Innovative Sanierung für Duderstadts Fachwerk: HAWK setzt neue Maßstäbe!
Die HAWK in Göttingen entwickelt innovative Methoden zur energetischen Sanierung von Fachwerkbauten für mehr Komfort und Effizienz.

Innovative Sanierung für Duderstadts Fachwerk: HAWK setzt neue Maßstäbe!
In Duderstadt wird derzeit kräftig an der Sanierung des Heimatmuseums gewerkelt. Unterstützt wird dieses vierjährige Projekt von der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK), die innovative Ansätze zur energetischen Sanierung entwickelt. Finanzielle Mittel kommen aus dem Programm „Innovationen durch Hochschulen und Forschungseinrichtungen“ des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung. Unter dem Projektnamen „Reallabor Fachwerk 4.0 – Digitalisierung und Wohlbefinden im Bestand (DigiWoBe)“ stehen technische, ökonomische und soziale Faktoren energetischer Sanierungen im Mittelpunkt. So wird dabei nicht nur der thermische Komfort, sondern auch die Lebensqualität während der Sanierungsarbeiten in den Fokus gerückt, wie [HNA] berichtet.
Die HAWK hat sich das Ziel gesetzt, praxisnahe Lösungen für Eigentümer, Kommunen und die Politik zu erarbeiten. Dabei kommen innovative Sensorik und KI-gestützte Simulationen zum Einsatz. Ein zentraler Baustein des Projekts ist die energetische Teilsanierung des Heimatmuseums, bei der verschiedene Standards zur Gebäudedämmung hinsichtlich Komfort und Energieeffizienz getestet werden. Das Augenmerk liegt dabei auch auf der Zahlungsbereitschaft der Nutzer. Darüber hinaus wird ein kostengünstiges Mess-Kit entwickelt, das die Überwachung von Energieeffizienz, Komfort und Bausubstanz ermöglichen soll.
Wichtige Akteure in der Energiewende
Die Bedeutung der Hausbesitzer in der Wärmewende kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Laut Informationen von energie-klimaschutz.de macht der Wärmebedarf, der etwa die Hälfte des Endenergieverbrauchs ausmacht, einen entscheidenden Faktor in der Energiewende aus. Dabei sind vor allem energetisch sanierte Gebäude maßgeblich, um die Klimaziele bis 2050 zu erreichen. Aktuell haben nur 30% der alten Ein- und Zweifamilienhäuser eine Sanierung erfahren, was zeigt, dass hier dringend Nachholbedarf besteht.
Die KfW plant, den Standard für Energiesparhäuser weiter voranzutreiben, um die Gebäude mit einem effizienten Wärmeschutz auszustatten. Für eine erfolgreiche Umsetzung sind jedoch vereinfachte Förderbedingungen sowie abgestimmte Beratungsangebote von Bedeutung – eine Herausforderung, mit der viele private Bauherren konfrontiert sind. Die Lösung könnte die Schaffung regionaler Netzwerke sein, die für mehr Klarheit und positive Beispiele sorgen.
Technologische Innovationen für Fachwerkbauten
Bei der energetischen Sanierung von Fachwerkhäusern, die viele von uns aus ihrer Kindheit kennen, geht es um mehr als nur moderne Verbindungstechniken. Hier ist spezielles Know-how erforderlich, um Feuchtigkeitsschäden zu vermeiden und die gemütliche Atmosphäre zu erhalten. Im „Demonstrationszentrum für Bau und Energie“ des Fraunhofer IBP wird deshalb an passenden Dämmstoffen geforscht. Verschiedene Materialien wie Mineralschaum und hochdämmende Dämmstoffe auf Basis von Aerogel kommen hier zum Einsatz, um den Anforderungen an historische Gebäude gerecht zu werden.
Die Forscher simulieren die Eignung dieser Materialien und testen sie in der Praxis, um herauszufinden, welche Lösungen sich am besten eignen. Ergebnisse werden in einer Datenbank erfasst und ermöglichen eine umfassende Analyse der Dämmstoffe unter realen Bedingungen. Dieses Wissen fließt direkt in die Ausbildung von Handwerkern und ermöglicht es ihnen, die neu gewonnenen Erkenntnisse in künftige Projekte zu integrieren.
Das Projekt in Duderstadt und die dort angewandten Methoden sind nicht nur wegweisend für die Region, sondern bieten auch einen Ausblick auf die Zukunft der energetischen Sanierung im gesamten Bundesgebiet. Die Zusammenarbeit der HAWK mit lokalen Anbietern und Institutionen, wie der Stadt Duderstadt und der Geschäftsstelle „Fachwerk5Eck“, zeigt, wie eng verzahnt Wissenschaft und Praxis sein können. Die Hochschule setzt dabei auch auf die Erhaltung von Kulturgütern und ist darüber hinaus in Projekte wie „Marienburg 2030“ eingebunden, um historische Werte für kommende Generationen zu bewahren.