Wiesbaden aus der Luft: Digitale Zwillinge für Zukunftsplanung!
Wiesbaden wird bis April 2026 aus der Luft vermessen. Neue Luftbilder und Laserscandaten unterstützen Stadtplanung und Umweltschutz.

Wiesbaden aus der Luft: Digitale Zwillinge für Zukunftsplanung!
In Wiesbaden ist derzeit einiges in der Luft, und das nicht nur im übertragenen Sinne. Das Tiefbau- und Vermessungsamt der Stadt hat kürzlich die Befliegung des gesamten Stadtgebiets angekündigt, um hochwertige Luftbilder und Laserscandaten über die Stadt zu sammeln. Diese Flüge sind Teil eines groß angelegten Projekts, das darauf abzielt, die Stadtplanung, den Umweltschutz und die Katasterarbeit zu unterstützen. Ab sofort bis April 2026 werden die Aufnahmen durchgeführt, wobei sich der Zeitplan nach den Wetterbedingungen richtet, um optimale Ergebnisse zu erzielen.
Die Luftbildaufnahmen erfolgen sowohl aus senkrechten als auch aus schrägen Perspektiven, die es ermöglichen, Veränderungen im Stadtgebiet präzise zu dokumentieren. Besonders clever ist die Idee, dass dies ohne Außentermine realisiert wird – so bleibt der Verwaltungsaufwand gering. Der Digitale Zwilling, ein innovatives Konzept, wird den Bürgern und städtischen Ämtern zur Verfügung stehen. Über die Plattform Wiesbaden Virtual City Map können die gesammelten Daten eingesehen werden und bieten ein digitales Abbild der Stadt in einem modernen Format.
Nachtflüge und Laserscanning
Ein bemerkenswertes Detail dieser Erhebung sind die nächtlichen Laserscanning-Flüge, die zwischen 23 und 5 Uhr in einer Höhe von etwa 550 Metern stattfinden. Diese Flüge sind aufgrund der Nähe zum Flughafen Frankfurt selbst während des Nachtflugverbots erlaubt. Tagüber gehen die Luftbildaufnahmen in einer Höhe von etwa 1.600 Metern über die Bühne. Hierbei kann es zwar zu leichtem Fluglärm kommen, doch das Tiefbau- und Vermessungsamt bittet die Bevölkerung um Verständnis.
Mit dem Einsatz von Laserscannern wird das Gelände mithilfe von Lasersignalen detailgenau erfasst. Die daraus resultierenden dreidimensionalen Punktwolken sind die Basis für digitale Höhen- und Oberflächenmodelle, die unter anderem für Hochwasserschutz, Sichtanalysen und 3-D-Visualisierungen genutzt werden können. Diese präzisen Daten leisten nicht nur einen Beitrag zur effizienten Stadtplanung, sondern auch zur nachhaltigen Stadtentwicklung.
Der Digitale Zwilling und seine Bedeutung
Digitale Zwillinge sind nicht nur ein Trend, sondern die Zukunft urbaner Planung. Städte wie München, Hamburg und Leipzig zeigen bereits, wie diese digitalen Abbilder von physischen Objekten dazu genutzt werden, um Probleme frühzeitig zu erkennen und Verkehrsmanagement zu optimieren, wie Techzeitgeist erklärt. Diese digitalen Systeme ermöglichen es, umfassende Simulationsmodelle zu entwickeln, die der Stadtentwicklung zugutekommen.
Doch trotz der unbestrittenen Vorteile gibt es auch Herausforderungen, insbesondere im Hinblick auf Datenschutz und die Akzeptanz in der Bevölkerung. Umso mehr freut es die Stadt Wiesbaden, dass sie mit diesem Projekt einen Schritt in die Zukunft macht – und zwar gleich im doppelten Sinn: Die Luftaufnahmen und Laserscandaten werden dazu beitragen, die Stadt nicht nur zu vermessen, sondern sie auch smarter zu gestalten.