Rheinmetall eröffnet Munitionsfabrik: 500 Jobs und NATO-Besuch in Unterlüß!

Rheinmetall eröffnet Munitionsfabrik: 500 Jobs und NATO-Besuch in Unterlüß!
Am 27. August 2025 öffnet die neue Munitionsfabrik des Rüstungskonzerns Rheinmetall in Unterlüß im Landkreis Celle ihre Türen. Für diese Eröffnung haben sich hochrangige Gäste angesagt, darunter NATO-Generalsekretär Mark Rutte und die Politiker Lars Klingbeil sowie Boris Pistorius, beide von der SPD. Die neuen Produktionsstätten werden im ersten Jahr 25.000 Stück 155 mm Artilleriemunition herstellen, mit dem Ziel, diese Zahl bis 2027 auf beeindruckende 350.000 Stück pro Jahr zu steigern. Dies könnte das Rüstungsunternehmen nicht nur als bedeutenden Arbeitgeber im Landkreis etablieren, sondern auch etwa 500 neue Arbeitsplätze schaffen.
Doch nicht alles ist frei von Kontroversen. Die Friedensinitiative „Friedensratschlag Lüneburger Heide“ kritisiert die Eröffnung lautstark und ruft zu Protesten auf. Die Gemeinde Südheide hingegen sieht in den Plänen von Rheinmetall eine Möglichkeit, ihre Gewerbesteuereinnahmen zu steigern. Bürgermeisterin Katharina Ebeling (CDU) berichtet sogar von positiven Entwicklungen im Ort, wie der Sanierung des Schwimmbads und der umfassenden Ausstattung des Bürgerhauses. Niedersachsens Wirtschaftsminister Tonne bezeichnet das neue Werk als „wertvolles Signal“ in einer Zeit, in der der Druck auf die Rüstungsindustrie größer denn je ist.
Aufträge und internationale Verflechtungen
Rheinmetall macht im internationalen Geschäft ein gutes Geschäft. So erhielt das Unternehmen kürzlich einen Auftrag über rund 142 Millionen Euro zur Lieferung von Artilleriemunition an die Ukraine. Bei diesem Deal handelt es sich um eine fünfstellige Stückzahl von 155 mm Artilleriegranaten, die in Spanien bei der Tochtergesellschaft Rheinmetall Expal Munitions gefertigt werden. Die Auslieferung der Geschosse ist für 2025 geplant.
Für 2024 sind bereits die Produktion und Auslieferung von rund 40.000 Geschossen aus einem früheren Auftragsvolumen vorgesehen. Zudem hat die deutsche Bundesregierung im Oktober 2023 einen weiteren Auftrag über mehr als 100.000 155 mm-Geschosse erteilt, der einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag umfasst. In Summe plant Rheinmetall für 2024 die Produktion von rund 700.000 Artilleriegeschossen an Standorten in Deutschland und weiteren Ländern wie Spanien, Südafrika und Australien.
Die Rolle der NATO
Die verstärkte Zusammenarbeit zwischen der NATO und der Rüstungsindustrie ist ein zentrales Thema in der aktuellen geopolitischen Lage. Über den Defence Production Action Plan (DPAP) 2023 macht die NATO deutlich, dass die Produktion militärischer Güter beschleunigt werden soll, insbesondere Munition und Waffen. Es wird höchste Zeit, Technologien schnell in bestehende Produkte zu integrieren und die Produktionskapazitäten zu erhöhen. Eine enge Zusammenarbeit zwischen den Staaten, der Industrie und der NATO ist unerlässlich, um die notwendigen Ressourcen gegen drohende Bedrohungen sicherzustellen.
Ein weiterer fokus auf Schlüsselstrategien zeigt, dass die NATO auch internationale Beziehungen zu Nicht-NATO-Staaten, wie Australien und Neuseeland, verstärken will. Diese Maßnahmen sollen die Interoperabilität und die Effizienz der Verteidigungsproduktion während aktueller Herausforderungen verbessern und auf lange Sicht die Rohstoffversorgung sichern.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Eröffnungsfeier in Unterlüß alles andere als ein einfaches Event ist. Sie steht im Mittelpunkt eines komplexen Gefüges von wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen, die auf regionaler wie internationaler Ebene von Bedeutung sind.
Für weitere Informationen über die Eröffnung der Munitionsfabrik von Rheinmetall und deren Pläne, besuchen Sie bitte die Berichterstattung von NDR, die Details zu den Aufträgen an die Ukraine bei Rheinmetall und die strategischen Planungen der NATO bei Defence Network.