Stadt Lüneburg plant Neuanfang: Straßen-Sozialarbeit steht still!
Lüneburgs Streetwork endet per Vertragsauslauf. Kritiker fordern sofortige Wiederaufnahme der sozialen Unterstützung für Obdachlose.

Stadt Lüneburg plant Neuanfang: Straßen-Sozialarbeit steht still!
Die aufsuchende Sozialarbeit in Lüneburg steht vor einem Umbruch. Der Vertrag zwischen der Stadt und der Diakonie mit dem Team von HERBERGEplus, das seit 2012 wichtige Dienste leistet, ist am 31. Dezember 2025 ausgelaufen. Laut Lüne-Blog hat die Diakonie die Kriterien der jüngsten Ausschreibung nicht erfüllt. Sozialdezernentin Gabriele Scholz betont, dass dies zu den rechtlichen Schritten führte, die nun erforderlich sind, um die Straße-Sozialarbeit neu zu organisieren.
Aktuell sind die Straßenarbeiter der Diakonie nicht mehr im Einsatz. Das ist besonders problematisch, denn gerade jetzt, bei den extrem kalten Temperaturen, sind Menschen auf die Hilfe angewiesen. Marianne Esders von Die Linke hebt hervor, dass die sofortige Wiederaufnahme dieser Sozialarbeit dringend notwendig ist. Sie fordert die Stadtverwaltung auf, unverzüglich die notwendigen Mittel bereitzustellen, um diesen wichtigen Dienst erneut anzubieten.
Die Rolle von HERBERGEplus
Das Team von HERBERGEplus hat in der Vergangenheit täglich an verschiedenen Treffpunkten in der Stadt, etwa am Am Sande, Clamart-Park und Reichenbachplatz, Menschen mit Suchterkrankungen aufgesucht. Lebensraum Diakonie beschreibt, dass die Unterstützung oft als langwierig erlebt wird, dennoch ist das Angebot essenziell. Es ermöglicht den Betroffenen nicht nur Kontakt zu finden, sondern auch eine direkte Aufnahme ins Psychiatrische Klinikum Lüneburg, wenn es nötig ist.
Im Rahmen der aufsuchenden Arbeit geht es nicht nur um die unmittelbare Hilfe, sondern auch um die Stärkung von Ressourcen. Die Ziele dieser Sozialarbeit sind vielfältig: Sie umfassen die Begleitung zu einem selbstbestimmten Leben, Aufklärung über Gesundheitsrisiken und die Förderung der Inanspruchnahme von Gesundheitsangeboten. Laut Leitbegriffe werden die Angebote auf die individuellen Bedürfnisse der Klient:innen abgestimmt und zielen darauf ab, gesundheitliche Einschränkungen zu verringern sowie die Lebensqualität zu steigern.
Der Weg in die Zukunft
Die Stadt Lüneburg plant jetzt eine Neuorganisation der Streetwork, die unter anderem auch eine Erweiterung der Einsatzzeiten der Streetworker umfassen soll. Der Antrag von Lebensraum Diakonie auf Fortführung wurde abgelehnt, weshalb derzeit Gespräche über eine Verhandlungsvergabe stattfinden. Bis eine stabile Lösung gefunden ist, bleibt die Frage im Raum, wie die Hilfen für obdachlose Menschen aufrechterhalten werden können.
Fachbereichsleiterin Barbara David versichert, dass das Hilfsnetz auch weiterhin aktiv ist, indem Mitarbeitende aus dem Sozialbereich und Quartiersmanager:innen in den Stadtteilen unterwegs sind. Doch die Herausforderungen sind groß, besonders in einer Zeit, in der die Temperaturen dramatisch sinken. Straßen-Sozialarbeit spielt eine entscheidende Rolle, um Menschen in kritischen Lebenslagen beizustehen.
Die aktuellen Entwicklungen machen deutlich, dass hier dringender Handlungsbedarf besteht. Es bleibt zu hoffen, dass die Stadtverwaltung schnellstmöglich eine Lösung findet, um die wertvolle Arbeit der Streetworker wieder zu ermöglichen und zukünftigen Herausforderungen gerecht zu werden.