Fahrradbrücke über die Weser: Verkehrslösung oder Millionengrab?
Die geplante Fahrradbrücke über die Weser soll 2027 den Verkehr in Verden entlasten, trifft jedoch auf Kritik wegen hoher Kosten.

Fahrradbrücke über die Weser: Verkehrslösung oder Millionengrab?
In Verden tut sich was – und das betrifft nicht nur die Radfahrer! Ein ambitioniertes Projekt zur Errichtung einer Fahrradbrücke über die Weser bei Intschede sorgt für Aufregung im Kreistag. Sowohl SPD als auch CDU haben ihre Unterstützung für das Vorhaben ausgesprochen, das darauf abzielt, die Verkehrssituation in Achim und Verden zu entlasten. Die besorgniserregenden Verkehrsaufkommen in diesen Regionen haben die Diskussion über alternative Lösungen befeuert.
Doch nicht alle sind begeistert. Die Grünen äußern scharfe Kritik an den hohen Kosten von rund 15 Millionen Euro und betonen, dass das Projekt zu einer Neuverschuldung führen könnte, ohne einen signifikanten Mehrwert für die Verkehrssicherheit zu bieten. Die endgültige Entscheidung über den Bau der Brücke steht noch aus. Für das Jahr 2025 sind bereits 150.000 Euro für die Vorbereitung der Ausschreibung eingeplant, während der Baubeginn frühestens für 2027 auf der Agenda steht.
Verkehrs- und Sicherheitserwägungen
Die strategischen Überlegungen hinter dem Bau der Brücke sind klar: Es geht darum, den Fahrrad- und Autoverkehr im Bereich der Kreisstraße 9 zu entflechten. Aktuell haben Radfahrer am Intscheder Wehr Vorfahrt, was die Anzahl der überquerenden Fahrzeuge limitiert. Problematisch bleibt, dass im Landkreis Verden derzeit lediglich drei Weserbrücken existieren, die zunehmend als „Nadelöhre“ der Verkehrsinfrastruktur wahrgenommen werden. Vor kurzem war die Ueser Brücke in Achim mehrere Wochen gesperrt, was zu langwierigen Umwegen führte und die Dringlichkeit eines übergreifenden Plans aufzeigte.
Die Gegner des Projekts befürchten, dass die neue Brücke möglicherweise die teuerste Fahrradbrücke Deutschlands wird. Derzeitiger Rekordhalter ist eine Fahrradbrücke über eine Bahntrasse in Tübingen, die mit Kosten von rund 16 Millionen Euro zu Buche schlug. Für dieses Projekt plant der Landkreis Verden, 9,5 Millionen Euro der Gesamtkosten zu übernehmen. In diesem Kontext ist die Diskussion um einen gesicherten finanziellen Rahmen von größter Wichtigkeit.
Bundesverkehrswegeplan 2030 im Hintergrund
Vor dem Hintergrund des aktuellen Vorhabens in Verden sollte auch der Bundesverkehrswegeplan 2030 nicht außer Acht gelassen werden, der das zentrale Instrument für die Verkehrsinfrastrukturplanung des Bundes darstellt. Mit einem Gesamtvolumen von etwa 269,6 Milliarden Euro sollen sowohl der Erhalt der bestehenden Netze als auch der Aus- und Neubau von Projekten gefördert werden. Dieintegrierte Beseitigung von Engpässen ist dabei ein Hauptziel.
Die Vorhaben unterliegen strengen Nutzen-Kosten-Analysen und müssen sich auch umwelt- und raumordnerisch rechtfertigen. Hier wird deutlich, dass die Pläne in Verden nicht isoliert betrachtet werden können, sondern Teil eines umfassenden Verkehrskonzepts sind, das die Weichen für eine nachhaltige und zukunftsfähige Mobilität stellen will.
Ob die Fahrradbrücke letztlich realisiert werden kann, bleibt abzuwarten. Fest steht, dass die Diskussion um alternative Verkehrslösungen in Verden in vollem Gange ist und der Druck auf die Verantwortlichen wächst, insbesondere angesichts der öfter auftretenden Staus und Engpässe in der Region.
Ein klarer Blick in die Zukunft: Der Bedarf an innovativen Mobilitätslösungen ist groß, und die Bürger hoffen, dass die Verantwortlichen ein gutes Händchen bei der Entscheidungsfindung beweisen.