu werden.