Alarmstufe Rot für Remscheider Dirostahl: CO2-Krise bedroht Arbeitsplätze!

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Dirostahl in Remscheid kämpft mit hohen CO2-Kosten und schwacher Nachfrage, während Klimaziele die Branche belasten.

Dirostahl in Remscheid kämpft mit hohen CO2-Kosten und schwacher Nachfrage, während Klimaziele die Branche belasten.
Dirostahl in Remscheid kämpft mit hohen CO2-Kosten und schwacher Nachfrage, während Klimaziele die Branche belasten.

Alarmstufe Rot für Remscheider Dirostahl: CO2-Krise bedroht Arbeitsplätze!

Die Stahlindustrie steht vor gewaltigen Herausforderungen, und dies betrifft auch Dirostahl, ein traditionsreiches Familienunternehmen aus Remscheid mit 380 Mitarbeitenden und einem Jahresumsatz von etwa 100 Millionen Euro. Das Unternehmen, das sich auf die Herstellung geschmiedeter Bauteile wie nahtlos gewalzte Ringe und Antriebswellen für Windräder, Schiffe und Maschinen spezialisiert hat, leidet derzeit unter einer schwächelnden Nachfrage und hat seine Produktion auf Kurzarbeit umgestellt. Geschäftsführers Roman Diederichs betont, dass die hohen Energiepreise und CO2-Kosten die größten Probleme für Dirostahl darstellen. Tatsächlich beträgt der CO2-Preis im Moment 55 Euro pro Tonne und wird voraussichtlich ab 2026 auf bis zu 65 Euro steigen, was für Dirostahl einen jährlichen CO2-Kostenaufwand von rund 1,1 Millionen Euro verursacht.

Dirostahl hat einen Jahresverbrauch von etwa 100 Gigawattstunden Erdgas, das unverzichtbar für die Produktion ist. Die Elektrifizierung der Produktion ist jedoch nicht möglich, und Wasserstoff wäre zwar eine Option, ist aber momentan unbezahlbar und nicht verfügbar. Im europäischen Wettbewerb sind Unternehmen in Spanien und Italien klar im Vorteil, da ihnen keine vergleichbare CO2-Bepreisung auferlegt wird. Zudem hat die Europäische Union den geplanten europaweiten Emissionshandel ETS 2 von 2027 auf 2028 verschoben, was die Bedingungen für Dirostahl weiter erschwert. In der Branche ist der Verlust von Produktionsvolumen dramatisch: Laut dem Industrieverband Massivumformung gab es in 2024 einen Rückgang von 12% in der Freiformschmiederei, und im ersten Halbjahr 2025 liegt dieser Verlust bereits bei 4%.

Wettbewerbsbedingungen und Klimaschutz

Dirostahl erhält nur für etwa die Hälfte seiner CO2-Kosten eine Kompensation, während es von Branchenkollegen wie Schmiedag überhaupt keine Unterstützung erhält. Johannes Braun von Schmiedag fordert ein „Level Playing Field“ innerhalb der EU, um ungleiche Wettbewerbsbedingungen zu vermeiden. Darüber hinaus erkennen Diederichs und Braun die Dringlichkeit des Klimaschutzes an, sind aber kritisch gegenüber der Logik des europäischen CO2-Bepreisungssystems.

Auf politischer Ebene gibt es ebenfalls bedeutende Entwicklungen: Ein aktuelles Urteil des Bundesverfassungsgerichts hat im November 2023 entschieden, dass 60 Milliarden Euro, die für den Klimatransformationsfonds eingeplant waren, nicht verwendet werden dürfen. Dies könnte die Situation für energieintensive Unternehmen wie Dirostahl zusätzlich verschärfen. Deutschland strebt an, bis 2045 klimaneutral zu werden, während die EU das Ziel bis 2050 verfolgt. Dabei kommt der CO2-Bepreisung eine wichtige Rolle zu. Energieintensive Entwicklungen sind Teil eines umfassenden Emissionshandelssystems, das seit 2005 besteht und nun auch auf weiteren Sektoren ausgeweitet wird.

Die Richtung des Emissionshandels

Der Bundestag hat das TEHG-Europarechtsanpassungsgesetz 2024 verabschiedet, das in deutscher Gesetzgebung umgesetzt wird. Dieses Gesetz ist von Bedeutung, um die Vorgaben der geänderten EU-Emissionshandelsrichtlinie zu erfüllen und die Funktionsfähigkeit des gesamten Systems in Deutschland sicherzustellen. Ab 2026 wird eine Umstellung von festen Preisen auf einen Emissionshandel mit variierenden Preisen zwischen 55 und 65 Euro erfolgen, was die Unternehmen vor große Herausforderungen stellt. Weitere Abgaben sollen ab 2027 auch für Sektoren wie Verkehr und Wärme in den europäischen Zertifikatehandel integriert werden.

Die Deutsche Emissionshandelsstelle verteidigt den aktuellen Kurs und sieht den Brennstoffemissionshandelsgesetz und den geplanten ETS 2 als grundlegende Schritte zur Erreichung der Klimaziele. Darüber hinaus wird ein Klimasozialfonds der EU im Jahr 2026 eingeführt, um einkommensschwächere Haushalte zu unterstützen und die Folgen der CO2-Bepreisung abzumildern.

Die Unternehmen, so scheint es, müssen nun ein gutes Händchen haben, um sich in einem sich ständig wandelnden Marktumfeld zurechtzufinden. Mit der Gewissheit, dass der Klimaschutz höchste Priorität hat, bleibt abzuwarten, wie Dirostahl und Co. diese Herausforderung meistern werden.