Altkleiderchaos in Osnabrück: Container überfüllt, Helfer gesucht!
Altkleidercontainer in Osnabrück überfüllt. Sechs Organisationen fordern Lösungen für die wachsenden Probleme im Altkleidergeschäft.

Altkleiderchaos in Osnabrück: Container überfüllt, Helfer gesucht!
In der Region Osnabrück schlagen örtliche Sammler von Altkleidern Alarm. Sechs Organisationen haben sich in einem eindringlichen Aufruf an die Stadt und den Landkreis gewendet, da sie massive Probleme in ihrem Altkleidergeschäft feststellen. Vor den ständig überfüllten Altkleidercontainern stapelt sich der Müll, und die Gesamtsituation wird zunehmend als problematisch beschrieben. Insbesondere die Container des Deutschen Roten Kreuzes in Bramsche sind oft entweder verschlossen oder sogar abgebaut, was tiefere Einblicke in die Problematik der Kleidungsabgabe erfordert. NOZ berichtet, dass die Sammler aus ökologischem und logistischem Blickwinkel mittlerweile am Ende ihrer Kräfte sind.
Doch was steckt hinter diesem Chaos? Ein Grund für die überquellenden Container ist die wachsende Menge an unbrauchbaren Textilien, die Spender in die Container werfen. Die Recyclingbörse in Herford hat kürzlich sogar die Annahme von Kleiderspenden für sechs Wochen eingestellt, nachdem das Lager mit rund 10.000 Säcken voll war. Mitarbeitende können die Spenden nicht mehr sortieren, da nur saubere und unbeschädigte Kleidung weiterverwendet werden kann. Die Situation führt dazu, dass vermehrt schadhafte Kleidung abgegeben wird, die die Sortierung zusätzlich erschwert. Tagesschau hebt hervor, dass dies mittlerweile zu einem großen Problem für viele Organisationen geworden ist.
EU-Vorgaben und Verbraucherunwissenheit
Die neue EU-Richtlinie, die seit dem 1. Januar 2025 in Kraft tritt, stellt weitere Herausforderungen dar. Sie besagt, dass Altkleider künftig getrennt von anderen Abfällen gesammelt werden müssen. Das Ziel dieser Vorgaben ist es, die enorme Menge an jährlich verbrannten oder deponierten Textilien zu reduzieren. Laut ZDF landen in Deutschland jährlich über eine Million Tonnen Alttextilien in Containern, von denen nur etwa 50% als brauchbar eingestuft werden.
Allerdings scheint das Bewusstsein der Verbraucher für die korrekte Entsorgung von Textilien oft unzureichend zu sein. Viele beachten nicht, dass verschmutzte und kaputte Kleidungsstücke in die Restmülltonne gehören. Diese Unsicherheiten haben zur Folge, dass viele Organisationen, wie das Deutsche Rote Kreuz in der Städteregion Aachen, alle 45 Container abgebaut haben, weil die Vermüllung wirtschaftlich nicht tragbar ist. Es wird also dringend notwendig, die Verantwortung für die Sammlung und Verwertung von Alttextilien klarer zu regeln.
Zu wenig Verantwortung von den Produzenten
Der Verband der kommunalen Unternehmen (VKU) fordert bereits stärkere Verantwortung von Textilproduzenten, damit diese für die Sammlung und Verwertung ihrer Produkte aufkommen. Ein Konzept namens „Erweiterte Herstellerverantwortung“ wird derzeit im EU-Parlament diskutiert. Ziel ist es, Hersteller ab 2027 verpflichtet werden, sich aktiv an der Lösung des Problems zu beteiligen.
Dieser Prozess könnte nicht nur das Recycling von Textilien steigern, sondern auch dafür sorgen, dass weniger Material in den Müll wandert. Derzeit ist die Sortierung von Textilien kostenintensiv und personalintensiv, was eine Hürde für viele Organisationen darstellt. Für Verbraucher gibt es Tipps, wie man nachhaltiger mit Textilien umgeht: weniger kaufen, langlebige Produkte wählen und Second-Hand-Angebote oder Kleidertausch in Betracht ziehen.