Luftsportverein Halver vor dem Aus: Mitgliederzahl und Kosten drücken!

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Der Luftsportverein Halver könnte bald aufgelöst werden, bedingt durch Mitgliedermangel und hohe Kosten.

Der Luftsportverein Halver könnte bald aufgelöst werden, bedingt durch Mitgliedermangel und hohe Kosten.
Der Luftsportverein Halver könnte bald aufgelöst werden, bedingt durch Mitgliedermangel und hohe Kosten.

Luftsportverein Halver vor dem Aus: Mitgliederzahl und Kosten drücken!

Ein stolzes Stück Vereinsgeschichte könnte bald zu Ende gehen: Der Luftsportverein Halver, der seit seiner Gründung am 20. Dezember 1951 viele leidenschaftliche Luftfahrtenthusiasten vereinte, steht vor der Auflösung. Dies kündigte der vorläufige Insolvenzverwalter Andreas Grund aus Hagen an, der am 12. Dezember 2026 bestellt wurde.

Der Verein hat in letzter Zeit mit erheblichen Problemen zu kämpfen. Zu wenig Mitglieder und hohe Kosten sind die Hauptgründe, die nun eine endgültige Entscheidung über das Schicksal des Vereins erforderlich machen. Die Einnahmen aus den Mitgliedsbeiträgen reichen nicht mehr aus, um die laufenden Kosten wie Mieten, Versicherungen und den Unterhalt der drei betriebsbereiten Segelflugzeuge zu decken. Eine paradoxe Situation: Der Verein hat mehr Flugzeuge als aktive Piloten, und seit 2006 wird der Flugbetrieb in Halver nicht mehr durchgeführt, da der Platz nicht mehr gepachtet werden konnte und die Flugsicherheit nicht gewährleistet war.

Die Herausforderungen der Vereinsführung

Kassierer Johannes Polei und Schriftführer Bernhard Hauke stehen dem Verein derzeit vor großen Herausforderungen. Der Mitgliedermangel und anhaltende rechtliche Auseinandersetzungen haben zu einer drastischen Aufbrauchung der Rücklagen geführt. Vor wenigen Jahren, 2020, wurde der Verein noch für sein breitensportliches Engagement mit dem Halveraner Sportbären ausgezeichnet, doch die allgemeine Tendenz zeigt düstere Wolken für die Zukunft der Luftsportler in der Region.

Die Fliegerei ist nicht gänzlich verloren; die Luftsportler aus Halver fliegen weiterhin in Wipperfürth. Zudem organisiert der Verein jährlich Fliegerlager in den Sommerferien, um jungen Menschen die Möglichkeit zu bieten, die Faszination des Fliegens hautnah zu erleben. Hierbei arbeitet der Verein auch eng mit der Humboldtschule zusammen und hat Flugtage auf dem Flugplatz in Wipperfürth organisiert.

Der Weg zur Vereinsauflösung

Aber wie geht es weiter? Die Auflösung des Vereins erfolgt durch einen entsprechenden Beschluss der Mitgliederversammlung gemäß § 41 BGB. Hierfür ist eine Mehrheit von 75% der Stimmen notwendig oder die in der Satzung festgelegte Mehrheit. Sollte dieser Beschluss gefasst werden, bleibt der Verein zunächst bestehen, tritt jedoch in die Liquidation ein. Diese umfasst die Abwicklung aller Vereinsangelegenheiten, wie das Kündigen von Verträgen und die Begleichung aller Forderungen. Die Liquidation wird dann durch den bisherigen Vorstand oder von der Mitgliederversammlung bestimmte Personen durchgeführt.

Mit dem Beschluss zur Auflösung muss auch beim zuständigen Amtsgericht eine Anmeldung in beglaubigter Form erfolgen. Das Vermögen des Vereins muss nach der Liquidation an in der Satzung bestimmte Anfallsberechtigte übergeben werden, wobei das Sperrjahr nach Bekanntmachung der Auflösung in Kraft tritt. Diese wichtigen Schritte sind nicht nur bürokratischer Natur, sondern tragen auch juristische Haftungsrisiken. Als Liquidatoren haften die Vorstandsmitglieder für die ordnungsgemäße Durchführung der Liquidation, sofern sie ihre Pflichten schuldhaft verletzen.

Die bevorstehenden Entscheidungen werfen einen Schatten auf das Engagement und die Leidenschaft, die im Luftsportverein Halver über Jahrzehnte hinweg gelebt wurden. Ein Wink aus der Vergangenheit, dass auch gute Dinge schließlich zu einem Ende kommen können – jedoch bleibt die Hoffnung, dass vielleicht in naher Zukunft eine Neugründung oder ein anderer kreativer Weg gefunden werden kann, um die Luftfahrtleidenschaft in Halver lebendig zu halten.